URLAUB IN ÄGYPTEN - LUXOR
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Auf den Spuren der Pharaonen - Urlaub im sagenumwobenen Luxor
Das geheimnisvolle Luxor, am rechten Nilufer gelegen, lockt seit langem Touristen aus aller Welt an. Und ein Urlaub in der heimlichen Kulturhauptstadt Ägyptens hat wirklich grandioses zu bieten. Egal ob prachtvolle Anlagen, mächtige Statuen oder kunstvolle Wandmalereien, man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und wähnt sich in längst vergangenen Zeiten.
Einst gehörten die Tempelanlagen von Luxor zu der alten ägyptischen Hauptstadt Theben. Mittlerweile ist die Stadt mit ihren insgesamt 150 000 Einwohnern zum touristischen Zentrum ausgebaut. Im Herzen des Orts liegt der berühmte Luxortempel, den man sich im Urlaub auf gar keinen Fall entgehen lassen sollte. Aber auch das Museum für altägyptische Kunst und das Mumienmuseum sind unbedingt einen Besuch wert.
Kultururlaub in Luxor: Der Große Hof des Amun-Tempel
Die Tempelanlagen in Luxor entstanden als Nebenkultstätte des großen Amun-Tempels von Karnak. Sie spielten eine zentrale Rolle bei den bekannten Opet-Feierlichkeiten. Menschenmengen pilgerten fröhlich von der Anlage in Karnak zum Luxor Tempel. Die Sphingenallee, von der noch Reste an den Eingängen der Tempel zu sehen sind, zeugt bis heute von der Verbindung der beiden Anlagen.
Der erste Pylon am Eingang der Anlage stammt aus der Zeit Ramses II (1279-1213). Ursprünglich standen hier sechs übergroße Statuen des Pharaos, von denen nur noch zwei circa 14 Meter hohe, sitzende Standbilder übrig sind. Sie schmückten gemeinsam mit zwei Rosenquarzobelisken den Eingang. Der kleinere westliche Obelisk wurde im 19. Jahrhundert an Frankreich verschenkt und ziert seitdem den Place de la Concorde in Paris. Die Tortürme des Eingangspylones tragen Reliefs der Schlacht von Kadesch (1275). Sie stellen den Sieg Ramses´ II über die Hethiter dar. Als nächstes betritt man den Großen Hof. Im linken Teil befindet sich die Moschee des Abu-al-Haggag. Ihm gegenüber, auf der rechten Seite, liegt die Kapelle der Hatschepsut. Sie wurde unter Ramses II errichtet und ist mit reichen Reliefs verziert. Ihr Inneres birgt drei Räume. Im Mittleren wurde einst die Barke des Gottes Amun aufbewahrt. Die Äußeren waren seiner Gattin Mut und dem Sohn Chons geweiht.
Das Hofinnere wird von 74 zweireihigen Papyrusbündelsäulen umgeben. An den Außenwänden luken zwischen ihnen ab und an Ramsesstatuen hervor. Bis auf eine schwarze Skulptur sind alle aus rotem Granit gefertigt. Eine sehr interessante Entdeckung macht man am Hofausgang. Die hintere Säulenreihe verdeckt ein Bildnis des ersten Pylon. Es zeigt die Anlage in ihren Prachtzeiten, also die Tempelfassade in Einklang mit den beiden Obelisken und den sechs mächtigen Ramsesskulpturen.
Die Kolonnade und der Hof des Amenophis
Nach dem zweiten Pylon geht es durch einen doppelreihigen Säulengang. Die Kolonnade wurde unter Amenophis III (1390 – 1353 v. Chr.) errichtet und wirkt mit ihren 16 Meter hohen Papyrusbündelsäulen ehrfurchtgebietend. Die Seitenschiffe des Säulengangs entstanden erst unter Tutanchamun und Haremhab. Sie sind mit sehr eindrucksvollen Wandreliefs verziert, welche die Prozessionen zum Opetfest zeigen.
Als nächstes gelangt man in den offenen Hof des Amenophis. Bei Restaurierungsarbeiten wurde hier 1989 ein unglaublicher Fund gemacht. Zum Vorschein kamen 26 Statuen in sehr gut erhaltenem Zustand. Zum einen fanden sich Abbilder der Pharaonen Amonophis III und Haremhab und zum anderen stellten sie die Götter Atum, Hathor, Inuit und eine Sphinx Tutanchamuns´ dar. Sie werden im Museum für ägyptische Kunst ausgestellt. Es lohnt sich also auch mal im Urlaub ein Museum von innen zu sehen.
Zwischen der Hofanlage und dem Quersaal liegt die eigentliche Vorhalle der Tempelanlage. Hier stößt man erneut auf die typischen gewaltigen Papyrusbündelsäulen. Es sind 32 an der Zahl. Die Wandreliefs zeigen Darstellungen der Pharaonen vor den Göttern. Zu beiden Seiten gibt es jeweils eine kleine Kapelle. Sie waren der Göttin Mut und ihrem Sohn, dem Mondgott Chons geweiht.
Der nun folgende Quersaal hat eine ganz besondere Vergangenheit. Unter der römischen Herrschaft wurde er in eine Kapelle für den Kaiserkult umgewandelt. An den Wänden blicken allerdings wieder die alten Reliefs hervor, die von der geheimnisvollen Pharaonischen Zeit zeugen.
Das Sanktuar Alexander des Großen und die hinteren Tempelräume
Und weiter geht der Weg in diesem beieindruckenden Zeugnis der Geschichte. Durch das viele Gehen mutet die Bildungsreise schon beinahe wie ein Aktiv-Urlaub an. Der nächste Raum auf der Wanderroute ist das Sanktuar Alexanders des Großen. Ursprünglich wurde das Heiligtum von vier Säulen getragen, dann allerdings unter der Herrschaft Alexanders umgebaut. Von nun an wurde die heilige Amunbarke in einer Kapelle aufbewahrt. Durch einen Bruch in der Mauer gelangt man in einen Saal mit zwölf Säulen. Dem wiederum folgen drei Kapellen. Erneut erzählen abwechslungsreiche Reliefs von der Herrschaft des Königs und den Göttern Atum, Horus und Amun.
Neben dem Sanktuar liegt der sogenannte Geburtssaal. Der Name verrät den Inhalt der Wandmalerei: Sie stellen die göttliche Geburt des Amenophis III und seine Krönung dar.
Tipps für den Urlaub in Luxor
Besonders abends lohnt sich ein Besuch der Tempelanlage. Zum einen sind die Temperaturen in den Sommermonaten dann erträglicher und zum anderen erstrahlt die Stätte im Glanze des Scheinwerferlichts. Diesen herrlichen Anblick sollte man sich nicht entgehen lassen. Deshalb ist die Anlage auch bis in die Abendstunden geöffnet, - im Sommer von 6 bis 22 Uhr und im Winter von 6 bis 21 Uhr.
Text: Ragah Kamel




