FLUSSKREUZFAHRT AUF HAVEL, ELBE UND MOLDAU

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Von Potsdam nach Prag - eine Flusskreuzfahrt über Havel, Elbe und Moldau

Im Schlosspark von Sans Souci

Im Schlosspark von Sanssouci. Fotos: Gentsch

Eine Flusskreuzfahrt von Potsdam nach Prag bietet viele wunderschöne Eindrücke. Vor allem die vorbeiziehende Landschaft kann man bei einer Flusskreuzfahrt über Havel, Elbe und Moldau in vollen Zügen genießen. Aber auch die Städte, die am Rande der Ufer liegen, können sich sehen lassen. Von Potsdam geht es über Magdeburg, die Lutherstadt Wittenberg und Dresden bis in die tschechische Hauptstadt Prag. Überall erwarten die Kreuzfahrer architektonische Meisterwerke, beeindruckende Sehenswürdigkeiten und Geschichten aus vergangenen Tagen. Na dann, eine schöne Reise!

Potsdam - Urlaub in der königlichen Sommerresidenz

Vom an der Havel gelegenen Potsdam geht die Reise in Richtung Prag. Die ehemalige Sommerresidenz Friedrich des Großen erstrahlt heute dank aufwändiger Restaurierungen wieder in königlicher Pracht. Vor allem das königliche Schloss von Sanssouci und die dazugehörige Parkanlage mit ihren Palästen und Pavillons begeistert Besucher aus aller Welt. Aber auch Potsdam selbst, das inmitten einer wunderschönen Wald- und Seenlandschaft eingebettet ist, besitzt zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten wie die evangelische Nikolaikirche, die französische Kirche und die Universität. Im Vorort Babelberg befinden sich die Filmstudios und der Filmpark Babelsberg, in dem man Stunt-Shows erleben und Filmkulissen erkunden kann.

Magdeburg - gotischer Dom und Grüne Zitadelle

Hundertwassers "Grüne Zitadelle" in Magdeburg

Hundertwassers "Grüne Zitadelle" in Magdeburg

Nach der Durchfahrt des Elbe-Havel-Kanals bei Zerben gelangen die Flusskreuzfahrer nach Magdeburg. Hauptsehenswürdigkeit der Stadt, die 2005 ihr 1.200-jähriges Bestehen feierte, ist der gotische Dom. Er wurde im 13. Jahrhundert als erstes gotisches Bauwerk auf deutschem Boden errichtet. Magdeburg ist aber auch als eines der romantischen Zentren Deutschlands bekannt. Wer es etwas moderner mag, der sollte im Urlaub Hundertwassers „Grüne Zitadelle“ besichtigen. Der Name bezieht sich dabei nicht auf die Außenfassade – diese erstrahlt in Pink – sondern auf das mit Gras bewachsene Dach.

Wittenberg - Urlaub in der Lutherstadt

Die Lutherstadt Wittenberg liegt am nördlichen Elbufer zu Fuße der Ausläufer der Fläming. Ihre Hochzeit hatte die 1180 erstmals erwähnte Stadt im 16. Jahrhundert, als Wittenberg das Zentrum der Reformationsbewegung war. Wichtige Persönlichkeiten wie Martin Luther, Philipp Melanchton und Lucas Cranach lebten damals in Wittenberg. Ihre Wirkungsstätten kann man auch heute noch bei einem Spaziergang vom Osten der Stadt bis zur Schlosskirche im Westen der Stadt erkunden. Dabei passiert man das Lutherhaus, das Melanchtonhaus und den Marktplatz mit bedeutenden Denkmälern.

 

Das Dresdener Schloss steht unweit der Elbe

Das Dresdener Schloss steht unweit der Elbe

Weiter südlich, gelangt man etwa 25 Kilometer vor Dresden nach Meißen. Von sanft geschwungenen Weinbergen umgeben, präsentiert sich Meißen bereits vom Wasser aus als sehenswerte Stadt. Auf dem Burgberg thront die stattliche Albrechtsburg, hinter der die Spitzen des Meißner Doms hervorragen. Auch der Rest der Stadt bezaubert durch eine reiche Architektur. Bei einem Kaffee auf dem Meißner Marktplatz reicht es, gemütlich sitzen zu bleiben und einfach den Blick über die historischen Gebäude Bennohaus, Frauenkirche und Rathaus schweifen zu lassen. Wer sich für das berühmte Meißner Porzellan interessiert, dem sei ein Ausflug in die Meiner Porzellanmanefaktur empfohlen. Hier kann man in Schauwerkstätten die Herstellung des hochwertigen Porzellans erleben oder im Museum alles über die Geschichte erfahren.

Dresden - Semperoper, Zwinger und Tabakmoschee

Einer der Höhepunkte der Flusskreuzfahrt von Potsdam nach Prag ist der Zwischenstopp in Dresden. Viele bekannte Bauwerke der Elbstadt, die für ihr mildes Klima bekannt ist, sind bereits vom Fluss aus sichtbar. Doch da dies noch längst nicht alle sind, sollte man auf jeden Fall einen Ausflug in die Innenstadt Dresdens unternehmen, wo weitere Prachtbauten stehen. Weite Fußstrecken muss man dabei nicht zurücklegen. Der Dresdner Zwinger – ein prächtiger Barockbau aus dem 18. Jahrhundert – befindet sich direkt neben der im Stil der Neo-Renaissance erbauten Semperoper. Auch das Residenzschloss und die erst nach der Wende wieder aufgebaute Frauenkirche liegen in direkter Umgebung. Zwar nicht im Zentrum gelegen, aber ebenso sehenswert ist die Tabakmoschee Yenidze, eine im osmanischen Stil gebaute und umfassend restaurierte Tabakfabrik aus dem frühen 20. Jahrhundert.

