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Das Kloster von Sobrado
Das Kloster von Sobrado existiert seit mehr als tausend Jahren. Es wurde als Kloster für Mönche und Nonnen im Jahr 952 gegründet. Während der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts erlebte es Zeiten großer Wohlhabenheit im Schutz der Grafen von Presaras und des Heiligen Pedro de Mezonzo, der vor seiner Ernennung zum Bischof von Santiago Abt in Sobrado war. 1142 wird das Kloster in den Zisterzienserorden eingegliedert. Dieser förderte die Werte klösterlicher Gastfreundschaft und stützte damit ganz wesentlich die Belange der Pilgerfahrt.
Sobrado war das erste Zisterzienserkloster Spaniens. Der Bau der großen Abteikirche begann im Jahr 1150. Im 17. Jahrhundert wurde sie durch das noch heute stehende barocke Gotteshaus ersetzt.
Von der mittelalterlichen Kirche haben sich die Johanneskapelle an der Nordseite der Vierung (1230), der schöne Kapitelsaal (1215-1220) und die Küche aus dem 13. Jahrhundert erhalten. 1498 wurde das Kloster von Sobrado im Rahmen der von den Katholischen Königen geförderten Ordensreform in die Zisterzienserkongregation von Kastilien eingegliedert.
Am Ende des 15. Jahrhunderts begann eine Zeit weitreichender Umbauten, die auch die Kirche und die verschiedenen Klostergebäude betrafen. Zunächst wurde der mittelalterliche Kreuzgang ab 1560 durch einen neuen rechteckigen mit zwei Geschossen in toskanischem Stil ersetzt.
Die Errichtung der Sakristei der Kirche erfolgte ebenfalls in der Renaissance. Sie wurde mit Zentralgrundriß und mit erlesenem klassizistischen Geschmack von Jüan der Herrera aus Santander geplant, der an ihr zwischen 1569 und 1572 arbeitete. Sie befindet sich am südlichen Arm der Vierung und nimmt den Platz der ursprünglich in diesem Teil der mittelalterlichen Kirche vorhandenen Kapellen ein. Sie ist quadratisch und wird von einer Kuppel überwölbt, die sich auf Fächerpfeiler in Form von Jakobsmuscheln stützt.
Man betritt sie über einen Eingang in Form eines auf ionischen Pilastern ruhenden Triumphbogens. Das 17. Jahrhundert ist die Zeit der größten Bautätigkeit am Kloster von Sobrado. Die Arbeiten beginnen 1623 mit der Konstruktion des Kreuzgangs der Pilger. Er ist rechteckig und doppelstöckig, wobei im unteren Geschoß dorische Pilaster verwendet werden und im zweiten ionische.
Die an den Kreuzgang anliegenden Gebäude künden vom Interesse des Klosters an einer würdigen Unterbringung der Gläubigen, die auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela hier vorbei kamen.
1630 nahm man den Bau einer neuen Klosterkirche in Angriff. 1647 wurden die Arbeiten auf der Grundlage neuer Pläne des Architekten Pedro Monteagudo fortgesetzt.
Dank seines Einsatzes, der erst mit seinem Ableben im Jahr 1700 endete, konnte hier eines der beeindruckendsten Bauwerke des galicischen Barock entstehen. Die Kirche basiert auf einem Grundriß in Form eines lateinischen Kreuzes und weist einen spektakulären Aufriß mit kombinierten Säulenordnungen auf; sie verfügt über eine kuppelüberwölbte Vierung und eine 1666 fertiggestellte Fassade von außergewöhnlicher Vertikalität und großer Plastizität in der Dekoration.
Der Architekt Pedro Monteagudo ist auch für die Errichtung der Rosenkranzkapelle verantwortlich (1673). Sie befindet sich im nördlichen Transept und bildet einen prachtvollen Raum mit Zentralgrundriß, der von einer Kuppel auf Hängezwickeln überdacht wird. Ihr barocker Charakter wird von den mannigfachen Effekten verstärkt, die Ambiente, Dekoration und Anordnung der Altäre sowie die Beleuchtung betreffen.
Die großzügigen ornamentalen Details dieser Kapelle bestehen aus naturgetreuen Reliefarbeiten. Sie formen eine Art feierlicher Orchestrierung des Triumphs des Rosenkranzes über die Erbsünde.
Nach der Säkularisation im 19. Jahrhundert wurden die Anlagen eine Zeitlang aufgegeben, doch kehrten die Zisterziensermönche später nach Sobrado zurück, um das Kloster wieder herzurichten und neu zu beleben. Inzwischen sind die Gebäude vollkommen renoviert und glänzen wieder in ihrer alten Pracht.
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