URLAUB AN DER ALGARVE - LAGOS & PONTA DA PIEDADE
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Lagos & Ponta da Piedade: Bewegte Geschichte und atemberaubende Felsformationen
Albufeira hat viel zu bieten. Wer hier eine Woche Urlaub macht, kann praktisch jeden Tag zu einem anderen Strand gehen. Aber man sollte auch einige Ausflüge in die Umgebung unternehmen. Diverse Anbieter haben halb-, ganz- oder mehrtägige Ausflüge in die Umgebung, nach Lissabon oder nach Spanien zu moderaten Preisen im Programm. Samstags lohnt sich zum Beispiel der Besuch der im Hinterland gelegenen Stadt Loulé, wo dann der bunte Wochenmarkt Besucher anlockt. Ende August findet hier die Noite Branca, die „Weiße Nacht“ statt, bei der die ganze Nacht Musik und Animation für gute Stimmung sorgen.
Ich mache einen Ausflug nach Lagos, das wie Albufeira den Ruf einer Party-Hochburg hat. Tagsüber liegt der Ort mit seiner pittoresken Altstadt allerdings sehr ruhig dar. Die 25.000-Einwohner-Stadt blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Von hier aus starteten die Portugiesen einst ihre Entdeckungsfahrten, die das „Goldene Zeitalter“ begründeten. Heinrich der Seefahrer stationierte im an der Mündung des Ribeira de Bensafim gelegenen Lagos einst seine Flotte. An die goldenen Zeiten, als die Portugiesen mit dem Gewürzhandel in aller Welt Reichtümer anhäuften, erinnern viele sehenswerte Bauwerke in der schmucken Altstadt von Lagos.
Wir besuchen die Stadt zur Mittagszeit. Gleißendes Sonnenlicht fällt nicht nur vom Himmel, sondern wird von den weißen Gebäuden zusätzlich reflektiert. Schnell ziehen wir uns in den Schatten der zentralen Praça Infante Dom Enrique zurück, wo uns Tourguide Dominique auf das Denkmal für Heinrich den Seefahrer und die schmucke Igreja de Santa Maria aufmerksam macht. Der Ort, an dem wir stehen, steht aber auch in enger Verbindung mit dem dunklen Kapitel der portugiesischen Kolonien. Am ehemaligen Zollhaus, das heute Ausstellungsräume beherbergt, fand im Jahre 1434 der erste Sklavenmarkt statt. Die Schwarzafrikaner hatte der Seefahrer Gil Eanes nach der ersten Umsegelung des Kap Bojador im heutigen Westsahara als Beweis mitgebracht.
Wir ziehen weiter zur Igreja de Santo António, einer von außen recht schmucklosen Kirche. Erst im Inneren offenbart sich ihre wahre Schönheit. Dort befindet sich ein üppig mit vergoldeten Figuren und Verzierungen, Gemälden und Azulejos ausgestatteter Innenraum. Die Gemälde zeigen bedeutende Szenen aus dem Leben des Heiligen Antonius. Nach der Besichtigung kann man im angeschlossenen Museo Municipal anhand von archäologischen Funden und Ausstellungstücken mehr über die Geschichte und das Leben an der Ostalgarve erfahren. Leider dürfen in der Kirche und im Museum keine Fotos gemacht werden.
Ich schließe dem Kirchenbesuch einen Abstecher in die Altstadt mit ihren engen Gassen an. Hier sieht man zahlreiche schöne Lokale, darunter nur sehr wenige englische Pubs. Ich entscheide mich für einen kleinen Snack im Meu Limão, das sich fast gegenüber der Igreja de Santo António befindet. Hier bekommt man in gemütlichem Ambiente leckere Tapas zum kleinen Preis serviert. Spezialität des Hauses sind die Miesmuscheln. Wer Lagos besucht, sollte sich auch etwas Zeit zur Besichtigung der von Palmen bestandenen Uferpromenade Avenida dos Descobrimentos nehmen, an deren Südende sich die Festung Fortaleza Ponta de Bandeira befindet. Der Stadtstrand Praia da Batata ist nur bedingt zu empfehlen. An der vier Kilometer langen Meia Praia kommen Badefreunde, Surfer und andere Wassersportler dafür umso besser auf ihre Kosten.
Südlich von Lagos kann man per Boot zahlreiche zwischen Felsformationen versteckte Sandstrände erkunden. Eine der schönsten Buchten ist die Praia Dona Ana. Bootsausflüge werden auch zu den Felsformationen Ponta da Piedade angeboten. Wir fahren mit dem Bus zu der zwei Kilometer südwestlich gelegenen Stelle. Nachdem wir Felder mit Mais und Feigenbäumen sowie ein altes Leuchtturmhaus passiert haben, offenbart sich uns nicht nur der Blick auf die zerklüftete Felsküste, sondern auch auf die atemberaubenden Felsen der Ponta da Piedade. Vor den bis zu 20 Meter hohen und vom Meer ausgehöhlten und geformten Felsriesen und -brücken dümpeln bunte Fischerboote im türkis schimmernden Wasser. Über eine steile Treppe gelangt man hinunter zum Wasser und kann von dort Bootsausflüge zu nahe gelegenen Grotten und Stränden unternehmen.






