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Luzern - Urlaub in der Postkartenstadt

Sicht auf Luzerns Altstadt. Fotos: Swiss-Image
Luzern - Hauptstadt des gleichnamigen Kantons - wird gern als Stadt der vielen Gesichter beschrieben, was zunächst einmal von der wunderschönen Lage an Vierwaldstättersee und den beiden Berggiganten Pilatus und Rigi herrührt. Man kommt schnell auf den Gedanken, dass man selbst dorthin mit Sicherheit auch eine Stadt gebaut hätte. Den oft so heiklen Vergleich von Realität und Postkartenansicht braucht Luzern jedenfalls nicht zu scheuen. Die Attraktionen der kleinen mittelalterlichen Stadt sehen auch in echt gut aus: beispielsweise die schönen alten Gassen, mondäne Hotels, die Seepromenade und natürlich die Kapellbrücke mit den phantastischen Giebelgemälden von Kriegen in alter Zeit.
Außerdem gibt es eine imposante Reihe namhafter Luzern-Begeisterter zum Vorzeigen: Richard Wagner komponierte hier, Mark Twain und Leo Tolstoi waren schon zu Gast, auch Goethe und Schiller stiegen hier ab. Und mit Picasso (im Am-Rhyn-Haus), Erni, Toscanini kommen noch ein paar klingende Namen dazu, die zur Vielfältigkeit Luzerns gehören wie die neuesten Kinofilme, die ältesten Gletscherfunde, spannende Sportveranstaltungen, entspannende Theaterabende, lautes Brauchtum an der Fasnacht, leise Töne im Konzertsaal, mehr als 10 lebendige Museen und ein "sterbender Löwe".

Postkartenerprobt: Die Kapellbrücke.
Nicht erst heute ist Luzern Brückenstadt; dass hier schon um 1400 vier Brücken standen, gilt als beispiellos in ganz Europa. Die um 1250 entstandene Hofbrücke (die im neunzehnten Jahrhundert abgerissen wurde) und die um 1300 erbaute Kapellbrücke, mit dem Wasserturm Wahrzeichen Luzerns, waren Teil der Stadtbefestigung. Die heute wenig attraktiv erscheinende Reussbrücke war der älteste Flussübergang und trug entscheidend zur Entstehung der Stadt bei. Nicht entgehen lassen sollte man sich die Kapellbrücke, die als älteste erhaltene Holzbrücke Europas im Giebel auch noch einen im siebzehnten Jahrhundert entstandenen Bilderzyklus auf dreieckigen Tafeln zeigt. Ein Großteil der Brücke und der Bilder wurde vor einigen Jahren durch einen Brand fast vollständig zerstört, konnte bald darauf aber weitgehend rekonstruiert werden. Die zweite Holzbrücke Luzerns, die Spreuerbrücke, entstand um 1408 und ist ebenfalls mit einem Bilderzyklus aus dem siebzehnten Jahrhundert bestückt, dem berühmten Totentanz auf 65 Tafeln von Caspar Meglinger.

Dampfer auf dem Vierwaldstätter See.
Luzern ist aber auch eine Stadt der historischen Plätze, Paläste und Kirchen. Auf dem Kornmarkt wurde im Mittelalter ein öffentliches Kaufhaus errichtet, was auch als Kornhaus diente und später zum Rathaus umgebaut wurde. Auch Kapellplatz, Hirschen-, Mühle- und Franziskanerplatz haben noch Reste ihres historischen Cachets bewahrt. Hofkirche, Rathaus und Ritterscher Palast sind wichtige Denkmäler der Spätrenaissance, während die Jesuitenkirche zu den bedeutendsten Barockkirchen zählt. Die Franziskanerkirche gilt als schönste gotische Kirche der Innerschweiz.
Für Geschichts- und Kunstfans hört die Liste sehenswerter Orte in Luzern einfach nicht auf. So lohnt es sich, die 800 Meter lange Museggmauer mit ihren Türmen aufzusuchen, die um 1400 entstand und als eine der am besten erhaltenen und längsten Wehrmauern der Schweiz gilt.
Zu einem Stadtrundgang gehören auf jeden Fall auch "der sterbende Löwe" des dänischen Bildhauers Thorwaldsen, den Mark Twain zum “traurigsten und bewegendsten Stück Stein der Erde” erhob, das Bourbaki-Panorama als eines der wenigen erhaltenen Monumental-Rundgemälde der Welt und der Gletschergarten, wo es dann heißt, "vom subtropischen Palmenstrand zur Gletscherwelt der Eiszeit". Das eindrückliche Naturdenkmal kann mit riesigen Gletschertöpfen und Findlingen aus der Eiszeit vor etwa 15000 bis 20000 Jahren und mit 20 Millionen Jahre alten versteinerten Muscheln und Palmblättern aufwarten.

Kaffeetrinken mit Stil und Blick auf Reuss und Jesuitenkirche.
Und noch ein luzerner Superlativ: Hier kann man die weltweit grösste Raddampfer-Flotte auf einem Binnensee bestaunen und selbstverständlich auch selbst nutzen.
Ganzjährige Verbindungen zu den Bergbahnen und Ferienorten am See laden zu Ausflügen mit Elemente-Wechsel ein. In der Saison startet in Luzern jede Stunde ein Schiff nach Flüelen und Alpnachstad. Spezialfahrten wie Fondue-Schiff, Musik-, Frühstücks- und Sonnenuntergangsfahrten laden ein zum Vergnügen pur.
Wer auf Unterhaltungssuche ist, dürfte in Luzern keine Probleme haben, seinen Urlaub entsprechend auszustatten, im Sommer präsentiert sich die Stadt immer wieder in Feierlaune.
Seit Jahren Mal lockt das Blue Balls Festival als grösste Blues Session der Schweiz zahlreiche Menschen im Juli nach Luzern. Neben den Hauptveranstaltungen im Kultur- und Kongresszentrum Luzern finden im Rahmen des Festivals auch Openair Konzerte im Pavillon am See und damit besonders reizvoll statt.
