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Urlaub in Kos-Stadt - die pulsierende Ader der Insel

Urlaub in Kos-Stadt: Der Bummel durch die Innenstadt führt auf direktem Weg zum Hafen. Fotos: Kamel

Griechischer Wein, Sonne satt, wunderschöne Strände - wer denkt da nicht an einen Urlaub in Kos. Ja, sie haben richtig gelesen, "in" Kos. Aber keine Angst: Wer bis dato dachte, Kos sei eine Insel in Griechenland, muss jetzt nicht an seinen geographischen Kenntnissen zweifeln. Denn was den Sommer-Urlaub angeht, stand die griechische Insel Kos auch in diesem Jahr wieder weit oben auf der Beliebtheitsskala der Deutschen. Das liegt unter anderem an der kleinen Inselhauptstadt Kos-Stadt (circa 12 500 Einwohner). Hier bündelt sich das gesamte touristische und kulturelle Leben der Insel. Neben besten Bademöglichkeiten und allen erdenklichen Wassersportarten, ist es in Kos nahezu unmöglich einen Schritt zu tun, ohne dabei auf eine altertümliche Ruine zu stoßen.

Wer es im Bade-Urlaub gerne etwas ruhiger hat und nicht unbedingt Oberschenkel an Oberschenkel neben seinem Strandnachbarn liegen will, sollte aber eher den Hauptbadestrand Lambi Beach meiden und nördlich der Stadt die Strände beim Kap Skandari aufsuchen. Südlich des Ortes, um das Kap Psalidi gibt es zwar auch einige Kieselstrände. Die gehören aber nicht unbedingt zu den saubersten Plätzchen unter der Sonne.

 

Der virtuelle Urlaub in Kos-Stadt - begleiten Sie uns auf einen Rundgang durch den Ort

Kultur pur: Neben den Überresten einer ehemaligen Säulenhalle gibt es auf der Agora noch vieles mehr zu entdecken.

Wenn der Weltrekord im Dauersonnen dann geglückt ist, sollte man den Urlaub nutzen um ein wenig das kleine Städtchen zu erkunden. Neben den Unmengen an Souvenirläden und Straßencafes, bieten sich vor allem dem weiblichen Geschlecht einige Möglichkeiten selbst im Urlaub die heimischen Kleiderschränke aufzufüllen. In der Innenstadt findet man hier und da kleine Filialen von Markenlabels, wie Benetton oder auch Stefanel. Ist erst mal die größte Mittagshitze vorbei, eignet sich der frühe Abend ideal für einen kleinen Spaziergang durch die verträumte, von Oleanderbäumen umsäumte historische Kulisse der Stadt. Und weil es davon wirklich viel zu sehen gibt, sollte man hierfür auch einige Zeit einplanen.

 

Es ist fast wie in Rom; alle Wege durch die Innenstadt führen letztlich immer zur Agora, dem antiken Versammlungs- und Marktplatz im östlichen Teil der Stadt. Die ersten Steine wurden hier bereits im vierten Jahrhundert vor Chr. gesetzt. Die Ausgrabungen sind zwar immer noch in vollem Gange, trotzdem kann man sich frei auf dem Gelände bewegen.

 

Schreiten Sie im Urlaub auf den Spuren Hippokrates'. Die erste Station auf der Route ist die gleichnamige Plantane mit dem türkischen Brunnenhaus.

In antiker Zeit barg die Stätte die Hafenanlagen. Im Mittelalter wurden hier einige Ritterhäuser befestigt, die aber bei dem schweren Erdbeben von 1933 dem Erdboden gleich gemacht wurden. Einige der erhaltenen Säulen zeugen noch heute von einer antiken Säulenhalle, in der einige Geschäfte untergebracht waren.

Im Osten der Anlage stößt man auf die Überreste einer frühchristlichen Basilika. Darüber hinaus birgt die Agora noch eine Korinthische Kapitelle, einen mittelalterlichen Wehrturm und vieles mehr.

 

Verlässt man den Platz durch den nördlichen Ausgang, tritt man hinaus auf der Platia Elefherias. Hier wird man vom archäologischen Museum der Stadt und der Defterdar Moschee in Empfang genommen. Herzstück des archäologischen Museums ist ein prachtvolles Mosaik aus dem 2./3. Jahrhundert nach Chr.. Ausserdem werden einige römische Marmorstatuen ausgestellt.

Verlässt man die Agora jedoch südöstlich, gelangt man geradewegs in die kulturelle Schatzkammer der Stadt. Auf der Platia Platanu liegen – aufgereiht wie an einer Perlenkette -, der ehemalige Gouverneurspalast (heute die Polizeiwache), die Platane des Hippokrates und die Hadji-Hassan Moschee. In den Gängen des Gotteshauses sind mittlerweile kleine Souvenirläden untergebracht. Die Platane des Hippokrates, angeblich der älteste Baum Europas, unter dem bereits der große Hippokrates gelehrt haben soll, ist an ein türkisches Brunnenhaus gelehnt.

