REISEBERICHTE KROATIEN - URLAUB IN DALMATIEN

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Abkürzung ins Paradies - Reisebericht aus Dalmatien

Haus an der Promenade

Erste Eindrücke bei der Ankunft

Nach einem angenehm kurzen Flug mit Croatia Airlines erreicht man Split und kann die ersten Eindrücke der wildromantischen Karstlandschaft in sich aufnehmen. Seit 2000 kommen die Touristen wieder an die dalmatinische Küste. Was viele nicht wissen: In Kroatien herrschte schon seit 1995 Frieden. Die Zerstörungen durch den Krieg sind mittlerweile repariert und mit viel Improvisationstalent und Eigeninitiative wappnen sich die Kroaten für den zu erwartenden Ansturm der Touristen. Kroatien ist „in“ – und seine traumhaften Landschaften, sein kulturelles Erbe und seine selbstbewussten Einwohner lassen zurecht hoffen, dass dieser Trend sich fortsetzt.

Trogir - Mittelalter und Moderne

Die dem Flughafen Split nächst gelegene Stadt ist jedoch nicht Split, sondern Trogir. Dieses mittelalterliche Städtchen lädt ein zum Flanieren, Feiern, Schlemmen und Shoppen. Trogirs Stadtbild ist typisch für den Umgang der Kroaten mit ihrem Erbe. Traditionsbewusstsein und Aufgeschlossenheit werden problemlos miteinander verquickt. Man schreitet über das im Laufe der Jahrhunderte glattpolierte Marmorpflaster und verliert sich im Wirrwarr schmaler Gässchen, die sofort an die Kulisse klassischer Mantel-und-Degen-Film erinnern. In den kleinen Läden am Fuß der hohen Gassen findet der ambitionierte Flaneur jedoch Internetcafés, den letzten Schrei aus Italien und die allerneuesten Klänge aus den europäischen Charts. Wie schon gesagt: Die Kroaten lieben ihr Land und sein Erbe; aber sind sie wahrscheinlich auch das europäische Volk mit den meisten Handys.

Empfehlenswert ist auch ein abendlicher Ausflug zum Hafen. Neben den Superyachten der Reichen und Schönen drängen sich gemütliche Motorsegler, mit denen Reisegruppen zum Inselhopping durch die Adria starten. Die Restaurants und Cafés sind gedrängt voll, man klönt, trinkt oder tanzt zur Live-Musik – kurzum: Trogir bietet viel Kult und noch mehr Kultur.

Dalmatinische Metropole: Split

Wer auf die Inseln möchte, der kommt an Split nicht vorbei. Hier laufen die meisten der Inselfähren ein. Split besitzt eine beeindruckende Lage: Im Hintergrund steile Bergrücken, im Vordergrund die glitzernde, tiefblaue Adria, und natürlich die Stadt selbst mit einer verwirrenden Mischung aus antiken Bauten (der römische Kaiser Diokletian hatte hier sein Feriendomizil), südländischem Flair und sozialistischem Plattenbau. Die Geschichte und das Angebot Splits sind vielfältig - und verdienen einen eigenen Bericht...daher auf zum Fährhafen! Drei ausgewählte Inseln werden Ihnen im folgenden vorgestellt: Vis, Brac und Hvar (sprich: Wies, Braatsch und Chwaar mit leicht angerautem „ch“)

Verschlafenes Vis

1. Trip. Eine Insel wird wachgeküsst: Vis

Mit der Autofähre passiert man den schmalen Durchlass zwischen den küstennahen Inseln Solta und Brac und erreicht die offene Adria. Weit draußen liegt Vis, und nach etwa zwei Stunden Überfahrt läuft die Fähre in der geschützten Bucht von Vis-Ort ein. Allein die Einfahrt in den malerischen Hafen treibt auch den letzten Fährgast auf das Oberdeck, und minutenlang hört man nur das Surren der Kameras.
Die Szenerie wirkt zeitverschoben, man glaubt sich zunächst um ein Jahrhundert zurückversetzt – wären da nicht die modernen Segelyachten, die dort in Reih und Glied vor Anker liegen. Seine besondere geografische Lage macht das etwa 90km² kleine Vis zu einer außergewöhnlichen Insel. Schon in der Vergangenheit nutzten die Österreicher, Engländer und lange vor ihnen die alten Römer und die noch älteren Griechen die Insel als strategisch wichtigen Stützpunkt: Von Vis aus ließ sich sehr gut beobachten und kontrollieren, was in der Adria vorging.

