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Johanniter-Ritter retteten Malta vor den Türken

Der deutsche Großmeister Ferdinand von Hompesch.

Die Ritter hielten stand und siegten schließlich, gestützt durch ein 8000 Mann starkes Ersatzheer aus Sizilien. Sultan Suleiman zog sich zurück, und der berüchtigte Pirat Dragut, von Suleiman zur Hilfe gerufen, fiel von den Mauern von St. Elmo von einer Kanonenkugel getroffen.

 

Der Johanniterorden unter der Führung des Großmeisters Jean Parisot de la Valette hatteEuropas Südflanke erneut erfolgreich gegen die Türken verteidigt. Ihm zu Ehren nannte man später die auf der Halbinsel Sciberras errichtete Stadt „Valletta".

 

Nach dem Sieg über die Türken widmeten sich die Ritter dem weiteren Ausbau von Malta und Gozo. Es folgte eine Blütezeit derArchitektur und des kulturellen Lebens. Es entstanden die wunderbaren Bauwerke, die wir heute noch in Malta bewundern können.

 

Aber mit dem steigenden Wohlstand schwand die Sicht für die ursprünglichen Aufgaben des Ordens. Hochmut, Disziplinlosigkeit und Ausschweifungen setzten ein. Und wie bei vielen untergegangenen Gesellschaften zuvor zeigte sich auch bei den Rittern, daß „gute Jahre" ohne moralische Leitlinien den Keim des Untergangs in sich tragen.

 

Als Napoleon 1798 auf seinem Weg nach Ägypten mit einer Flotte und 58000 Mann „Station auf Malta machen wollte" - unter dem Vorwand, Wasser und Proviant aufnehmen zu wollen -, ergaben sich die bequem gewordenen Ritter kampflos.

 

Der Orden zerstreute sich in alle Winde. „Malta hatte gewaltige Befestigungen, aber keinerlei moralische Stärke", befand Napoleon später als Erklärung für seinen unerwartet schnellen Sieg. Er hatte recht.

Frankreichs Herrschaft in Malta dauerte allerdings nur zwei Jahre, dann revulotionierten die Malteser und riefen die Engländer zur Hilfe. Den Briten diente die Insel über 150 Jahre bis nach dem Zweiten Weltkrieg als mächtiger Stützpunkt ihrer Flotte.

 

Am 21. September 1964 wurde Malta unabhängig und am 13. Dezember1974 zur Republik erklärt.

 

Urlaub-im-web-Tipp:

 

Wer den Palast der Großmeister in Valletta besucht, sollte es nicht versäumen, sich in der oberen Etage den Gobelin-Saal anzuschauen. In dem ehemals als Parlament genutzten Raum hängen Wandteppiche, die der Großmeister Perellos (1710) den Maltesern spendete.Farbenfroh werden darauf Jagdszenen aus den verschiedenen Kontinenten (Australien war noch nicht entdeckt) abgebildet. Die Teppiche waren eine Sensation, denn sie zeigen für die Malteser vormals unbekannt Motive wie Elefant, Annanas, Indianer, Strauß, Papagei und vieles mehr.


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