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Das Kartäuserkloster von Pisa
Das Kartäuserkloster liegt circa zehn Kilometer von Pisa entfernt. Es wurde 1366 vom Heiligen Bruno gegründet. Infolge der napoleonischen Gesetze wurde das Kartäuserkloster 1808 seiner religiösen Bestimmung entzogen und ging in Staatsbesitz über, wobei es lange weiterhin den Kartäuserorden beherbergte, der es erst 1972 endgültig verließ. Vom Ende des 14. Jahrhunderts bis zum 18.Jahrhundert musste die Kartause wie eine ständig offene Baustelle ausgesehen haben.
Den grundlegenden Regeln folgend, hielt sich die Architektur der Kartause an die gleiche Aufteilung und Maße der Räume, wie man sie auch in den anderen Kartausenklöstern Mitteleuropas vorfindet. Die Entwürfe schufen oft die Mönche selbst, die die Tragweite der organisatorischen, religiösen und verwaltungstechnischen Probleme des Lebens innerhalb der Kartause besser beurteilen konnten. Dabei standen ihnen Architekten und Künstler verschiedener Herkunft zur Seite.
Im Jahre 1672 wurde die Eingangshalle gebaut, die den neuen Eingang hervorhob, der sich auf einer Achse mit der Kirche befindet. Die Tätigkeit auf der Baustelle wurde im darauffolgenden Jahrhundert intensiver, als Künstler und Handwerker verschiedener Herkunft in Calci zusammenströmten. Kirchenwände wurden mit Fresken ausgemalt, Marmorteile angefertigt und die Fassade verkleidet. 1769 wurde mit dem Umbau der "adligen" Fremdenherberge begonnen. Die Räumlichkeiten waren für hohe Gäste bestimmt. Die Fülle an Dekorationen macht aus der Kartause eine gut zusammenpassende Struktur, in der Architektur- und Verzierungselemente, Mauerstrukturen und Einrichtungen nach genauen Plänen erdacht und verwirklicht wurden.
Beachtlichen Besucherstrom
Heutzutage ist die Kartause der oberen Denkmalbehörde von Pisa unterstellt und kann beinahe vollständig besichtigt werden, weshalb sie Ziel eines beachtlichen Besucherstroms geworden ist. In den Räumlichkeiten ist heute das Museum für Naturwissenschafts- und Heimatgeschichte der Universität untergebracht. Durch die Räume und Einrichtung erhält der Besucher einen Einblick in das Leben der Kartauseen. Ein Teil der Ausstattung ist leider verlorengegangen. Übrig geblieben sind hingegen die Einrichtungsgegenstände aus den heiligen Stätten und aus den repräsentativen Örtlichkeiten.
Ordensgründer St. Bruno
Wenn man das Kloster in seiner künstlerischen Stimmigkeit beurteilt, so gewinnen auch jene Werke, die künstlerisch von «minderem» Niveau sind, einen unbestreitbaren Wert. In diesen Werken ist es unter anderem möglich, die Entwicklung der Ikonographie der Kartause dank der vielfältigen Darstellungen von verschiedenen Heiligen abzulesen. Der Ordensgründer St. Bruno bleibt jedoch der meistgezeigte Heilige: auf Bildern, in Skulpturen und in Stuckarbeit. In der ihm geweihten Kapelle wird in einer fortlaufenden Darstellung der Ablauf seines Lebens geschildert.



Pisa