Zuletzt besetzte das jugoslawische Militär die Insel und verhinderte erfolgreich ihre touristische Entwicklung. Während etwa auf Korcula der Tourismus boomte, blieb Vis für Touristen tabu. Erst in den letzten Jahren regte sich touristisches Interesse für ehemalige Sperrgebiet. Der Tourismus ist erwacht, und die Insulaner erkennen, dass ihre jahrelange Isolation aus heutiger Sicht einen großen Vorteil darstellt: Die Fehler zu schneller touristischer Expansion sollen auf Vis nicht wiederholt werden. Vielmehr setzt man hier auf sanften und individuellen Tourismus. Es gibt nur wenige Hotels, dafür aber ein gutes Angebot an privaten Apartments (für 4 Pers. ca. 50€ p. Tag)

Wer es gern laut mag, der sollte die Insel meiden. Wer aber zwei Gänge herunterschalten möchte und echte Erholung sucht, der liegt goldrichtig. Segeln, Tauchen, Schwimmen, Wandern, Radfahren oder einfach nur nichts tun – für alle Interessen bietet Vis ideale Bedingungen. Dabei sollte man die inseltypischen Genüsse auf keinen Fall versäumen: Wer einmal im Restaurant „Pojoda“ in Vis-Ort bei einer Flasche inseleigenen Rot- oder Weißweins den hauseigenen „Luc“ (sprich: Lutz) mit Kapernsoße probiert hat, der ist endgültig genauso verliebt in Kroatien wie die Kroaten.
Vis-Ort liegt der dalmatinischen Küste zugewandt, auf der Meerseite liegt das alte Fischerdorf Komiza. Während Vis-Ort eher betuchtere Gäste anzieht und Wert auf seine Verschlafenheit legt, geht es in Komiza plebejischer und lebhafter zu. Alles ist recht eng und steil gebaut hier, trotzdem tummeln sich viele und vor allem junge Besucher an der Uferpromenade.

Das Klima der Insel ist ganzjährig mild (durchschnittliche Jahrestemperatur über 17°C). An schönen Oktobertagen soll ein Bad in der glasklaren Adria kein Problem sein. Wer Zeit mitbringt, der findet sicher seine „eigene“, versteckte Badebucht. Man kann nur hoffen, dass Vis nach seiner „Erweckung“ seine besonderen Vorzüge bewahren kann und nicht dem ungebremsten Massentourismus anheim fällt. Unser Tipp: Unbedingt einmal besuchen, wenn Sie ein (noch weitgehend) unbekanntes touristisches Juwel entdecken wollen.

Geheimnisvolle Adria

2. Trip. Steinerner Koloss unter den dalmatischen Inseln: Brac

Mit knapp 400 km² lässt Brac die übrigen dalmatischen Inseln deutlich hinter sich. Die steinernen Bergkämme ragen gewaltig empor, und mit 780 m ist der Vidova gora der höchste Berg der Adria. Die Insel zeigt sich unwegsam und zerklüftet: Große Karstflächen wechseln mit Schwarzkieferwäldern und Macchia (verwilderte Olivenhaine).

Zwischen der mediterranen Wildnis ragen hier und da die Kirchtürme kleiner und teilweise uralter Ortschaften hervor. Der Inselneuling fragt sich angesichts der rauen Umgebung unwillkürlich, wie diese kleinen Dörfchen die Jahrhunderte bestehen konnten. In der Tat zeigt die Geschichte der Insel, dass ihre Einwohner einen immerwährenden Kampf gegen das Hauptelement der Insel führen mussten: den Stein.

Zahllose Steinmauern, –wälle und –haufen zeugen vom zähen Ringen der Wein- und Olivenbauern um fruchtbaren Boden.

Trotz ihrer beeindruckenden Größe gilt Brac den Städtern aus dem 7 km entfernten Split nur als ‚Vorort’. Die Jugend vom Festland nutzt gerne die Nähe der Insel, um am Wochenende mit der Fähre zum Feiern herüber zu kommen. Dies ist auf Brac vorzüglich möglich: Entweder in Supetar, der „Hauptstadt“, oder im mondänen Bol auf der gegenüberliegenden, südlichen Seite. Dazwischen liegen eine Reihe sehenswerter Ortschaften mit interessanter Geschichte: Da wären z. B. die einzigartige Einsiedelei Blaca, das historisch überladene Nerezisca, der uralte Steinmetzort Pucisca oder das malerische Fischerdorf Milna an der Westküste.