 

Das Kastell ist Wahrzeichen der Stadt Kos und ein absolutes Muss im Urlaub.

Hinter dem Brunnen führt eine Brücke auf direktem Wege zum eigentlichen Wahrzeichen der Stadt - dem mächtigen Johanniterkastell. Es entstand im 15. und 16. Jahrhundert und wurde von dem Erdbeben 1933 sehr in Mitleidenschaft gezogen. Die Außenmauern blieben hiervon allerdings verschont. Ein Rundgang durch das Gelände ist auf jeden Fall lohnenswert, denn von hier aus hat man die beste Aussicht über Stadt, Küste, den benachbarten Hafen und das gebirgige Umland.

Kos-Stadt ist auch kulturell ein Erlebnis

Die Casa Romana und das Odeon sind, trotz ihrer etwas abgeschiedenen Lage nordwestlich von Agora und Innenstadt, einen Abstecher wert. Die restaurierte römische Villa Casa Romana gibt einen lebendigen Einblick in das Leben im alten Rom. Die verschiedenen Zimmer werden von wunderschönen farbenfrohen Mosaiken geschmückt. Der Hauptstraße weiter nördlich folgend, gelangt man von der Casa Romana zum Odeon. Das kleine antike Theater stammt aus dem zweiten Jahrhundert nach Chr. und wird von einem kleinen Waldstück umgeben. Der antike Bau wurde für musikalische Aufführungen angelegt und war einst überdacht. Die 18 Marmorstufenreihen des Theaters sind noch heute sehr gut erhalten.

Der Urlaub in Kos beflügelt die Fantasie: Welche Monumente wohl einst das heutige westliche Ausgrabungsgelände belebten?

Wer sich die kulturelle Schönheit von Kos-Stadt im Urlaub nicht entgehen lassen will, den Marathon quer durch die Stadt aber nur ungern auf sich nimmt; - für den gibt es eine Alternative: Der Mini-Train mit seinen drei kleinen grün-weißen Waggons kreuzt auf seinem Weg die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Fahrt kostet ungefähr 1,40 Euro und startet vom Hafen aus (beim Rathaus) in Abständen von 30 Minuten.

 

Die nicht frei zugänglichen antiken Stätten sind, kosten ungefähr 3 Euro Eintritt (Stand 2004). Studenten zahlen nichts.

 

Obwohl die Stadt beinah überquillt vor historischen Bauten, sind die Ausgrabungen immer noch in vollem Gange. Und die Griechen sind damit anscheinend so beschäftigt, dass sie keine Zeit mehr hatten, das bereits zu Tage Geförderte auch entsprechend zu beschildern. So passiert es dann häufiger, dass man vor Ruinen steht und nicht weiß, was man eigentlich vor sich hat. Mit ein wenig Glück, findet man vielleicht doch noch ein Schild, das aber nicht wirklich für Klärung sorgt: Man erfährt nur, ob es sich um die östliche, westliche oder zentrale Archäologische Zone handelt.

So schmeckt der Kos-Urlaub

Nicht nur kulturell steht man in Kos-Stadt vor der Qual der Wahl. Denn hier findet man von der Gourmetküche bis zur Gyrosbude an der Ecke wirklich alles, was das Herz, beziehungsweise der Magen im Urlaub begehrt. Die zahlreichen Restaurants und Tavernen am Hafen und direkt an den Sehenswürdigkeiten sind von früh bis spät geöffnet. Ansonsten beginnt die Essenszeit ab 18 Uhr.

Im Anatolia Hamam (Nisiriou-Str.) ist bereits die Inneneinrichtung ein absoluter Hingucker. In dem ehemals türkischen Badehaus wird vornehmlich griechische und westliche Küche serviert. Im Restaurant Hellas in der Psaron Str. speist man wiederum unter dem Motto viel, gut und günstig.

Das Straßenrestaurant Select direkt an der Agora ist ein Garant für feine griechische Küche. Besonders abends ist die Atmosphäre hier sehr idyllisch. Und der Geldbeutel wird dabei auch nicht zu stark strapaziert.

 

Erlebt man im Urlaub Kos bei Nacht scheint es, als gebe es hier mehr Bars und Kneipen als Einwohner. Das Nachtleben in Kos-Stadt ist zweigeteilt. Die meisten Bars findet man in der Nähe des Hafens, entlang der sogenannten "Barstreet". Die großen Discotheken beleben hauptsächlich die Badestrände im Norden von Kos-Stadt.

 

Text: Ragah Kamel


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