URLAUB IN JORDANIEN - MADABA
Suchen und buchen - Aktuelle Angebote Jordanien
Madaba - Stadt der Mosaike
Das Haschemitische Königreich Jordanien ist ein vergleichweiser junger Staat, der erst 1946 in seiner jetzigen Form entstanden war. Allerdings befindet sich der Staat Jordanien auf uraltem Kulturland und die Vorfahren der heutigen Jordanier lebten bereits vor über 2000 Jahren in dieser Region. Die Region war immer von zahlreichen Verbindungswegen - Karawanenwegen - zwischen dem Roten Meer, dem Mittelmeer und den Wüstenregionen östlich und südlich, durchzogen.
In jordanischer Erde verbergen sich ungeahnte Kulturschätze, darunter bezaubernd schöne Mosaike aus der Zeit der Römer, der Byzantiner und der frühislamischen Periode.
Folgt man von der jordanischen Hauptstadt Amman aus der alten Königsstraße nach Süden erreicht man nach einer etwa halbstündigen Fahrt die Kleinstadt Madaba. Über die Grenzen Jordaniens hinaus ist Madaba als "Stadt der Mosaike" bekannt. Die meisten dieser lange verschütteten und deshalb oft erstaunlich gut erhaltenen Meisterwerke sind über 1400 Jahre alt. Madaba selbst ist seit rund 4500 Jahren bewohnt.
Schon im Alten Testament wird die Stadt Medeba im Reich der Moabiter erwähnt (4. Buch Moses 21, 30 und Josua 13, 9-16). Auch auf der berühmten Moabiter Stele, die 850 von Christus Geburt vom Moabiterkönig Mesha errichtet wurde, um seine zahllosen Siege zu feiern, erscheint der Name der Stadt. Nach moabitischer und nabatäischer Herrschaft wurde Madaba zur Zeit Kaiser Trajans 106 n. Chr. Teil der römischen Provinz Arabia.
Im 1. Jahrhundert n. Chr. verbreitete sich das Christentum zügig im Nahen Osten. Nach Jahrzehnten intensiver Christenverfolgung wurde ab dem 4. Jahrhundert das Christentum die vorherrschende Religion im römischen Reich.
Im 5. Jahrhundert wurde die Stadt Madaba sogar ein bedeutender Bischofssitz. Daraufhin wurden hier zahlreiche Kirchen gebaut, besonders viele im 6. und 7. Jahrhundert. Seiner religiösen und politischen Bedeutung angemessen wurde Madaba schon seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. oft besuchtes Ziel von Besuchern und Pilgern aus aller Welt.
Nicht zuletzt wegen des nahegelegenen Berg Nebo, von dem Moses das gelobte Land erblickte, und aufgrund der Nähe zu Bethanien östlich des Jordans, der Wirkungsstätte von Johannes dem Täufer und dem Ort der Taufe Jesu, war Madaba ein Zentrum des christlichen Glaubens.
Heute ist Madaba besonders für seine wunderbare byzantinische Mosaiklandkarte aus dem 6. Jahrhundert n. Chr., die das gesamte Heilige Land mit Jerusalem als Mittelpunkt sowie zahlreiche Szenen aus dem Alten und Neuen Testament zeigt, bekannt. Die Landkarte wurde 1896 entdeckt. Sie hatte ehemals eine Größe von 25 mal 5 Metern und wurde aus zwei Millionen Mosaiksteinen gelegt. Noch heute schmückt sie den Fußboden der St. Georgs Kirche der griechisch-orthodoxen Gemeinde Madabas.
Madaba Archaeological Park
Die Mosaiklandkarte ist Madabas bekanntester Schatz aber bei weitem nicht der einzige. Nur einen fünfminütigen Spaziergang von der St. Georgs Kirche entfernt liegt der Madaba Archaeological Park im Zentrum der Stadt.
Beeindruckende Kirchen- und Hausmosaike aus der späten byzantinischen Epoche und der frühen islamischen Periode können im Park bequem von Pilgern, Gelehrten und Touristen besucht werden.
Das bisher älteste in Jordanien gefundene Mosaik wird hier ausgestellt. Es stammt aus den Bädern des Herodes-Palastes von Mukawir (weiter südlich an der Königsstraße gelegen) und wurde im 1. Jahrhundert vor Christus erschaffen.
Weitere bedeutende Mosaike im Park stammen aus der Kirche der Jungfrau und aus den Hippolytus-Hallen, einem reichen byzantinischen Privathaus. Weitere Höhepunkte sind die Mosaike in dem 1985 entdeckten sogenannten ausgebrannten Palast, einem weiteren Wohnhaus aus byzantinischer Zeit, in der Kirche der Sunna Familie und in der Märtyrerkirche. Der gesamte Park ist bis auf die Kirche der Jungfrau und die Hippolytus-Hallen nicht überdacht.
Der Madaba Archaeological Park wurde als eine stille Oase alter Kultur und Kunst im Zentrum einer modernen jordanischen Stadt konzipiert. Der Park umschließt Kirchen und Gebäude aus dem 5. bis 7. Jahrhundert n. Chr., die die alte Kolonnadenstraße des römischen Madaba flankierten. Das umgrenzte Gebiet erlaubt den Besuchern in Ruhe auf den antiken Straßen zu spazieren und Mosaike an ihren ursprünglichen Plätzen mitsamt anderen Mosaiken, die in der Nähe Madabas ausgegraben wurden und nun an den Mauern des Parks hängen, zu entdecken.
Weitere Ausgrabungen im südlichen Madaba führten zur Entdeckung der Kathedrale, der Kirche des Heiligen Theodorus, der Apostelkirche, der Jahreszeiten-Villa, der Archilles-Villa, der Villa der Bacchusprozession, der Paradies-Villa und der Kapelle der Twal-Familie. Die meist blumigen Namen der archäologischen Stätten leiten sich von den dort gefundenen farbenprächtigen Mosaiken her, die jetzt im Madaba Archaeological Museum ausgestellt werden.




