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Kyoto - wo das alte Japan weiterlebt

Kiyomizu-Tempel in Kyoto. Fotos: www.jnto.de

Kiyomizu-Tempel in Kyoto. Fotos: www.jnto.de

Wer seinen Urlaub in Japan verbringt, sollte die Stadt Kyoto bei einer Rundreise nicht auslassen. Von 794 an war Kyoto über tausend Jahre lang der Wohnsitz der Kaiserfamilie. Erst 1868 wurde dieser nach Tokio verlegt. Die Stadt befindet sich rund 500 Kilometer westlich von Tokio, in der Kansai-Region. Da die Stadt im Krieg nicht beschädigt wurde, sind hier noch sehr viele alte Gebäude erhalten. Darunter vor allem die rund 1.600 buddhistischen Tempel und 270 shintoistischen Schreine von kleinerem und größerem Ausmaß. Sie machen Kyoto auch heute noch zum religiösen Zentrum Japans.

 

Die Stadt wurde nach chinesischem Vorbild im Schachbrettmuster angelegt, was die Orientierung sehr erleichtert. Besonders sehenswert ist der alte Kaiserpalast. Da er heute nicht mehr bewohnt wird, sind Besichtigungen mit vorheriger Anmeldung möglich. Ein weiteres Muss für jeden Kyoto-Urlaub ist der Besuch des Goldenen Pavillions (Kinkakuji). Der Tempel ist eine exakte Kopie des im 15. Jahrhundert erbauten Tempels, der 1950 abbrannte. Bei schönem Wetter spiegelt sich das prächtige Bauwerk in dem davorliegenden See, der Teil der aufwendig gestalteten Parkanlage ist. Der Kinkakuji gehört mit 16 anderen Bauwerken Kyotos zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 

Kirschblüte in Kyoto

Kirschblüte in Kyoto

An einem Berghang, mit Blick auf die Stadt gelegen, ist der Kiyomizu-dera einer der meistbesuchten Tempel der Stadt. Von seinen großzügigen Terrassen, hat man nicht nur einen guten Blick auf Kyoto, sondern auch der Rest ist beeindruckend. Es gibt einen Brunnen, dessen Wasser heilende Kräfte besitzen soll und eine reizvolle, mehrstöckige Pagode. Im Osten Kyotos findet man den Sanjûsangendo-Tempel. Mit seinen 1000 Metern Länge ist der im 12. Jahrhundert erbaute Tempel, das längste Holzbauwerk Japans. Wie auch der Kiyomizu-Tempel ist er der Göttin Kannon geweiht. Davon zeugen tausend beeindruckende kleine und große Statuen der buddhistischen Göttin.

 

Außerhalb Kyotos, in dem Ort Inari liegt der Schrein Fushimi Inari Taisha, nur fünf Minuten vom Inari Bahnhof entfernt. Er wurde bereits 711 erbaut und ist der Hauptschrein der über 30.000 Inari-Schreine im ganzen Land. Das Einzigartige an diesem Schrein sind die mehr als 1000 Torii aus Holz, die einen vier Kilometer langen Tunnel bilden, der zum Schrein führt. Die Schreine und Tempel in und um Kyoto sind täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

 

Park beim Saihoji-Tempel

Park beim Saihoji-Tempel

Manchmal erscheint einem Kyoto mit seinen zahlreichen Tempeln wie ein Freilichtmuseum. Doch auch die richtigen Museen wie das Kyoto Nationalmuseum zeigen die prächtige Kultur und Geschichte des alten Japans. Dort sind einige Kunstschätze ausgestellt. Das Stadtmuseum zeigt die künstlerische Tradition Kyotos. Kyoto ist daher die erste Adresse, wenn man auf der Suche nach traditionell japanischer Handwerkskunst ist. Zum einen bieten die Museumsshops eine breite Auswahl an, ansonsten sind das Kyoto Craft Center und Kyoto Handicraft Center bekannte Adressen für das traditionelle Kunsthandwerk. Dort gibt es unter anderem Geisha-Puppen, Lackarbeiten, Seidenweberei, Keramik und Holzschnitte.

 

Wer Lebensmittel sucht, findet diese fein ausgelegt im Nishiki-Lebensmittelmarkt. In diesem Markt gibt es alles was man für die feine Kyoto-Küche benötigt. Außerdem kann man dort viele der lokalen Spezialitäten an Ort und Stelle probieren. Ansonsten wird man auch in dem ehemaligen Rotlichtviertel Pontocho gut satt, welches nach der Umstrukturierung zum beliebten Ausgehviertel avancierte. In Pontocho, das sich am Ufer des Kamo-Flusses entlangzieht und in dem noch traditionelle Holzhäuser stehen, findet man Restaurants, Bars und Cafés für jeden Geschmack.

 

Maikos in edlen Kimonos

Maikos in edlen Kimonos

Die meisten Kyoto-Urlauber besuchen natürlich Gion - das Geishaviertel. Und tatsächlich hat man hier manchmal das Glück einen Blick auf die geheimnisumwobenen und eleganten Gestalten zu erhaschen. Sogar die Maikos - angehende Geishas - versprühen den Zauber der alten Zeiten. Etwa 200 Geishas und Maikos sollen heute noch in Gion leben, wo ebenfalls traditionelle Holzhäuser stehen. Wer Kyoto Mitte Juli besucht, darf auf keinen Fall das Gion-matsuri verpassen, einen farbenprächtigen Umzug mit herrlich geschmückten Festwagen. Einen kleinen Einblick in die japanische Kultur gibt der Gion Corner, in dem Teezeremonien und traditionelle Musikvorführungen dargeboten werden. Kenner besuchen das Minami-za, Japans ältestes Kabuki-Theater.

 

Der Stadtteil Arashiyama vermittelt ganz andere Eindrücke. Hier findet man zwar auch viele Tempel und Schreine, doch liegen diese eingebettet in die charakteristische Natur aus Kiefern- und Bambuswäldern. Zwischen den grünen Bergen fließt der Fluss Hozu, auf dem auch Bootsfahrten möglich sind.

 

Kyoto ähnelt zwar auf den ersten Blick anderen japanischen Millionenstädten, doch in einigen Vierteln konnte die Stadt noch das Flair der alten Zeiten bewahren. Wer auf der Suche nach dem alten Japan ist, sollte Kyoto bei seinem Japan-Urlaub also unbedingt mit einplanen.

 

Text: Daniela Hesse


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