WINTERURLAUB IN KITZBÜHEL

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Kitzbühel - traditionell meisterlich im Wintersport

Franz Reisch. Fotos: Kitzbühel Tourismus

Kitzbühel – der Name steht für Wintersport, Mythen und Legenden der internationalen Skiszene. Der Aufstieg vom kleinen Bergdorf zur kosmopolitischen Kleinstadt fand dabei seinen Ursprung bereits vor über 100 Jahren, als Franz Reisch mit seinen ersten Skiversuchen im Winter 1892/93 den Grundstein legte, der Kitzbühel schließlich zu dem werden ließ, was es heute ist: Mekka des Skisports und geschichtsträchtige Gamsstadt inmitten der Tiroler Alpen.

Franz Reisch: Pionier des Skisports in Kitzbühel

Eigentlich war es ein Buch, das ausschlaggebend war für die einmalige Entwicklung Kitzbühels zur internationalen Skisportmetropole: „Auf Schneeschuhen durch Grönland“ des norwegischen Polarforschers Fridjof Nansen und die darin bekundete Begeisterung für den damals noch weitestgehend unbekannten Skisport, sorgte seinerzeit für weltweites Aufsehen – auch in Kitzbühel. Franz Reisch war von den Ausführungen Nansens so fasziniert, dass er sich jene „norwegischen Schneeschuhe“, wie Skier damals genannt wurden, besorgte und alsbald seine ersten Gehversuche auf „Brettln“ machte – ganz zur Belustigung der Kitzbüheler. „Schaut´s, iaz is der Reisch ganz narrisch wor´n“ ist nur einer der überlieferten Ausrufe, die der Ski-Pionier während seiner immer weitläufigeren Skitouren durch die Region über sich ergehen lassen musste. Am 15. März 1893 bestieg Reisch erstmals auf Skiern das Kitzbüheler Horn, seine Erlebnisse wurden im November des selben Jahres in der Erstausgabe der Zeitschrift „Der Schneeschuh“ als erster alpiner Skireport veröffentlicht. Die ersten Fotographien aus der Pionierzeit des Skisports in Kitzbühel stammten übrigens von Reischs Freund Josef Herold.

Entwicklung zum alpinen Wintersportort

Kitzbühel zu Beginn des letzten Jahrhundert.

Zusammen mit Gleichgesinnten veranstalteten Reisch und Herold zwei Jahre später ein erstes kleines Skirennen in Kitzbühel - die Geburtsstunde des alpinen Skirennsports - bei der übrigens Herold als Sieger hervorging. Es wird vermutet, dass die kleine Fangemeinde während der folgenden Jahre immer mehr Anhänger fand und regelmäßig Skirennen veranstaltete. So berichtete der „Kitzbüheler Bezirks-Bote“ im Jahre 1900 von den ersten Kitzbüheler Ski-Meisterschaften, die von da an jedes Jahr am 6. Januar stattfinden sollten. 1901 gab es bereits eine Ausschreibung zum „Schneeschuhlauf“ mit Start auf dem Sinnwellkopf. Gleichzeitig mit dem Aufschwung des Skisports in der Region kam auch die Entwicklung des Wintertourismus auf Touren: Bereits 1888 eröffnete mit Schloß Lebenberg die erste, auch im Winter geöffnete Hotel-Pension in Kitzbühel. Die ersten Gäste waren damals vor allem englische Wintersporturlauber, ab 1895 kamen auch vermehrt Skiurlauber aus anderen Ländern und Regionen nach Kitzbühel - das Angebot an Pensionen und vermieteten Appartements wuchs stetig.

