URLAUB IN PERU - LIMA

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Urlaub in Lima – Geschichte und Kultur in Perus Hauptstadt

Kathedrale von Lima bei Nacht

Kathedrale von Lima bei Nacht. Foto: Aníbal Solimano/PromPerú(PP)

Die peruanische Hauptstadt Lima liegt an der zentralen Pazifikküste, eingegrenzt zwischen Meer, Wüste und den Ausläufern der Anden. In der angrenzenden Hafenstadt Callao, dort wo sich der internationale Flughafen von Lima befindet, beginnt für die meisten Reisenden der Peru-Urlaub. Der bedeutende Hafen machte Lima seit jeher zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt in Peru. Mittlerweile sind die beiden Städte zusammengewachsen. Errichtet wurde Lima am 18. Januar 1535 auf Befehl des spanischen Konquistadoren Francisco Pizarro, der die Stadt im Schachbrettmuster anlegen ließ. Die Stadt wurde auf den Trümmern der alten Königsstadt (Ciudad de los Reyes), am Fluss Rímac angelegt, von dem sich auch der Name Lima ableitet.

 

Damals ahnte man noch nicht, dass die Region eine der erdbebenreichsten Perus ist. Bis heute erschütterten zahlreiche Erdbeben die peruanische Hauptstadt, am schlimmsten traf es Lima in den Jahren 1687 und 1746. Doch die Stadt, die die Konquistadoren zunächst nach andalusischem Vorbild mit prächtigen Parks, Villen und Palästen anlegten, wurde immer wieder neu aufgebaut. Bis ins 19. Jahrhundert nannte man Lima aufgrund der umliegenden Plantagen und zahlreichen Parks auch „Gartenstadt“. Von diesem Namen ist Lima heute weit entfernt, denn außer der barocken Altstadt, gibt es nur wenig zu sehen, in der größten Stadt Perus.

 

Limas Altstadt - Plaza de Armas

Limas Altstadt - Plaza de Armas. Foto: A. Solimano/PP

Lima dehnt sich samt seiner Vororte von Nord nach Süd über 60 Kilometer aus, von Ost nach West etwa 30 Kilometer. Die gewaltigen Ausmaße lassen bereits erahnen, dass hier viele Menschen leben. Die offiziellen Angaben beziehen sich auf etwa 7 Millionen Einwohner, andere Quellen sprechen von geschätzten zehn bis zwölf Millionen. So genau weiß es niemand, denn seit den 50er Jahren, als die Landflucht einsetzte und die indigene Bevölkerung zu Tausenden in die Großstadt strömte, wächst Lima unaufhörlich. Die Zuwanderer leben meist in den Außenbezirken der Hauptstadt, in sehr ärmlichen Verhältnissen. „Pueblos jóvenes“ (junge Dörfer) nennt man in Lima das, was in Rio die Favelas sind.

Limas Altstadt

Doch auch Lima hat einige schöne Seiten, die man sich im Peru-Urlaub nicht entgehen lassen sollte. Dazu gehört ein Spaziergang durch das historische Lima, das etwa 15 Kilometer landeinwärts liegt. Zentraler Treffpunkt ist der Plaza Mayor – oft auch Plaza de las Armas genannt, da hier früher die Waffen gelagert wurden. Den Platz flankieren prächtige Gebäude: An der Südostseite steht die Kathedrale, die ursprünglich aus dem Jahr 1555 stammt. 1746 verlieh man ihr nach einem schweren Erdbeben ein neues Aussehen. Neben der Kathedrale erhebt sich der Palacio de Arzobispo (Palast des Erzbischofs), dabei handelt es sich um eine Rekonstruktion aus dem Jahr 1924. Wo heute der Palacio de Gobierno (Regierungspalast) steht, befand sich einst der zweistöckige Palast von Francisco Pizarro. Dort wurde der ruhmreiche Konquistador auch ermordet, seine sterblichen Überreste liegen angeblich in einer Kapelle der Kathedrale.

 

Limas modernes Geschäftsviertel San Isidoro

Limas modernes Geschäftsviertel San Isidoro. Foto: CC/Christian911

Lima ist nicht nur das wirtschaftliche und politische Zentrum von Peru, die Stadt hat auch in Sachen Kultur einiges zu bieten. 1551 wurde die Universität San Marcos gegründet, sie war die erste Hochschule auf dem amerikanischen Kontinent und existiert bis heute. Wer im Urlaub gerne Museen durchstreift, kommt in Lima ebenfalls auf seine Kosten. Vor allem das Goldmuseum (Museo del Oro del Perú), das Kunstmuseum (Museo del Arte) und das Museo Nacional de Arqueología, Antropología e Historia del Perú bieten ihren Besuchern einen guten Einblick in die jahrtausendealte Kunst, Kultur und Geschichte Perus.

 

Ein weiterer Höhepunkt im Stadtzentrum ist der Besuch der Kirche und des Klosters San Francisco, die zu den schönsten Barockwerken Limas gehören. Im Innenhof des Konvents kann man herrlich entspannen, während einem im Keller das nackte Grauen erwartet. Erst 1951 entdeckte man unter dem Kloster ein unterirdisches Labyrinth, das zu 300 Jahre alten Katakomben führt. Dort wurden bis Anfang des 19. Jahrhunderts über 70.000 Tote bestattet, ihre Gebeine sorgfältig übereinander gestapelt.

Miraflores – Limas Strandviertel

Surfer am Strand von Lima

Surfer am Strand von Lima. Foto: Gonzalo Barandiarán/PP

Viel lebendiger wirken da die modernen Stadtviertel Limas, allen voran Miraflores, das heutzutage in fast jedem Reisemagazin als sehenswerte Ausnahme vom Smog geplagten Lima genannt wird. Der Stadtteil liegt idyllisch an einer Felsklippe, oberhalb der steil abfallenden Pazifikküste. Hier befindet sich neben eleganten Villen, zahlreichen Geschäften und dem riesigen Einkaufs- und Restaurantzentrum Larcomar auch der Strand von Lima, wo man in den Sommermonaten ein Bad im Pazifik wagen kann.

 

In den diesigen Wintermonaten wird man hier jedoch niemanden finden, denn dann fallen die Temperaturen oft auf 10 Grad Celsius. Zu den modernen Stadtvierteln zählt auch das Ausgehviertel Barranco, in dem sich einige Künstler niedergelassen haben.

 

 

Text: Daniela Hesse. Fotos (1, 2 & 4): Mit freundlicher Unterstützung von PromPerú


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