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Urlaub im Land der Krimis - durch England auf der Spur von Sherlock Holmes & Co
Fragt man bekennende Krimifans, warum sie gerade die englischen Kriminalromane mit einem solchen Genuss lesen, kommt oft die Antwort, dass sie eine ganz tolle, charakteristische Atmosphäre vermitteln, natürlich immer spannend sind, ohne auf billige Action und Blutrünstigkeit zu setzen und ganz eindeutig auch, dass sie „eben in Großbritannien spielen“. Und wirklich sind es neben den Straßen von London, die immer wieder zum (literarischen) Tatort werden, gerade die einsamen Landstriche Englands, die die Phantasie der KrimiautorInnen anregen.
Das fiktive Scardale zum Beispiel, ein abgelegenes Dorf mit eigenbrötlerischen Bewohnern in Derbyshire, ist „Ein Ort für die Ewigkeit“, in dem Val McDermid ein lange verjährtes Verbrechen aufklären lässt. In Nordengland, in der rauen Landschaft des Peak District, spielt einer der Erfolgsromane von Elizabeth George, die zwar Amerikanerin ist, aber trotzdem äußerst britisch schreibt („Undank ist der Väter Lohn“). Im walisisch-englischen Grenzgebiet wiederum, in Shrewsbury, ermittelt mit modernen Methoden und psychologischem Scharfsinn ein mittelalterlicher Mönch: Ellis Peters lässt ihren Bruder Cadfael im 12. Jahrhundert Kräuter mischen und Mörder entlarven.
Viele atmosphärisch dichte Krimis führen den Leser auch in die wildromantischen Grafschaften im Südwesten Englands. Schon Sir Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes nutzte ja seinen Spürsinn im Dartmoor und löste das Rätsel um den „Hund von Baskerville“.
In Devonist aber auch Dame Agatha zu Hause gewesen. Ein Besuch auf Burgh Island lässt „Das Böse unter der Sonne“ wieder aufleben – Mrs. Christie schrieb gerne bei einem Insel-Aufenthalt im dortigen noblen Art-Deco-Hotel, das ihre Phantasie anregte. Ihre Vorliebe für von Parks umgebene Herrenhäuser, in denen um einer Erbschaft wegen gemordet wurde, oder kleine, scheinbar intakte Dorfgemeinschaften spürt man in vielen Christie-Romanen. Man ertappt sich als Besucher der Stately Homes doch immer wieder dabei, hinter die Vorhänge der viktorianischen Speisezimmer zu spähen oder in einer älteren Dame mit zartlila gefärbtem Haar, die ihre Rabatten gießt, eine Miss Marple zu vermuten. Wirkung zeigt auch der Roman „Eishaus“ von Minette Walters: Kaum ein Leser, der nicht beim Besuch einer Gartenanlage beim Anblick einer solchen Vorratshöhle im Erdreich an den grausigen Leichenfund denken muss.
Wer sich nicht ganz auf die eigene Spürnase verlassen will, wenn er auf Krimitour geht, der kann auch einen der organisierten Ausflüge auf kriminalistischer Fährte mitmachen. Zum Beispiel in London.
In der Dunkelheit sind sie am eindrucksvollsten, die Stadtführungen durch London auf den Spuren von „Classic Murders & Crimes“, von Sherlock Holmes oder Jack the Ripper. Bevor Donald Rumbelow seine „Jack the Ripper Haunts“-Tour anbot, war er Polizist in London und gilt als der Experte für den „Ripper“. Sicher weiß er genauso viel über den spektakulären Fall wie die amerikanische Kriminalschriftstellerin Patricia Cornwell, die nach jahrelanger Recherche das Rätsel nun gelöst haben will.
Wem der Schlitzer zu blutrünstig ist, der spaziert lieber die Agatha Christie Mile entlang, die an der eleganten Torbay in Südwestengland den Spuren der großen Lady of Crime folgt. Im Tourist Information Centre von Torquay, wo der Weg beginnt, erhält man alle nötigen Informationen.
Während Agatha Christies Miss Marple und Monsieur Poirot noch in der guten alten Zeit hinter mörderische Geheimnisse kamen, verfolgt Ian Rankins Inspektor Rebus erst seit ein paar Jahren finstere Verbrecher in Schottlands Hauptstadt Edinburgh Der neue Superstar am Krimihimmel beschreibt die Tatorte so treffend, dass die Rebus Tours gleich drei Führungen im Programm haben: „The Life and Times of Inspector Rebus“, „The Water of Death“ und „Hidden Holyrood Tour“.
(Monika Uhe-Woldt)
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