ANGELURLAUB IN FINNLAND

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Ein Urlaub im finnischen Teil Nordlapplands

Fotos: Helga Gentsch

Ein Urlaub im finnischen Teil Nordlapplands ist etwas ganz besonderes, ein Paradies und trotzdem schnell zu erreichen. Helsinki ist nur gut zwei Stunden mit dem Flugzeug entfernt. Für den der Weiterflug nach Inarii muss der Naturliebhaber nochmals eine Flugstunde dazu addieren. So ist man dann schnell in seinem Ferienhaus oder seinem Hotel in Lappland. Die großen Einödgebiete und die Ruhe und Stille wirken auf jeden anders. Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Reize, deshalb ist es sehr schwer zu sagen, welche die Schönste ist, aber Angeln kann man zu jeder Jahreszeit.

  

Inari ist die größte Gemeinde Finnland mit 17321 Quadratkilometern, aber nur circa 0,5 Einwohner pro Quadratkilometer. Etwa dreiviertel der Einwohner leben in Mittel- und Südinari. Dienstleistungen, Handel, Wirtschaft, Tourismus und Verkehr sind die Haupterwerbsquellen. Nur noch circa dreizehn Prozent der Menschen leben von der Rentierzucht, Land- und Forstwirtschaft und der Fischerei. Die meisten Familien fischen für den Eigenbedarf und Viele, die außerhalb der größeren Orte leben, jagen auch. Weil die Kinder ab dem dritten Schuljahr Englisch lernen, verstehen die meisten Menschen auch Englisch und viele auch Deutsch.

Von Mitte März bis Mitte April ist es schon 12 bis 15 Stunden am Tag hell

Im Frühjahr kann man bis Mitte Mai Skilaufen, nur in den letzten Jahren setzte die Schneeschmelze früher ein und auch die Bäche und Flüsse waren bereits um den ersten Mai herum eisfrei. Im Allgemeinen kann man mit Langlauf Ende Oktober beginnen., aber die eigentliche Skisaison fängt Mitte Februar an.

 

Von Mitte März bis Mitte April ist es schon 12 bis 15 Stunden am Tag hell und auch das Wetter oft ausgesprochen gut, so das sich diese Zeit für Skitouren geradezu anbietet. In der ruhigen Landschaft zu laufen, egal ob auf gespurten Loipen oder einfach in den Spuren der Schneemobile, ist ein Genuss. Kein Straßenlärm oder andere Zivilisationsgeräusche stören die Ruhe und selbst andere Menschen sind selten zu sehen. Nur einige Rentiere oder Schneehühner zeigen sich in der jungfräulichen Natur. Wenn dann, wie so oft, noch die Sonne vom Himmel lacht ist, ist das Glück perfekt.

Forellen, Saiblinge, Äschen, Maränen oder Hechte

Zur Mittagszeit wird, an einer geschützten Stelle, ein Lagerfeuer gemacht, Fisch, Fleisch oder Wurst gebraten und dazu echter Russtopfkaffee gekocht. Oft schauen die Guides, vor dem Mittagessen, nach den ausgelegten Netzen. Kleinere Maränen oder Hechte von vier bis sechs Pfund sind die häufigste Beute, die sich in den Maschen verfangen hat. Die Maränen werden schnell geputzt und dann leicht gesalzen auf den Grill gelegt. So gestärkt, wird dann der Rückweg in Angriff genommen. Nach der Tour erwartet die Gäste eine vorgeheizte Sauna. Ein deftiges Abendessen und ein kühles Bier runden den Abend des erholsamen Tages ab.

 

 

Zum Mittsommer, also dem 21. Juni, fängt die Sommersaison in Lappland an. Theoretisch könnte man auch schon vorher wandern, aber die Bäche und Flüsse führen Hochwasser. Bis Ende Juni machen sich auch kaum die Mücken bemerkbar. Danach kann man dem finnischen Mückenschutzmittel OFF vertrauen und zusätzlich winddichte Kleidung tragen.

Jetzt zeigt sich die Natur in voller Pracht. In den Tälern sind Kiefernwälder mit schönen alten Exemplaren und höher auf den Fjellhängen befinden sich lichte Birkenhaine. Die Birken sehen hier oft eher wie Büsche oder auch wie Apfelbäume aus.Oben im Fjell findet man eine Hochgebirgsfauna. Das Wasser ist überall zu trinken, es gibt nichts was es verschmutzen könnte.

Angelscheine gibt es für sehr viele Flüsse und Seen zu kaufen

Forellen, Saiblinge, Hechte, Äschen, oder Barsche werden die Beute sein.

 

In den Bächen und Flüssen kommen die Fliegenfischer auf ihre Kosten, während die Spinn- oder Schleppangler auf den Seen versuchen zum Erfolg zu kommen. Am besten sind Tage mit gleichbleibenden oder fallenden Wasserständen und stabile Wetterlagen. Informationen über die besten Stellen und die aktuellen, fängigen Köder geben gerne die Hausvermieter, die Guides oder einfach auch der finnische Kollege am Wasser.

 

Im August reifen die Blau- Multe- und Moorbeeren und die Pilze fangen an aus der Erde zu kommen.Rotkappe, Stein- und Butterpilze und viele andere Arten essbarer Pilze wachsen in Lappland und dürfen, außer in der Nähe von Häusern von jedermann gepflückt werden.

 

Die ersten drei Septemberwochen werden die Ruska-Zeit genannt. Viele schätzen diese Zeit ganz besonders, es ist die Zeit in der sich das Laub bunt färbt. Die ganze Natur färbt sich im Herbst rot, gelb und orange. Da es in den Nächten schon kalt werden kann, sind auch die Mücken weg.

 

Ab Ende Oktober fängt die Kaamos-Zeit an. Die Tage sind sehr kurz, aber zum Laufen ist es hell genug, weil der Boden schon von einer dünnen Schneedecke bedeckt ist.

 

In den sternenklaren Nächten kann man die flackernden Nordlichter sehen. Die blaue, mystische Beleuchtung wirkt auf den gestressten Mitteleuropäer sehr beruhigend. Deshalb ist die Kaamos-Zeit eine optimal Urlaubszeit. Des öfteren gibt es auch die Möglichkeit ein Rentiertreiben mitzumachen, ein Volksfest bei dem die Herden nach dem Sommer sortiert werden.

 

Wenn es dann so richtig Winter geworden ist kann der Erholungssuchende an Rentier- und Huskysafaris oder an Motorschlittenfahrten teilnehmen. Da die Seen zugefroren sind kann man auch sein Glück beim Eisangeln probieren. Manchmal gelingen zu dieser Jahreszeit besonders gute Fänge.


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