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Teguise - Lanzarote

Boutique in Teguise. Fotos: Hans-Joachim Franzen
Der Ort Teguise (3 000 Einwohner) im Nordteil der Insel war bis zum Jahre 1852 die Hauptstadt Lanzarotes und besticht durch seine interessanteste Architektur. Die Gemeinde Teguise ist heute die größte Gemeinde der Insel. Sie reicht von der Ost- bis zur Westküste und umfasst mit Costa Teguise eines der größten Touristenzentren der Kanarischen Inseln.
Geschichtliches zu Teguise
Teguise wurde im 15. Jahrhundert gegründet und ist damit eine der ältesten Ortschaften der Kanaren. Seit seiner Gründung sah sich Teguise häufig Piratenangriffen ausgesetzt. Im 16. Jahrhundert ließ daher Sancho de Herrera auf der Spitze des Vulkans Guanapay die Burg Santa Barbara als Wachturm für die gesamte Küste Lanzarotes errichten. Doch auch die wuchtige Festungsanlage reichte nicht aus, um der Piratenangriffe dauerhaft Herr zu werden.
Im Jahre 1568 verübten algerische Freibeuter unter dem Kapitän Amurat ein grausames Massaker an der Inselbevölkerung. Eine Tafel an der sogenannten Blutgasse, Callejon de Sangre, erinnert an diese Vorkommnisse.
Ende des 16. Jahrhundert war Teguise kaum mehr als ein kleines Dörfchen mit einer Kirche und einigen Häuschen. Dies änderte sich während des 17. und 18. Jahrhunderts deutlich. Teguise entwickelte sich zu einer blühenden Kirchen- und Klosterstadt. Erst später, als Arrecife Hauptstadt wurde, verlor Teguieses wieder an Bedeutung.
Sehenswürdigkeiten in Teguise
Iglesia de Nuestra Senora de Guadalupe
Die Pfarrkirche Iglesia de Nuestra Senora de Guadalupe ist die älteste Kirche der Insel und wurde vom Stadtgründer Maciot de Bethencourt als kleines, einfaches Gotteshaus errichtet.Reiche Bürger, die sich in der Kirche beerdigen ließen, finanzierten in der Folgezeit zahlreiche Anbauten, die die Kirche einerseits schmückten und vergrößerten, ihr aber auch ein recht unharmonisches Aussehen verliehen.
Hervorstechend sind die imposante Fassade und der Kirchenturm aus Naturstein. 1909 erlitt die Kirche schlimme Schäden durch einen Brand. Die folgende Restaurierung im neugotischen Stil trug - aus heutiger Sicht - nicht zur Verschönerung des Kircheninneren bei.
El Convento de San Francisco
El Convento de San Francisco (Franziskanerkirche) wurde im 16. Jahrhundert von Argote de Molina gebaut. Auffällig sind die unterschiedlich langen Kirchenschiffe, die allerdings nicht untypisch sind für Kirchen auf den Kanaren. In der Franziskanerkirche finden sich die Gebeine zahlreicher wichtiger Persönlichkeiten Lanzarotes. Zudem beherbergt die Kirche ein Museum sakraler Kunst mit Gemälden und Skulpturen aus aufgelassenen Kirchen Lanzarotes. Ansehnlich ist die kunstvoll geschmückte Holzdecke im Mudejar-Stil.
Palacio de Spinola
Der Palacio de Spinola, dessen Bau 1780 abgeschlossen wurde, ist populär unter dem Namen La Plaza de Los Leones bekannt.Von einer erhöhten Stelle des Hauptplatzs im Ort, dem Plaza de la Constitution, blicken zwei etwas steif wirkende Steinlöwen auf den schmucken Bau.
Beeindruckend am Palast sind insbesondere der großzügige Einsatz edler Hölzer an den wuchtigen Portalen und die massiven versiegelten Holzböden.
Erwähnenswert ist auch der Patio mit dem Brunnen. 1984 richtete die Inselregierung in dem Haus ein Museum ein, in dem unter anderem antike Möbel, wertvolle Teppiche und Gemälde die frühere Wohnkultur der örtlichen herrschenden Klasse veranschaulichen.



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