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Montserrat: Bei der Schwarzen Madonna

Das Kloster Montserrat am Morgen. Fotos: Berit Böhme

Das Kloster Montserrat am Morgen. Fotos: Berit Böhme

Für die Katalanen ist Montserrat Nationalsymbol und Heiligtum. Das von einzigartig-rundlichen Felsen geprägte Bergmassiv liegt eine gute Zugstunde nordwestlich von Barcelona. Mittendrin erhebt sich die gleichnamige Benediktinerabtei Montserrat. Jährlich pilgern rund 2,5 Millionen Besucher zu den Kuttenträgern.

Im Kloster Montserrat leben 65 Benediktiner zwischen 30 und 90 Jahren, Amtssprache ist Katalanisch. Die Brüder betreuen unter anderem die Pilger, den hauseigenen Verlag oder sind als Lehrer tätig. Mehrmals täglich kommen die Mönche zum Gebet zusammen. Abgesehen von der ersten Andacht im Morgengrauen stehen den Besuchern alle Zusammenkünfte in der Kirche offen. Sonntags bis freitags singt im Rahmen der Andacht auch der renommierte Knabenchor „L'Escolania de Montserrat“. Der Knabenchor setzt sich aus Internatsschülern zusammen. Die klaren Stimmen erklingen jeweils um 13 und um 18.45 Uhr.

Zerstörung durch Napoleon

Andacht

Andacht

Die Abtei ist fast 1.000 Jahre alt. Die Bausubstanz stammt aber größtenteils aus dem 19. und 20. Jahrhundert, wenige Gebäudeteile sind aus dem 15. Jahrhundert erhalten geblieben. Die Napoleonischen Truppen hatten das Konvent in Schutt und Asche gelegt. Schon damals wurde Montserrat zum Symbol des katalanischen Widerstandes. Diese Rolle wurde im Spanischen Bürgerkrieg und während der Franco-Diktatur noch betont. Bis heute ist Montserrat für die Katalanen ein wichtiges Nationalsymbol.

Die Schwarze Madonna

Das Kloster ist für die Katholiken Südeuropas eines der wichtigsten Häuser für die Gottesmutter. Denn Montserrat birgt einen Schatz: Die Schwarze Madonna. Die Madonna soll der Sage nach im Jahre 880 in einer Höhle im Montserrat-Gebirge gefunden worden sein und so manches Wunder vollbracht und so manche Unfruchtbarkeit beseitigt haben. Tatsächlich stammt die Holzskulptur jedoch aus dem 12. Jahrhundert. Ursprünglich war die Madonna von rosiger Gesichtshaut. Durch eine chemische Reaktion des an der Skulptur vorhandenen Kalziumkarbonats mit Sauerstoff färbte sich die Madonna nach und nach dunkel. Schon um das Jahr 1400 sprachen die Quellen von der „Schwarzen Madonna“. Die Madonna steht auf einem Podest hinter dem Chorraum der Mönche und ist für Besucher täglich frei zugänglich.

Kunstwerke von Montserrat

Madonna im Kloster Montserrat

Madonna im Kloster Montserrat

Kunstliebhaber sollten Montserrat wegen seines Museums einen Besuch abstatten. In der Pinakothek hängen beispielsweise Werke von Caravaggio, El Greco, Dalí und Picasso. Vom Kloster führt zudem ein Kalvarienweg zu der Kapelle der „Heiligen Höhle“ hinauf. Dort soll einst die Schwarze Madonna gefunden worden sein. Der teilweise steile, aber durchweg befestigte Weg ist mit geistlichen Kunstwerken katalanischer Meister bestückt. Auch Antonio Gaudí steuerte eine Figurengruppe mitsamt Jesus bei.

Wanderparadies

1987 wurde ein Teil Montserrats zum Naturpark deklariert. Durch die Felsen, Pinien- und Eichenwälder zieht sich ein Netz von ausgeschilderten Wanderwegen. Eine Karte ist im Kloster erhältlich.

Innerhalb des Klosterkomplexes bieten sich je nach Geldbeutel verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten. Besucher können zwischen einer Jugendherberge, einer Klosterherberge mit einfach ausgestatteten Ferienwohnungen sowie einem Drei-Sterne-Hotel wählen. Männer dürfen zudem auf Anfrage im inneren Bereich des Klosters wohnen und Mahlzeiten mit den Mönchen einnehmen. In Montserrat gibt es neben einem Café auch ein gutes Restaurant. Montserrat hat zudem eine eigene Spiritusoe: den süßen Kräuterlikör „Aromas de Montserrat“.

Anreise

Nach Montserrat fahren Nahverkehrszüge der Linie R5, die in Barcelona an der Plaza Espanya abfahren. Zu Füßen der Bergkette können Besucher zwischen mehreren Haltestellen wählen. Entweder sie fahren bis zum Haltepunkt Montserrat Aeri und von dort weiter mit der Seilbahn. Oder sie steigen in Monistrol de Montserrat aus und steigen dort in die Zahnradbahn (Monistrol de Montserrat). An beiden Bahnhöfen sind ausreichend Parkplätze vorhanden.

Wer die schmalen Serpentinen lieber selber mit dem Auto in Angriff nehmen möchte, kann bis zu dem vorgelagerten Besucherparkplatz fahren. Der Parkplatz ist kostenpflichtig, von dort sind es rund 15 Gehminuten bis zum Kloster. Fahrpläne und Preise sind auf der Regionalverkehrsseite www.fgc.es einsehbar. Mehr zum Kloster bietet das Web unter www.montserratvisita.com

 

Text: Berit Böhme


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