KANARISCHE INSELN - URLAUB AUF EL HIERRO

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La Frontera - wolkenverhangen, grün und wild

Museumsdorf Guinea

Im Museumsdorf El Guinea: Fotos: Hans-Joachim Franzen

La Frontera ist der Name einer der drei Gemeinden von El Hierro. Sie erstreckt sich über den Norden der Insel und das bekannte El Golfo-Tal. Da es hier mehr regnet als im Süden der Insel und es fruchtbarere Böden gibt, wurden hier eine Reihe von Obst-und Gemüseplantagen angelegt.

Von der Hauptstadt Valverde gelangt man dank eines neuen Tunnels schnell und bequem in den Norden der Insel und bequem geht es auch weiter. Im Golfotal ist es über weite Strecken vergleichsweise flach, da vor etwa 50.000 Jahren ein großer Teil der Berghänge mit einem Volumen von mehr als 300 Kubikkilometer ins Meer rutschte.

 

Man vermutet, dass die daraus resultierende Flutwelle mehr als einhundert Meter hoch war. Ursache des Bergrutsches war ein neu entstehender Vulkan, der den Berghang ins Meer drängte.

 

Hotel Punta Grande

Hotel Punta Grande

Zu der Gemeide La Frontera gehören die Dörfer La Frontera, Tigaday, Sabinosa und Las Puntas, in denen man zum großen Teil von der Landwirtschaft lebt. Nur vereinzelt stehen Unterkünfte für Touristen zur Verfügung, meist in Form von ländlichen, zum Teil historischen Ferienhäusern und auch in einzelne Pensionen oder Hotels kann man seinen Urlaub verbringen.

 

Wer hier Urlaub macht, der sollte den rauen Atlantik mögen. Es ist zwar nicht kalt, aber meist windig. Die Winde und die Wellen treffen hier voll auf die Steilküste, ein atemberaubendes Panorama. Strände gibt es kaum, einige Stellen an denen man an ruhigen Tagen zum Baden ins Meer kann schon. Man sollte allerdings an Badeschuhe denken, das Lavagestein kann ganz schön scharfkantig sein.

 

Eine Attraktion an der Küste ist das kleinste Hotel der Welt, das Hotel Punta Grande. Das Hotel mit seinen drei Zimmern und seinem Restaurant ist auf einer Felsklippe erbaut worden und wird von drei Seiten vom Meer umspült.

Wellness- und Spafans kommen beim Dorf Sabinosa auf ihre Kosten. Im Balneario Pozo de la Salud findet sich eine Heilquelle, deren Wasser bei Magen- und Hautbeschwerden hilft.

Guinea - Dorf, Freilichtmuseum und Aufzuchtstation

Lagarto Gigante in der Aufzuchtstation

Lagarto Gigante in der Aufzuchtstation

Die größte Sehenswürdigkeit in der Gemeinde La Frontera und eine der schönsten der gesamten Insel ist das Dorf Guinea. Hier kann man nachvollziehen wie die Altkanarier und die Ureinwohner die Bimbaches gelebt haben. Sie wohnten entweder in Hütten und Häuschen aus Stein oder in den zahlreichen Höhlen, die das Lavagestein gebildet hatte. Die Bimbaches (auf anderen Kanarischen Inseln Guanchen genannt) lebten noch in der Steinzeit, Metall kannten Sie nicht, als europäische Abenteurer vor etwa 600 Jahren El Hierro entdeckten und eroberten, die Menschen versklavten und als Volk auslöschten.

 

Bei einem Besuch im Museumsdorf Guinea sollte man reichlich Zeit einplanen. Hier kann man in aller Ruhe in vergangene, karge Epochen eintauchen. Die Menschen hatten wirklich nur das Notwendigste zum Leben und zogen sich je nach Jahreszeit in die Berge oder in die Küstenregionen zurück.

 

Neben dem Museumsdorf liegt ein Eidechsenzentrum, eine Aufzuchtstation von Rieseneidechsen. Die bis über 75 Zentimeter lange Eidechsenart "Lagarto Gigante de El Hierro" galt als ausgestorben als man sie 1975 in den schroffen Felswänden ganz in der Nähe wiederentdeckte. Leider hat ein Erdrutsch im Januar 2007 einen Teil der Anlage zerstört und viele Tiere unter sich begraben. Eine Reihe von Exemplaren schaffte es durch Erdspalten ins Freie zu gelangen, so dass die Verluste nicht ganz so schlimm waren wie befürchtet.


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