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Urlaub in Mendoza - Südamerika für Einsteiger

Urlaub in Mendoza - Blick auf die Anden

Urlaub in Mendoza - Blick auf die Anden. Foto: Bodega Huarpe*

Als wir in Mendoza ankommen, fühlen wir uns ein bisschen wie am Mittelmeer. Die Stimmung ist entspannt, und die Baum bestandenen Straßen könnten ebenso gut in Italien sein wie die Pasta-Lokale. Mendoza ist ein perfekter Lateinamerika-Einstieg.

Fast alle Straßen der 1561 gegründeten Stadt sind eigentlich Alleen und scheinen nicht nur zum Durch-, sondern auch zum Spazierengehen gut geeignet. Es ist sauber und trotz anhaltender Krise ruhig.

Der Paseo Sarmiento, die für Autos gesperrte Flanierstraße, steht voller Café-Tische und Blumenkübel. Hier herrscht Urlaubsstimmung. Reihen von Touristen aber auch einige Einheimische essen Steaks und hören dem Panflötenspieler auf der Bühne in der Straßenmitte zu.

Dazwischen aber auch immer wieder Kinder, die einem wortlos Bildchen auf den Tisch legen oder direkt um Geld bitten. Sie erinnern daran, warum man hier zur Zeit so billig essen, einkaufen und reisen kann. Man hätte natürlich auch dem Rat der Frau vom Hostel folgen und sich ins Armut freie Innere der Restaurants setzen können.

Urlaub in Mendoza - Südamerika für Einsteiger

Mini-Flohmarkt für argentinische Antiquitäten

Mini-Flohmarkt für argentinische Antiquitäten

In einem Lokal der gehobenen Klasse kosten die für Argentinier teuren Pasta-Gerichte umgerechnet momentan weniger als 2 Euro. Am Paseo beginnen der Preise noch weiter unten; hier türmen sich allerdings auch keine kulinarischen Spitzenkreationen auf den Tellern.

Generell geht man in Argentinien übrigens recht spät abends essen. Wenn man also Gesellschaft mag, sollte man nicht schon um halb acht ins Restaurant gehen. Im beliebten Las Tinajas (Lavalle 38; Telefon 429- 11 74) bekommt man vor acht gar nicht erst einen Tisch. Voll wird es in dem riesigen, professionell geführten Lokal gegen halb 11. Dann stehen am Wochenende Schlangen draußen, die für 10 ARG$ mit "freier Gabel" (all-you-can-eat) speisen möchten. Und ganz so falsch tun sie daran nicht: Das Buffet ist gigantisch. Es gibt mehrere Meter Gemüse- und Salatvariationen, Meeresfrüchte und Fisch. Fleisch, frische Nudeln und Crepes werden direkt vor den Gästen zubereitet.

Dafür müssen wir allerdings auch die unsäglich laute Musik der mexikanischen Band ertragen. Aber vielleicht spielt die ja nur zu besonderen Anlässen. An jenem Abend jedenfalls feiert eine Familien-Gesellschaft. Anlass scheint der in Südamerika so wichtigen 15. Geburtstag der Tochter - in einem nicht übersehbaren mintgrünen Kleid - zu sein.

 

Edel im Abendlicht: Brunnen auf der Plaza Independencia

Edel im Abendlicht: Brunnen auf der Plaza Independencia

Zentrum der Stadt bildet die Plaza Independencia. Ein großes Quadrat mit Wiesenflächen und Bäumen, in dessen Mitte Theater und Museum zu finden sind. Den Rand bilden Stände mit Kunsthandwerk, an denen man sehr preiswerte Schals und Ponchos, Schmuck oder auch Maté-Becher bekommt. Wie in vielen Stadtzentren riecht es nach den frisch gerösteten Nüssen und Mandeln der kleinen Verkaufswagen überall.

Von dem Platz nach Westen führt der Paseo Sarmiento mit den vielen Einkehrmöglichkeiten und Geschäften hinunter zur San Martín der Einkaufsstraße Mendozas. Hier heischen die Geschäfte mit lauter Musik und knalliger Deko um Aufmerksamkeit für die günstigen Anziehsachen, Taschen, Kosmetika und so weiter.

Wer etwas mehr Geld investieren und dafür Markenartikel erhalten möchte, fährt allerdings mit dem Bus hinaus aus der Stadt. Wie anscheinend überall gibt es auch in Mendoza eine Mall nach US-Vorbild. Zum erfolgreichen Bus fahren ist übrigens Konzentration nötig: Die Busse tragen zwei Nummern eine oben in der Frontscheibe, die andere unten. Beide gelten!

Noch gut zu Fuß erreichbar ist der Parque San Martín (Info-Nummer 420- 50 52)am westlichen Rand der Innenstadt. Am Wochenende wird er gern von picknickenden Mendocinos besucht. Ein schöner Zeitvertreib ist aber auch eine kleine Rad-Runde im Park. Für vier bis fünf ARG$ kann man sich ein Fahrrad leihen. Ansonsten bieten auch VIP-Busse zum gleichen Preis Kurztouren mit Aussichtsstopp auf dem Cerro de la Gloria an. Einen beliebten Zoo beherbergt der Park in der Nähe des Osteingangs.

 

Kompass überflüssig - geführte Cabalgata in Argentinien. Fotos: Dagny Riegel

Kompass überflüssig - geführte Cabalgata in Argentinien. Fotos: Dagny Riegel

Wer ein paar Tage in Mendoza bleibt, sollte unbedingt Zeit für Ausflüge ins Umland reservieren. Überall wird dafür geworben, und meistens ähneln sich die Angebote weitgehend. Standard sind zum Beispiel Rafting und Cabalgata, gleich Ausritt, ab etwa 50 bis 60 ARG$.

Beim Rafting muss man sich allerdings darüber im Klaren sein, dass sowohl zahmes Dahinplätschern, als auch Mann über Bord-Aktionen möglich sind. Die meisten Teilnehmer sind allerdings begeistert, auch von den Reittouren. Die Pferde sind gutmütig bis stoisch und lassen einem genügend Zeit, Berge, Bäche und Wolkenformationen zu betrachten. Daneben gibt es die Gelegenheit, ohne viel Aufwand und Geld Paragliding auszuprobieren, den Aconcagua - Südamerikas höchsten Berg - zu besteigen oder zu klettern.

Etwas ruhigere Gemüter können sich in die Thermen schwingen oder in eine Bodega, sprich: einen Weinkeller.

Oft kann man solche Aktivitäten direkt in der Unterkunft buchen. Im Savigliano Hostel (Pedro B Palacios 944; Telefon: 423- 77 56; savigliano@hotmail.com) findet man zum Beispiel die gängigen Angebote und kann auch noch kurzfristig entscheiden. Wie in den meisten Hostels begegnen sich die Reisenden auch dort offen, und man lernt schnell neue Leute kennen, die Interessantes zu erzählen haben.

Die Herberge liegt direkt am Busterminal, also nicht sehr idyllisch, bietet aber dafür gute Ausstattung zu wirklich fairen Preisen. In einem der sauberen und ordentlichen 4-6 Bett-Zimmer zahlt man beispielsweise zwölf ARG$ die Nacht, also ungefähr drei Euro, für ein Einzelzimmer etwa das Doppelte. Ein sehr einfaches Frühstück, bestehend aus Brot mit Pfirsichmarmelade, ist inklusive.

 

Weitere Informationen zu Mendoza:

Auf Spanisch: http://www.turismo.mendoza.gov.ar/

Mehr oder weniger auf Deutsch: http://www.mendozainforma.com.ar/

 

* Huarpewines.com


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