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Bärensuche in Kroatien

Spaziergang zu zweit. Foto: www.adriatica.net

Brundo ist ein Bilderbuch-Bär: Gesellig ist er, menschenfreundlich, und dann posiert er auch noch gern. Keine schlechte Werbung für das Bären-Refugium in Kuterevo, an den Hängen des Velebit-Massivs in Lika, Kroatien. Hier werden kleine Bären aufgenommen, die durch einen Unfall oder durch Wilderer von ihrer Mutter getrennt wurden, als sie noch zu jung waren, um für sich selbst zu sorgen.

 

Auch Brundo hatte einen Unfall: Aus unbekannten Gründen war er in einen reißenden Bach gefallen. Nachdem er gerettet und von den freiwilligen Mitarbeitern aufgezogen wurde, fehlen ihm natürlich die Kenntnisse für ein selbständiges, wildes Bärenleben im freien Revier. Mit den anderen Bären kann er dank des Enthusiasmus’ einiger Tierfreunde dauerhaft in der Sicherheit des Refugiums bleiben. Für die Zukunft sind im Öko- und Ethno-Dorf Kuterevo noch weitere Projekte im Einklang mit der Natur vorgesehen. Eine Reise wert ist die Gegend aber auch schon allein durch ihre landschaftliche Schönheit.

 

Beeindruckene Tatzen. Foto: www.adriatica.net

Die Bärenkinder-Schutzstation ist etwa 20 Autominuten von Otočac entfernt, von wo eine asphaltierte Straße zum Ort führt. Auch von der Küste her, ist die Anfahrt möglich, wenn man aus der Richtung Senj kommt – übrigens ein beliebter Ausflugsort, von wo aus man die beeindruckende Natur des Velebit genießen kann.

 

Das Refugium kann das ganze Jahr über besucht werden. Der Winter bietet sich aber natürlich nicht sonderlich zur Bärenbeobachtung an, schließlich halten die Tiere dann Ruhezeit. An ihrer Stelle wird man aber durch den schneereichen Winterzauber willkommen geheißen! Die Stadt Senj und der Naturpark Plitvice bieten erholsame Wintertage.

 

Tapsige Bärenjunge in Kroatien. Foto: www.adriatica.net

Drei Monate dauert die Überwinterung des Braunbären – des größten kontinentalen Fleischfressers. Nachdem er im November sein Lager vorbereitet hat, übersteht er diese Zeit ohne Nahrung oder Wasser – sein ganzer Stoffwechsel schaltet herunter. Was aber nicht unbedingt heißt, dass nichts passiert: Tatsächlich bringen die Weibchen während des Winterschlafs ihre Jungen zur Welt! Ob das so erholsam ist?! Die Kleinen wiegen kaum 350 Gramm und halten unter Säugetieren den Rekord im Größenunterschied zur Mutter.

In vielen Ländern sind diese schüchternen Tiere von der Ausrottung bedroht. In Kroatien leben, Schätzungen nach, noch 400 bis 600 Braunbären in der Zone des dinarischen Massivs, und zwar in Gorski kotar und Lika. Obwohl sie bis zu 300 kg wiegen können, ist der Braunbär normalerweise ungefähr 100 bis 150 Kilogramm schwer. Für gewöhnlich bevorzugt er einen ruhigen Lebensraum, vor allem wenn er Junge hat. Deshalb bewohnt er in der Regel abgelegene Gebiete, hoch über dem Meeresspiegel, und steigt nachts auf der Suche nach Nahrung in tiefere Lagen hinunter.

 

Text: www.adriatica.net


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