 

Auf dem Weg nach Prag passiert man auch das tschechische Leitmeritz

Auf dem Weg nach Prag passiert man auch das tschechische Leitmeritz

Im südlichen Stadtteil Pillnitz liegt das gleichnamige Schloss, das eine Besichtigung lohnt. Der riesige Schlossgarten lädt zu einem gemütlichen Spaziergang ein. Im Anschluss bietet sich ein Ausflug in das Elbsandsteingebirge Sächsische Schweiz an, das mit seinen kuriosen Felsformationen beeindruckt. Ein besonders beliebter Ausflugpunkt ist die Bastei. Dabei handelt es sich um einen 305 Meter hohen Felsen mit Aussichtsplattform. Von der steinernen Basteibrücke genießen die Besucher einen spektakulären Ausblick auf das Elbsandsteingebirge. Aber auch andere Aussichtsplattformen bieten spektakuläre Ausblicke, zum Beispiel auf das Elbtal. Mitten im Elbsandsteingebirge liegt die Festung Königstein, eine der größten Bergfestungen Europas. Auf einem über 200 Meter hohen Tafelberg gelegen, bietet die Festung tolle Ausblicke auf die Umgebung. Spannende Erzählungen über die Geschichte Königsteins erfährt man bei einem geführten Spaziergang über die Anlage.

Böhmen - historische Gebäude in Leitmeritz und Melnik

Weiter geht es in die tschechische Region Böhmen. Dort steht zunächst ein Zwischenstopp in Leitmeritz (tschechisch: Litomerice) auf dem Plan. Die Stadt am rechten Elbufer ist für ihr mildes Klima bekannt, das in der Umgebung Wein und Obst prächtig gedeihen lässt. Zu den touristischen Attraktionen von Leitmeritz zählt der 1,8 Hektar große Marktplatz, an dem viele historische Gebäude wie das Rathaus und der Stadtturm stehen. Besonders interessant ist eine Führung durch das Kellersystem, das viele der Gebäude am Marktplatz unterirdisch miteinander verbindet. Für Besucher sind rund 350 Meter zugänglich, bei denen die bis zu drei Stockwerke tiefen Keller erkundet werden können.

 

Auch die Kleinstadt Melnik, die 30 Kilometer nördlich von Prag am Zusammenfluss von Elbe und Moldau liegt, ist für den Weinanbau bekannt. Sehenswert ist auch hier der Marktplatz mit den historischen Gebäuden und dem Prager Tor, dem einzigen noch erhaltenen Tor der früheren Stadtbefestigung aus dem 15. Jahrhundert. Auf einem Hügel oberhalb des Elbufers thront das Schloss Melnik, das Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut wurde und sehr schön restauriert ist.

Prag - Endstation goldene Stadt

Blick auf Prag - die goldene Stadt

Blick auf Prag - die goldene Stadt

Als krönender Abschluss der Flusskreuzfahrt über Havel, Elbe und Moldau präsentiert sich die tschechische Hauptstadt Prag. Wer hier seinen Urlaub verbringt, bekommt viel zu sehen. Es empfiehlt sich den Stadtrundgang mit einem Besuch der Prager Burg auf dem Hügel Hradschin (tschechisch: Hradcany) zu beginnen. Die Burg entstand ab dem Jahr 800 nach Christus und gilt als größte Burganlage Europas. Sie war Schauplatz historischer Ereignisse wie dem Prager Fenstersturz und der Krönung der Kaiserin Maria Theresia. Beliebte Sehenswürdigkeiten innerhalb der Burganlage sind der Veitsdom mit seinen 100 Meter hohen Türmen und das Goldmachergässchen mit Häusern aus Gotik und Renaissance – darunter auch die Nummer 22, in der Franz Kafka kurze Zeit lebte.

 

Vom Burghügel Hradschin gelangt man über die berühmte Karlsbrücke in die Prager Altstadt. Die Karlsbrücke stammt aus dem 14. Jahrhundert und lädt auf 516 Metern zum gemütlichen Flanieren über die Moldau ein. Verkaufsstände und Straßenkünstler sorgen dabei für zusätzliche Unterhaltung. Viel zu sehen gibt es auch auf dem zentralen Marktplatz Altstädter Ring, in dessen Mitte ein riesiges Denkmal für den Märtyrer Jan Hus steht. Um die ringen sich entlang des 9.000 Quadratmeter großen Platzes zahlreiche historische Gebäude wie die Teynkirche, das Palais Kinsky, die Sankt Niklas Kirche und das Rathaus mit der astronomischen Uhr.

 

Auch das jüdische Viertel Josefstadt lohnt einen Abstecher. Interessant sind hier die vielen Synagogen und der Alte Friedhof mit jahrhundertealten Gräbern, darunter auch bekannten jüdischen Persönlichkeiten. Bei einem Prag-Urlaub sollte ein Spaziergang über die Pariser Straße nicht fehlen. Sie gilt als die teuerste Einkaufsmeile Prags und bietet Luxus pur. Zum Einkaufen eignen sich außerdem der Wenzelplatz mit vielen Geschäften, Restaurants und Cafés sowie die Einkaufsstraße Dlouha.

 

Text: Daniela Hesse


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