URLAUB IN KOLUMBIEN
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Kolumbien – Urlaub zwischen Hochland und Karibik
Kolumbien liegt im Norden Südamerikas, eingebettet zwischen Pazifik und Karibik. Durch den Westen des Landes ziehen sich drei Ausläufer der Anden, während der Westen tropisch und von Flüssen durchzogen ist. Diese münden entweder im Orinoco oder im Amazonas. Der südöstliche Teil Kolumbiens gehört sogar zu Amazonien. Dort bedeckt dichter Regenwald das Land. Die Landschaft Kolumbiens zeichnet sich also durch Vielseitigkeit aus, so dass man bei einer Reise vom andinen Hochland an die tropische Karibikküste schon mal den Eindruck bekommen kann, es handele sich um zwei verschiedene Länder.
Die Hauptstadt Bogotá befindet sich auf 2.642 Metern Höhe und wird von den Anden eingerahmt. Sie entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer pulsierenden und modernen Großstadt. Im Kolonialviertel „La Candelaria“ blieb das koloniale Erbe allerdings erhalten und so kann man dort auch heute zwischen weißen Häusern mit roten Ziegeldächern spazieren und den Duft alter Zeiten einatmen. Bei einem Tagesausflug in den Norden von Bogotá, kann man in Zipaquirá einen der merkwürdigsten Sakralbauten der Welt besichtigen, denn die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Kathedrale von Zipaquirá befindet sich in einer Salzmine. Spätestens bei einer Geschmacksprobe, zweifelt keiner mehr daran, dass die Kirche aus Salz besteht. Im angrenzenden Bergwerk wird übrigens immer noch Salz abgebaut.
Viele zieht es in ihrem Kolumbien-Urlaub in die Zona Cafetera. Diese erstreckt sich südlich der Stadt Medellín und ist das Hauptanbaugebiet für den leckeren kolumbianischen Kaffee. Das Zentrum der Kaffeezone ist der Ort Manizales. Von dort aus kann man zu Ausflügen in die Kaffeezone aufbrechen. Im Nationalpark Los Nevados kommen Wanderer auf ihre Kosten, während Reiter im Naturpark Cocora die Landschaft hoch zu Ross genießen können. In Quindio kann man im Kaffeepark einen Einblick in den Kaffeeanbau und seine Verarbeitung bekommen. Die Besichtigung alter Kaffeefincas und Maschinen sowie ein Besuch auf den Plantagen helfen einem dabei.
Im kleinen Dorf San Agustín im Magdalena-Tal sorgen rätselhafte Steinfiguren bei Forschern für Kopfzerbrechen. Insgesamt wurden rund 500 Figuren gefunden, die Abbildungen von Ungeheuern, Fröschen, Adlern und Jaguaren zeigen. Von Wissenschaftlern werden sie auf eine Zeit zwischen dem 6. und 12. Jahrhundert datiert, doch wer die Figuren hier hinterließ, weiß man bis heute nicht. Zu Fuß gelangt man zum Alto de los Idolos und zum Bosque de los Estatuas, in dem es 35 Figuren zu sehen gibt. Dort reicht die größte Statue sieben Meter in die Höhe. Natürlich gibt es noch eine Reihe weiterer Figuren, doch die sind aufgrund des permanenten. Nieselregen in dieser Region und dementsprechend schlammigen Wegen nur mühsam zu erreichen.
Die Karibikküste ist für ihr quirliges Nachtleben und ihre Strände berühmt. Über der traumhaften Kulisse erheben sich die beiden höchsten Berge Kolumbiens; der Pico Simón Bolívar und der Pico Cristóbal Colón sind beide 5.775 Meter hoch und bilden mit ihren schneebedeckten Spitzen einen Kontrast zu den tropischen Karibikstränden.
Viele kommen in ihrem Urlaub nach Santa Marta, um am Playa Rodadero zu entspannen und den Blick über die traumhafte Bucht schweifen zu lassen. Außerdem gelangt man von Santa Marta aus in den Tairona-Nationalpark, der nach den Tairona-Indianern benannt ist, die hier bis ins 16. Jahrhundert lebten. Die Landschaft des Nationalparks könnte abwechslungsreicher nicht sein. Von karibischen Stränden über Nebel- und Trockenwälder bis hin zu tropischem Regenwald ist alles dabei. Bei einem Ausflug kann man einige der tierischen Bewohner entdecken, wie riesige Heuschrecken, Eidechsen, Schlangen und Affen. In dem Park gibt es Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten. Campen im eigenen Zelt ist ebenfalls möglich.
Von Santa Marta aus gelangt man auch nach Teyuna, der „Verlorenen Stadt“. Die einstige Tairona-Stadt wurde erst 1975 wiederentdeckt und gibt Aufschluss über die hochentwickelte Kultur der Tairona-Indianer. Seit der Ausrottung der Tairona-Indianer durch die spanischen Eroberer war die Stadt verlassen. Bei einer mehrtägigen Wanderung kommt man an Resten alter Wege, Treppen, Mauern und Plätze vorbei, die dank genialer Steinplatten-Technik bis heute den starken, tropischen Regenfällen trotzen. Teyuna soll sogar größer gewesen sein als die peruanische Inka-Stadt Machu Picchu.
Wer in seinem Kolumbien-Urlaub die Karibikküste besucht, sollte auch in der alten Festungsstadt Cartagena Station machen. Von hier aus wurde das kolumbianische Gold ins spanische Cadíz verschifft, weshalb die Stadt im 16. Jahrhundert Ziel zahlreicher Piratenangriffe war. Daraufhin beschloss die spanische Krone, die Stadt mit meterhohen, dicken Festungsmauern zu schützen. Diese prägen auch heute noch das Stadtbild der karibischen Küstenstadt und können besichtigt werden. Darüber hinaus kann man es sich in Cartagena bei Cocktails und leckeren Meeresfrüchte-Gerichten gut gehen lassen. Abends klingen heiße Salsa-Rhythmen durch die Gassen der Altstadt. Eine Besonderheit im Nachtleben von Cartagena sind Partys in bunt verzierten Chiva-Bussen. Westlich von Cartagena liegt Barranquilla, die Geburtsstadt der kolumbianischen Sängerin Shakira. Barranquilla ist für seinen Karneval berühmt.
Zu Kolumbien gehören auch die beiden Karibikinseln San Andres und Providencia. Sie liegen allerdings rund 700 Kilometer von der kolumbianischen Küste entfernt, so dass spontanes Inselhopping vom Festland aus nicht möglich ist. Ist man aber erst einmal dort, machen von Palmen gesäumte Traumstrände und türkis schimmerndes, karibisches Meer den Urlaub umso entspannender.
Kolumbien ist aufgrund früherer, sehr heftiger Drogenkriege und andauernder Kämpfe der Regierung gegen Guerillagruppen zwar kein typisches Urlaubsland, doch für Urlauber relativ sicher. Die meisten der landschaftlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten können besucht werden. Weitere Hinweise zur aktuellen Sicherheitslage gibt das Auswärtige Amt.
Daniela Hesse




