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Rijeka - die drittgrößte, trubelige Stadt des Landes

Rijeka. Fotos: Kroatische Zentrale für Tourismus/Ivo Pervan
Die Jadrolinja-Fähre nach Split geht erst in 6 Stunden, und zum Ausruhen von der Nachtfahrt nach Kroatien scheint Rijeka, die drittgrößte, trubelige Stadt des Landes, denkbar ungeeignet. Also wieder ein Stück den Berg hoch und nach links hinausfahren aus dem Chaos - Richtung Wohlklang der "Riviera von Opatija". Kein neu hochgezogener Bade- und Bettenort. Wie man hört, soll es hier schon Ende der 60er gastfreundlich und nett gewesen sein.
Die Zierfassaden und mittlerweile als typisch empfundenen Gartenpflanzen wie Oleander verweisen sogar auf eine Ferientradition bis Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Aber weder hier, noch im nahen Lovran, dem der Lorbeere gewidmeten Städtchen, sehen die Ministrände an der Promenade (die insgesamt fast 15 Kilometer lang ist) nach Entspannung aus. Eher munter geht es zu an den "City"-Schwimmstellen. Noch ein Stück auswärts von Lovran wird man dagegen ganz anders gestimmt. Kein flacher Zugang zum Meer, sondern bewaldete Felsen, deren Abstufungen eher spärlich mit Picknickern und Badern belegt sind.
Einen Fels weiter angelt jemand, darüber sitzt ein Paar und tut gar nichts. Sehr empfehlenswert. Immerhin ist es wirklich recht heiß. Selbst zum Nichtstun ist es übrigens angebracht, den Sonnenschirm in einen Steinspalt zu stecken, gerade mittags.
Das Wasser ist wunderbar kühl und klar, sollte nur etwas vorsichtig betreten und wieder verlassen werden. Vor allem, wenn es Wellen gibt, kommt man leicht gegen scharfe Vorsprünge und Stein-Kanten unter Wasser.
Nach einer Weile wird es trotz Sonnenschirm unerträglich warm für Neuangereiste und schwül noch dazu. Also geht es wieder Richtung Ortschaft, getrieben auch vom Hunger und dem konstanten Dauer-Starren der italienischen Familie ein Stück oberhalb - sollte es Stammplätze geben und 4 Meter hangaufwärts wirklich so viel hässlicher sein als hier?
Für 20-40 Kuna, also um die 4 Euro kriegt man in den einfachen Tavernen ein ordentliches Mittagessen - und zwar meistens ein italienisches, vor allem Pizza und Pasta. Das Bestellen ist auch ohne Ratequiz zu meistern, fast alles findet sich in der Karte auf Deutsch und Englisch erklärt. Italienische Einflüsse lassen sich hier in Istrien, wo noch eine recht großen Anzahl von Italo-Kroaten lebt, sowohl in der Küche ausmachen, als auch in der Sprache.
Text: Dagny Riegel

