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Kutschtour von Burg Heiligenberg bis Waldeck - Sonntag ging früh es weiter
Am nächsten Tag, einem Sonntag, bekamen Aimee und Frazer Verstärkung. Um sie zu schonen wurden sie vorne eingespannt, hinter ihnen taten Pablo und General, ebenfalls Shire-Horses, ihren Dienst. Vierspännig ging es also los.
Herr Döring erzählte während der Fahrt von Pferden und ihren Eigenarten. Auch wenn es für Laien so aussieht, nicht jedes Pferd innerhalb eines Gespanns zieht gleichmäßig.
Es gibt Tiere, die sind prinzipiell etwas fauler und auch solche, die eigentlich fleißig sind, aber sich zurücknehmen, wenn sie merken das andere Pferde die Arbeit tun. Es gehört schon viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung dazu, so ein Gespann optimal zusammen zu stellen.
Die Shire-Horses sind Kaltblüter, freundlich und gelassen. Es sind die größten Pferde der Welt, die größten Exemplare können Gewichte über 1.200 Kilogramm erreichen. Normal ist aber ein Gewicht von etwas mehr als 800 bis 850 Kilo. Wir hatten also etwa 3,2 bis 3,3 Tonnen geballte Muskelkraft vor unserem Wagen.
Mit so viel Power ging es durch den morgendlichen Habichtswald. Zwischendurch lief uns ein Fuchs - ziemlich gelassen – über den Weg. Er kam vom Ufer der Elbe (nicht die große Elbe), überquerte eine Wiese, dann die Straße und verschwand im angrenzenden Maisfeld. Für einen Großstadtmenschen immer ein nettes Erlebnis. Obwohl Füchse auch in den Großstädten heimisch geworden sind, sieht man sie dort nur selten.
Inzwischen waren wir von der Straße auf einen Feldweg abgebogen und nach wenigen hundert Metern führte der Weg in ein Waldstück. Hier hielten wir und marschierten unter Führung von Frau Döring bergauf. Ziel des Marsches war ein großer Felsen, der in vorchristlicher Zeit als Opferstein diente. Die sogenannten Riesensteine lohnten einen Besuch, einmal, weil sie tatsächlich sehr imposant sind, aber auch wegen der schönen Aussicht von dort. Die kleine Wanderung war sehr angenehm, spannend auch wegen der zahlreichen Pilze, die teilweise mitten auf dem Pfaden wuchsen.
Die anschließende Fahrt durch den Naturpark Habichtswald mit seiner sanft geschwungene Landschaft, mit Mischwäldern, abgeernteten Feldern und grünen Wiesen hatte einen ganz besonderen Reiz. Die milde Sonne und ein leichter Dunst taten ein übriges, um dem Morgen einen geheimnisvollen, friedlichen Anstrich zu geben.
Durch das Dorf Altendorf ging es nach Ebernberg. Hier wartete die Schlossherrin Frau von Buttlar auf uns. Zuerst wurden natürlich die Pferde abgespannt und versorgt, danach wurden wir mit einem Prosecco begrüßt.
Frau von Buttlar gab eine kleine Einführung in die Familiengeschichte, in die Geschichte der Region und über die Landwirtschaft und Forstverwaltung, die zum Schloss gehört. Außerdem brachte sie uns mit der einen oder anderen Anekdote aus ihrer Jugend, sie wuchs im Schloss auf, zum Schmunzeln.
Anschließend begaben wir uns zum Lunch, bestehend aus herbstlichen Salaten, Rehrücken mit diversen Beilagen und Dessert.
Die Mittagszeit neigte sich dem Ende entgegen und wir brachen auf. Es ging zuerst über Seitenstraßen und Feldwege bis zur hübschen Kleinstadt Naumburg. Damit das Mittagmahl besser "rutschen" konnte oder vielleicht um die einsetzende Müdigkeit zu bekämpfen, zog es der eine oder andere aus der Gruppe vor hinter dem Wagen her zu gehen anstatt sich ziehen zu lassen. Die Pferde hatten eine angenehme Geschwindigkeit, es war keine Schwierigkeit für uns Schritt zu halten.
Hinter Naumburg führte der Weg durch einen recht großen Wald, die Zeit verstrich, so dass ein Becher Kaffee und Stück Kuchen, trotz des üppigen Mittagessens, hoch willkommen war. Frau Döring war mit ihrem Wagen vorausgefahren und hatte die „Kaffeetafel“ stilgerecht auf Baumstämmen arrangiert. Die Pause währte nur kurz, die Sonne verschwand und dunkle Wolken zogen herauf, so dass die Planen des Wagens herabgelassen wurden.
Allerdings zog das erwartete Gewitter vorbei und wir näherten uns Waldeck. Leider blieb der Himmel bewölkt, so dass der anschließende Blick auf die imposante Burg Waldeck und den Edersee nicht ganz so schön war wie er hätte sein können.
Für uns waren die zwei schönen Tage hier zu Ende, nur die Autofahrt zurück zum Schloss Garvensburg folgte noch und natürlich die Heimreise.
Infos und Adressen
Informationen und Buchungsmöglichkeit: www.exclusive-kutschfahrten.de - Für das Jahr 2011 wird es jeweils einen Reisetermin im Frühjahr, Sommer und Herbst geben.
Heiligenbergverein in Gensungen: Heiligenbergverein.de
Heiraten auf der Felsburg: www.burgverein-felsberg.de
Käseproduzent ist der Kirchhof (Der Käse vom Samstagpicknick): Kirchhof-Oberellenbach.de
Schloss Garvensburg: Garvensburg.de
Forstverwaltung von Butlar von Von-Buttlar-Forst.de