Der Kitzbüheler Ski Club: Traditionell meisterlich

Die erste Eintragung einer organisierten Skivereinigung in Kitzbühel datiert auf das Jahr 1902: Am 15. Dezember wird die freie „Wintersportvereinigung“ im Hotel „Schwarzer Adler“ - heute Hotel Tyrol – gegründet, drei Jahre später, 1905, in den „Wintersportverein“ (WSV) umgewandelt. Im selben Jahr finden die 1. Tiroler Skimeisterschaften statt, ein Jahr später der erste Abfahrtslauf auf dem Kitzbüheler Horn. Ganze 25 Jahre sollte es dauern, bis zur ersten offiziellen Austragung des legendären „Hahnenkammrennens“ am 28. und 29. März 1931. Sieger wurde damals der Österreicher Ferdl Friedensbacher mit einer Zeit von 4:34,2 Minuten. Am 20. Juli 1931 schließen sich der „Wintersportverein“, die „Skiriege“ und der „Kitzbüheler Sporting Club“ zum "Kitzbüheler Ski Club" (K.S.C) zusammen. Durch die sportlichen Erfolge seiner heute rund 4700 Mitglieder – nicht weniger als 49 Olympia- und Weltmeisterschaftsmedaillen gehen auf das Konto - sowie die organisatorischen Leistungen, genießt der KSC international hohes Ansehen und gilt als einer der ältesten und erfolgreichsten Skiclubs überhaupt. Ernst Hinterseer – der Vater von Olympiasieger und Schlagersänger Hansi Hinterseer, Hias Leitner, Anderl Molterer und Toni Sailer – der schwarze Blitz aus Kitz – sind nur einige der Skilegenden, die der KSC über die Jahre hervorbrachte und nach wie vor zu seinen Mitgliedern zählt.

Das Hahnenkamm-Rennen: Der Mythos lebt

Skiläufer aus alten Tagen.

Das legendäre Hahnenkammrennen in Kitzbühel gilt als das bedeutendste und am besten organisierte Rennen des internationalen Skizirkus. Jahr für Jahr zieht es Millionen von Zuschauern vor die Bildschirme, Zehntausende reisen in die Gamsstadt, um live dabei zu sein, wenn die Stars der internationalen Skiszene um wertvolle hundertstel und tausendstel Sekunden kämpfen – dabei hat sich seit der ersten Austragung 1931 einiges getan und verändert: Während der Entstehungsjahre gab es noch keine festgelegte Rennstrecke, vielmehr wechselten die Austragungsorte im Kitzbüheler Skigebiet mehrfach. Erst in den 50er Jahren etablierten sich „Streif“ und „Ganslern“ als fixer Bestandteil des Hahnenkammrennens. Während der nächsten zwei Jahrzehnte wurden die Abschnitte „Startschuss“, „Mausefalle“, „Steilhang Einfahrt“ sowie „Alte Schneise“ zur renntauglichen Befahrung ausgebaut. 1966 wird ein weiteres Stück Skirennsportgeschichte geschrieben, als auf der „Seidlalm“ die Idee des Weltcups geboren wird - ein Jahr später findet der erste Hahnenkamm-Weltcup in Kitzbühel statt. In den 70er Jahren erfolgt die Fertigstellung des „Hausbergs“, in den 80er Jahren wird erstmals damit begonnen, ausgiebig an der Streckensicherheit der „Streif“ zu arbeiten. Nachdem das Hahnenkammrennen 1993, nach 1964 und 1988, bereits zum dritten Mal wegen Schneemangels abgesagt werden muss, kommt es zum Bau von Beschneiungsanlagen entlang der „Streif“ und „Ganslern“ durch die Bergbahn AG Kitzbühel. Während der 90er Jahre wird vor allem der Ausbau der Streckensicherheit weiter vorangetrieben, erstmals wird der Super-G als dritter Wettbewerb in das Hahnenkammrennen integriert. Heute präsentiert sich das Hahnenkammrennen als regelrechtes Medienspektakel und Maßstab für den internationalen Skirennsport. Der Sieg bei der Königsdisziplin, der Abfahrt auf der „Streif“, ist dabei für viele Rennläufer der absolute Höhepunkt ihrer Karriere und jedes Jahr aufs Neue absolutes Highlight der internationalen Skirennsaison.

 

Text: Kitzbühel Tourismus

 


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