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Das Markermeer - Naherholung zwischen Nordholland und Flevoland

Geschäft auf der Insel Marken

Geschäft auf der Insel Marken. Fotos Hans-Joachim Franzen

Der Name täuscht. Im Grunde ist das Markermeer und das angrenzende Ijsselmeer ein riesiger See das den Eindruck erweckt, man befinde sich an einem Meer. Im Jahr 1932 wurde die durch heftige Meereseinbrüche entstandene Zuidersee (Südliches Meer) durch einen Abschlussdeich vom Wattenmeer abgegrenzt und es entstand das heutige Markermeer und Ijsselmeer.

Die Trockenlegung durch Polderanlagen schaffte auf der anderen Seite des Deiches einen großen Süßwassersee, was an die Landschaft und die Natur eine große Herausforderung stellte. Wieringermeerpolder, Nordost- oder Emmeloordpolder, Ostflevolandpolder, Süd-oder Südflevolandpolder wurden 1986 zur niederländischen Provinz Flevoland zusammengefasst. Es gab keine Gezeiten mehr und aus dem Salzwasser wurde erst Brackwasser und dann Süßwasser. Es entstanden Sandbänke, wo sich eine besondere Bepflanzung durchsetzte, die heute ein großartiges Naturgebiet darstellt.

 

Im Hafen der Insel Marken

Im Hafen der Insel Marken

In den Orten findet man alte Häuser mit reich verzierten Giebeln, die noch heute von dem Reichtum der damaligen Kaufleute und Fischer zeugen. Heute sorgte die Direktion Ijsselmeer mit einem umfangreichen Messnetz dafür, dass das Wasser den Normen und den Ansprüchen der Wassersportler und der Flora und Fauna entspricht.

 

Die Zielsetzung ist es durch Zufuhr und Abfluss für einen idealen Wasserpegel zu sorgen um die Wasserstraßen, den Süsswasservorrat und die Versorgung des umliegenden Landes mit Wasser aufrecht zu erhalten. Überschüssiges Wasser im Ijsselmeergebiet wird durch die Entwässerungsschleusen bei Kornwerderzand, Den Oever, Enkhuizen und Lelystad abgeführt. Die Entwässerungs- schleusen bei Nijkerk und Kampen führen das überschüssige Wasser der Randmeere ab. Bei Harderwijk steht eine Pumpanlage zur Durchspülung.

Obwohl die Gesamtwasseroberfläche zweitausend Quadratkilometer beträgt kommt es in den Sommermonaten zu Engpässen, die dazu führen, dass nur noch für die Trinkwasserversorgung Wasser entnommen werden darf. Im allgemeinen ist die Wasserqualität des Gebietes sehr gut. Nur ab und zu sorgen erhöhte Zufuhren an Phosphat und Chlorid der angenzenden Flüsse für ehöhte Stickstoffwerte und Säuregehalt.

 

Am Markermeer nördlich der Insel Marken

Am Markermeer nördlich der Insel Marken

Außerdem sorgt die Direktion auch dafür, dass der Salzgehalt im Markermeer, der ausschließlich aus dem brackigen Grundwasser von Süd-Flevoland stammt, durch einen regelmäßigen Austausch durch das süßere Wasser des Ijsselmeeres aufgefrischt wird. In den Sommermonaten wird das IJsselmeerwasser über die Schleusen im Houtrib-Deich bei Lelystad und Enkhuizen eingeleitet, wobei ein Teil des Markermeerwassers über die Oranje-Schleusen bei Schellingwoude, den Nordseekanal sowie die Schleusen des Pumpwerkes bei Ijmuiden abgeführt wird.

Durch den Deich des Houtrib-Deiches zwischen Lelystad und Enkhuizen im Jahre 1975 war das Markermeer entstanden. Dieser Deich trennt heute das Markermeer völlig vom IJsselmeer . Nordholland, Süd-Flevoland und Marken werden durch den Houtrib- Deich gegen Überflutung vom IJsselmeer geschützt. Außerdem stellt der Deich Lelystad-Enkhuizen eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen Nordholland und Flevoland dar. Ein Warnungsdienst für die Deiche des Ijsselmeeres des Ministeriums für Verkehr, Wasserwirtschaft und öffentliche Arbeiten sorgt dafür, daß die Deichverwalter, zum Beispiel bei Stürmen, gewarnt werden und informiert über aktuelle Wasserstände und Wellenhöhen. Diese Organisation holt Informationen ein und koordiniert gemeinsam mit den betroffenen Provinzen den Einsatz von Hilfsdiensten auch zum Beispiel bei Schiffsunfällen.

Ein dreißig Kilometer langer Abschlussdeich sorgt am Ijsselmeer dafür, dass vom Wattenmeer kein Salzwasser einströmen kann. Durch ein ausgeklügeltes System an Schleusen ist auch dafür gesorgt, dass der Schiffsverkehr ungehindert dieses Seengebiet befahren kann.


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