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Lüneburg - im Mittelalter eine mächtige und blühende Großstadt

Die typischen Bürgerhäuser. Fotos: Tourist-Information Lüneburg

Das heute relativ kleine, wirtschaftsschwache Lüneburg mit seinen 65 000 Einwohnern lässt kaum vermuten, dass es im Mittelalter eines der mächtigsten und blühendsten Städte Deutschlands war.

 

Schlendert der Urlauber heute durch seine Straßen, so fallen ihm jedoch die vielen denkmalgeschützten und historischen Gebäude auf, von denen zahlreiche an die Geschichte der Salzgewinnung erinnern.

Aufgrund seiner salzhaltigen Wasserquelle erlangte die Stadt im Mittelalter großen Reichtum. Daher ist ihre Geschichte eng an die ihrer Saline gebunden, mit denen das Salzwasser in großen Siedepfannen erhitzt wurde. Die dadurch gewonnenen Salzkristalle wurden im Mittelalter fast mit Gold aufgewogen. Zu dieser Zeit war die Saline der größte Industriebetrieb.

Zwischen 1460 und 1530 erlebte die Salz- und Fernhandelsstadt ihre Blütezeit. Die wohlhabenden Lüneburger konnten es sich leisten, ihre Häuser im Stil der Gotik mit Backsteinen zu bauen. So entstanden die zahlreichen Bürgerhäuser mit ihren Treppengiebeln, die auch heute noch das Stadtbild prägen. Die Treppengiebel wurden allerdings an die Mode des Barocks Der Grund für den großen Bedeutungsverlust Lüneburgs war sicherlich die einseitige Wirtschaftsstruktur, die nur auf Salz ausgerichtet war sowie die Konkurrenz in Südeuropa.

Ihren Charme hat die Stadt jedoch nicht verloren: wie nur wenige andere hat sie ihr mittelalterliches Stadtbild mit den typisch norddeutschen Backsteinhäusern erhalten.

In der Umgebung der Saline weisen noch viele Straßennamen auf die salzige Vergangenheit hin: Sülztorstraße, Salzbrückerstraße, Neue Sülze und im Hafenbereich stehen noch alte Speicher - hier wurde das Salz in die Kähne verladen.
Das Verkehrsamt bietet übrigens eine besondere Führung für diejenigen an, die in Lüneburg den Spuren des Salzes folgen möchten.
Im "Deutschen Salzmuseum" sind historische und moderne Siedeanlagen zu sehen, zudem gibt es anschaulich aufbereitete Informationen rund um das Thema Salz.
Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-17 Uhr, vom 1.10 bis 30.4. 10-17 Uhr, Sa u. So 10-17 Uhr, täglich einstündige Führungen Mo-Fr 11, 12.30, 15 Uhr, Sa u. So 11.30 u.15 Uhr
Sülfmeierstraße 1, Tel.: 04131/45065.

Lüneburg aus der Vogelperspektive.

Neben den historischen Gebäuden, die an die Salzgeschichte der Stadt erinnern, hat Lüneburg noch mehr zu bieten. Um 1600 war es in vier Stadtviertel gegliedert: Das Markt-, Sülz-, Sand-, und Wasserviertel.

Der Alte Kran von der Lüneburger Feuerwehr nahe dem Fischmarkt im Wasserviertel ist das Wahrzeichen der Stadt schlechthin. Im Inneren befinden sich zwei hölzerne Laufräder mit einem Durchmesser von jeweils fünf Metern. Bis 1860 löschte man auf diese Weise Güter im Hafen.

Der Wasserturm von 1530 erinnert an einschlägige Hygienebestimmungen. An festgelegten Tagen des Monats wurde hier das Ilmenau-Wasser zum Zweck der Bierherstellung entnommen. Der Bevölkerung war es dann untersagt, Fäkalien in den Fluss zu schütten!

Im Sandviertel befindet sich der Platz Am Sande, auf dem Lüneburger Bürgerhäuser aus allen Zeit und Stilepochen zu bewundern sind. Der Platz selber war im Mittelalter ungepflastert, also sandig. Dort stellten die Fuhr- und Kaufleute ihre Pferdefuhrwerke und Ochsenkarren ab und boten ihre Waren ebenso feil wie sie Lüneburger Waren, zum Beispiel Salz, kauften.

Ein schönes Beispiel für die späte Ausprägung des Lüneburger Bürgerhauses ist die Alte Rathsapotheke von 1598. Sie besitzt ein prächtiges Sandsteinportal und einen verzierten Giebel.

Außerdem ist ein Besuch der St. Johanniskirche sehr empfehlenswert. Diese imposante gotische Hallenkirche mit ihren fünf Schiffen ist das älteste erhaltene Gotteshaus Lüneburgs und stammt teilweise noch aus dem späten 13. Jahrhundert.

Im Lüneburg des 16. Jahrhundert gab es ungefähr 80 Brauereibetriebe. Das traditionsreiche Lüneburger Kronen-Brauhaus befindet sich im Keller des Hauses Heiligenstraße Nr. 39.

Das Salzviertel in der westlichen Altstadt findet man den Rathausgarten, der wochentags geöffnet ist. Mit dem Rücken vor Eingang C stehend, hat man einen wunderschönen Blick auf den Glockenturm des Lüneburger Rathauses.


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