REISEBERICHTE KANARISCHE INSELN - URLAUB AUF LA GOMERA

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La Gomera und El Hierro - die kleinen Kanaren

La Gomera - Blick ins Landesinnere

La Gomera - Blick ins Landesinnere. Fotos: Hans-Joachim Franzen

Von den sieben kanarischen Inseln sind La Gomera und El Hierro die kleinsten und bei vielen Urlaubern auch die unbekanntesten Reiseziele. Wer hier Urlaub macht - und auf den kleinen Inseln landet man nicht zufällig - hat sich im Vorfeld meist gut informiert und hat bestimmte Vorstellungen und Erwartungen.

 

So landeten auch wir im November nicht zufällig auf der Fähre nach La Gomera. Die Überfahrt von Los Christianos auf Teneriffa dauerte nur etwa eine halbe Stunde, die See war ruhig, niemand hatte Probleme mit seinem Magen, aber bei der anschließenden Busfahrt, es war zudem bereits dunkel geworden, wurden wir dann doch noch spürbar durcheinander geschaukelt. So waren wir sehr froh im Hotel Jardín Tecina im Süden Gomeras angekommen zu sein.

 

Im "Nebelwald"

Im "Nebelwald"

Am nächsten Morgen hieß es wieder Bus fahren. Bei Tageslicht und außerdem ausgeschlafen war das kein Stress mehr. Es ging in die Berge - auf La Gomera geht es fast immer bergauf oder bergab. Hier im Süden der Insel - unser Hotel llag in Playa de Santiago - war es sehr trocken, Pflanzen waren nur sporadisch zu sehen. Da es lange nicht geregnet hatte, waren selbst die Palmen gelb.

 

Nach zwanzig Minuten Fahrt, wir waren bereits auf achthundert Metern Höhe, wurde es grüner. Wie überall auf den Kanarischen Inseln ist die Vegetation in den Höhenlagen üppiger. An den Berghängen bleiben die Passatwolken "hängen" und regnen sich von Zeit zu Zeit ab. Oder die Wolken hinterlassen in Form von Nebeltropfen etwas Feuchtigkeit. Genug für ausgedehnte Wälder.

Blick über den Südteil der Insel und eine Pause mit Almogrote

Bar Maria

Bar Maria

Bevor wir allerdings die berühmten Wälder La Gomeras erreichten, legten wir verschiedene kurze Pausen ein.

Im Ort Alajeró hatte leider die Pfarrkirche El Salvador geschlossen, nur den typisch spanischen Friedhof konnten wir besichtigen, und so ging es bald weiter.

 

Einen längeren Stopp legten wir in Chipude ein, bewunderten die Kirche "Iglesia Virgen de la Candelaria", genossen den überwältigenden Blick über den Süden der Insel und auf den Tafelberg und erfreuten uns an der absoluten Ruhe und der klaren, sauberen Luft.

 

So ging es einige Kilometer weiter, Lust auf Kaffee oder ein Glas echten Gomera-Wein hatte jeder aus der Gruppe und so kehrten wir in der bekannten "Maria Bar" ein. Wir probierten Almogrote, eine Käsecreme aus Ziegenkäse, Olivenöl, Chilischoten und Knoblauch und außerdem den einzigartigen Palmhonig. Palmhonig ist kein Honig, sondern der eingedickte Saft der Dattelpalmen: Lecker. Der Wein war oxidativ ausgebaut und passte sehr gut zu Almogrote, Brot und Palmhonig.

Valle Gran Rey - Urlaubszentrum ohne Stress

Blick von der Dachterasse de Hotels Gran Rey

Blick von der Dachterasse de Hotels Gran Rey

So gestärkt steuerten wir unser nächstes Ziel an, das Valle Gran Rey. Die Gemeinde ist das zwar nicht groß, aber trotzdem das bedeutendste Urlaubszentrum auf La Gomera.

 

Palmen, Häuschen mit bunten Vorgärten und an den Hängen grüne Terrassen mit verschiedenen Obst- und Gemüsesorten erwarten den Besucher. Kleine Einkaufsstraßen laden zum Bummeln ein, die Atmosphäre ist ausgesprochen ruhig und friedlich. Selbst wenn beispielsweise Baufahrzeuge mal einige Minuten die komplette Straße sperren, regt sich niemand auf, alle bleiben entspannt. Naja, bis auf einigen Urlauber denen noch der deutsche Alltagsstress in den Knochen steckt.

 

An der Küstenlinie finden sich Strände mit dunklem Lavasand, eine Promenade, einige Restaurants und Hotels, alles etwas kleiner als auf den meisten anderen Inseln.

 

Blick vom Hotel Jardín Tecina auf Playa de Santiago

Blick vom Hotel Jardín Tecina auf Playa de Santiago

Am Ortsrand von Valle Gran Rey liegt im Ortsteil Vuelta mit seinem kleinen Hafen, malerisch umrahmt von einer schroffen und hohen Steilküste das Hotel Gran Rey.

Ach ja, da Mittagszeit war, haben wir im Hotel Gran Rey auf der Dachterrasse unter freiem Himmel gegessen. Die Sonne, der Blick aufs Meer, die frische, saubere Luft und das leckere Essen: der deutsche November schien unendlich weit weg zu sein.

 

Und da man nach einem ausgiebigen Mahl auch etwas Bewegung braucht, fuhren wir wieder in die Berge, um im berühmten Nebelwald von La Gomera eine kleine Wanderung zu unternehmen. Der Wald liegt im Nationalpark Garajona und ist ein Erika-Lorbeermischwald, ein Wald wie er vor 2 Millionen Jahren in ganz Europa zu finden war. Insgesamt fünf Lorbeerbaumarten wachsen hier zu hohen Sträuchern und Bäumen heran. Und auch die Erika hat mit unserem niedrig wachsenden Gartengewächs wenig zu tun. Die Pflanze, auch Baumheide genannt, kann immerhin bis zu 25 Metern hoch werden.

 

Das Besondere an dem Wald sind die auffallend vielen Moose und langen Flechten an den Stämmen und Ästen. Zusammen mit dem Nebel wird der zivilisationsgeplagte Urlauber in eine mystische, unwirkliche Stimmung versetzt. Wobei der Nebel eigentlich nur tief hängende Passatwolken sind, die viele Tage im Jahr den Wald mit Feuchtigkeit versorgen. Zwei Drittel der Jahresfeuchtigkeitsmenge auf La Gomera bleiben an den Flechten hängen und tropfen von dort zu Boden, nur ein Drittel Feuchtigkeit sind normale Regenfälle.


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