Wer einen einzigartigen Strand kennen lernen möchte, der sollte nach Bol fahren. Wie ein kleiner Stachel ragt dort Zlatni rat, das „goldene Horn“, ins Meer und markiert den südlichsten Punkt der Insel. Eine Laune der Meereströmungen verschont hier ein schmales Band von weißem, feinem Kies und bildet eine natürliche Seebrücke. Je nach Strömung bildet Zlatni rat die abenteuerlichsten Formen: Mal nadelspitz, mal geschwungen wie ein Türkensäbel, mal tropfenförmig mit kleinem See in der Mitte. In Bol selbst geht es durchaus touristisch zu, aber das auf sehr schicke und niveauvolle Art. Wer es hingegen ruhig mag, der kann sich im angrenzenden Dominikanerkloster einmieten und Abgeschiedenheit sowie den herrlichen Klostergarten genießen.

A propos Garten: Die Vegetation, die man auf den Inseln findet, ist unglaublich reichhaltig. An manchen Stellen wachsen einem die Trauben, Feigen, Oliven, Zitronen und Orangen geradewegs in den Mund. Sofern der Regen nicht ausbleibt, gedeiht in den Inselgärten im Prinzip alles.

Relaxen auf dem heißen Stein

3. Trip. Lavendel im Windschatten der Bura: Hvar

Von Bol aus kann man per Motorboot zum nächsten Inselnachbarn gelangen: Hvar. Auf der Landkarte sieht es so aus, als hätte sich die 300 km² große Insel unterhalb von Brac der Länge nach ausgestreckt, um der kühlen, an manchen Tagen von Norden her wehenden Bura zu entgehen. In der Tat zieht Hvar besonderen Nutzen aus seiner geschützten Lage: Nicht nur die Bura, sondern auch heranziehende Wolken bleiben an den hohen Bracer Bergen hängen und bescheren den Einwohner Hvars üppige 2718 Jahressonnenstunden im Durchschnitt. Wird der Himmel gewitterschwarz über Brac, so kann man auf Hvar getrost am Strand liegen bleiben und dem Naturschauspiel zusehen.

Natürlich kann man auch von Split aus mit den Jadrolinija-Fähren übersetzen (zudem auch von Drvenik); von Bol gelangt man jedoch ins wunderschöne Hafenstädchen Jelsa am nördlichen „Höcker“ der ansonsten schmalen Insel. Begibt man sich von hier aus ins Landesinnere, riecht und sieht man schnell den Duft und das kräftige Lila des landestypischen Gewächses, des Lavendels. Früher war der Lavendel die Haupteinnahmequelle der Insel, doch nach verheerenden Waldbränden und aufgrund des hohen Aufwands für die Ölgewinnung (100 kg Lavendelblüten ergeben nur 1 l Öl) werden nur noch wenige Lavendelfelder landwirtschaftlich gepflegt.

Je weiter man nach Westen gelangt, desto klarer zeichnet sich das markante Profil der Insel ab. Tiefe Kerben haben Wind und Wasser in den Inselfels gebissen, und wer von der Stadt Stari Grad auf die offene Adria will, muss einen fast norwegischen Fjord durchqueren.
Die Aussichten, die Hvar von seinen Höhen bietet, sind atemberaubend. Man erblickt die Inseln Brac, Vis und Korèula, und an klaren Tagen sieht man in der Ferne den Schaft des italienischen Stiefels.

Ganz im Westen von Hvar liegt der gleichnamige Ort, einigen vor dem Hafen lose verstreut liegenden Inseln und Inselchen zugewandt. Hvar-Ort ist ein Muss für jeden Inselbesucher und der Treffpunkt für die ganze Insel. Äußerst sehenswert ist die Altstadt mit dem Hauptplatz und dem Uhrenturm; von dort lohnt ein Spaziergang auf die „spanische“ Burg von 1557, die über dem Ort thront und eine fantastische Aussicht bietet.

Sollten Sie jetzt Lust bekommen haben, dieses schöne Land einmal selber zu besuchen, dann schauen Sie doch mal bei einem der größten Kroatien-Veranstalter vorbei unter www.idriva.de


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