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Meeru Island auf den Malediven - das Paradies für Flitterwochen
von Alexandra Gildenpfennig
"Wohin soll die Reise gehen?", das war die Frage, die zuerst im Raum stand, als es darum ging, unsere Flitterwochen zu planen. Doch überlegt habe ich nicht lange. Die Malediven, das war mein Ziel. Traumhafte Inselwelten, türkisfarbenes Wasser und weißer Pulversand, so stellte ich mir das Paradies vor. Und ich sollte nicht enttäuscht werden.
Nach circa zwölf Stunden Flug landeten wir in der Hauptstadt Male. Bereits vom Flugzeug aus konnte man kleine Atolle erkennen. Ich bestaunte die Farben des Meeres, das von einem herrlichen Türkis bis hin zum Dunkelblau in jeglichen Blautönen schimmerte. Als wir aus dem Flugzeug stiegen, traf uns eine Welle aus Schwüle und Hitze. Die tropischen Temperaturen sind ungewohnt, wenn man nur einen deutschen Sommer gewöhnt ist.
Der verhältnismäßig kleine Flughafen machte auf den ersten Blick nicht den Eindruck, dass auf exakte Organisation Wert gelegt werden würde. Doch wir wurden eines besseren belehrt. Kaum waren wir aus dem Flughafengebäude ins Freie getreten, kam auch schon eine nette Dame der Reisegesellschaft auf uns zu und wies uns den Weg. Der Koffer wurde uns fast unbemerkt aus der Hand genommen und von einem schlaksigen Malediver an den Steg getragen.
Die kurze Wartezeit auf das Boot, dass uns nach Meeru Island fahren sollte, überbrückten wir mit einer eiskalten Cola im angrenzenden Lokal. Die Überfahrt dauerte 50 Minuten und verschaffte mir durch den Fahrtwind eine echte Abkühlung. Durch den Lärm, den die Bootsmotoren verursachten war an eine Unterhaltung nicht zu denken. Das bot mir die Möglichkeit die vorbeiziehenden Inseln in aller Ruhe zu bestaunen und mich selbst zu zwicken, um zu realisieren, dass ich im Paradies gelandet war.
Das Boot näherte sich Meeru Island, die Wasserfarbe wechselte von tiefblau bis helltürkis, die Motoren verstummten und es setzte eine überwältigende Stille ein. Kein Lüftchen bewegte sich, als ich meine Füße, die leider immer noch in Turnschuhen steckten, in den warmen Sand setzte. Palmen säumten den Strand, am Himmel zeigten sich keine Wolken und die Sonne brannte auf uns nieder. Begrüßung, erste Informationen und Schlüsselübergabe verliefen äußerst nett und problemlos. Ein Hotelboy trug unsere Koffer zu unserem süßen kleinen Bungalow.
Die Bungalow-Reihen waren dezent in die Landschaft eingegliedert und wirkten nicht überladen. Das Häuschen mit einem großen Doppelbett, Klimaanlage und Außenbad war niedlich und hübsch eingerichtet. Das freie Bad war nur teilweise überdacht, aber das Duschen unter Palmen war jeden Tag ein ganz besonderes Erlebnis. Zudem hatten wir noch einen Mitbewohner im Bad, Mr. Gecko wie wir ihn nannten, der sich ab und zu blicken ließ.
Die Insel gehört zwar zu einer der Größeren, wir waren aber bei unseren Spaziergängen in rund einer halben Stunde einmal rum und wir sind wirklich sehr langsam gegangen.
Von allen Seiten bietet die Insel einen traumhaften Blick auf Meer, Palmen und Strand. Gelegentlich legten wir uns in eine der Hängematten, die zwischen den Palmen direkt am Wasser befestigt waren. Wir begegneten nur selten anderen Urlaubern, obwohl die Insel zu diesem Zeitpunkt fast ausgebucht war. Es kam vor, dass wir uns in den Sand setzten und weit und breit niemand vorbei kam. Unser Tag bestand aus Dösen, ein wenig Schwimmen und Spaziergängen am Wasser. Nach drei Tagen wurden wir dann wieder aktiver und unternahmen einen Schnorchelversuch.
Die kleinen und großen Fische waren bereits in Strandnähe zahlreich und vielfältig. Trotzdem entschieden wir uns für sechs Dollar einen Ausflug zum Hausriff zu unternehmen. Mit großen Erwartungen stieg ich, mit Flossen und Taucherbrille bewaffnet, ins Meer und sah gleich unzählige Fische um mich herum schwimmen.
Jedoch boten die Korallen eher ein trostloses Bild, denn viele waren abgestorben. Trotz dieser kleinen Enttäuschung machte das Schnorcheln großen Spaß.
Abends gingen wir immer in unsere kleine Beachbar. Da die Sonne auf den Malediven bereits um 18 Uhr untergeht, war der Besuch noch vor dem Abendessen Pflicht. Von gepolsterten Sesseln aus betrachteten wir jeden Abend den romantischen Sonnenuntergang und warteten bei einem Cocktail auf die Sterne, die mir hier zum Greifen nahe schienen und so hell leuchteten, wie ich es noch nie gesehen habe. Ja, wir waren im Paradies!





