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"Keschtnweg" - Wandern im Reich der Kastanienhaine
"Wandern im Herbst hat seine ganz besonderen Reize".
Die meisten denken bei diesem Satz wohl an das prächtige herbstliche Farbenspiel unserer Laubwälder. Oder die klare und kalte Luft der einheimischen Bergwelten. Zurecht. Doch der Herbst bietet für Naturfreunde noch andere Attraktionen. Kennern fällt zum Beispiel das Stichwort "Kastanienernte ein. Im Eisacktal (Südtirol) gibt es sogar einen eigenen "Kastanienwanderweg" bzw. - so die einheimische Bezeichnung - "Keschtnweg". Eine Verbeugung vor der braunen Waldfrucht, die jahrhundertelang die regionale Kultur prägte und zum Teil noch heute prägt.
Der Keschtnweg erstreckt sich in einen Band von (Eß-)Kastanienhainen vom Vahrner See bei Brixen längs der Hänge des Eisacktals bis hin zum Rittner Hochplateau und hinunter in den Bozner Talkessel zur Bilderburg Runkelstein. 63 Kilometer lang ist die markierte Route, deren Naturlandschaft neben Kastanienkulturen sattgrüne Wiesen und farbenprächtige Mischwälder bietet. Ein weiteres Highlight sind glaziale (eiszeitliche) Landschaftsformen.
Kastanie hat traditionell hohe Bedeutung für die Region
Auf Schritt und Tritt trifft der Wanderer zudem auf Kulturdenkmäler wie Kirchen, Klöster und Schlösser, die von einer Jahrhunderte alten Kultur zeugen. Um viele Kulturzeugnisse und natürlich die Kastanie ranken sich Anekdoten, Märchen und Sagen. Wie die vom „Ketschmandl“, das sich gern in den hohlen Stämmen alter Kastanienbäume versteckte und sich sogar so klein machen konnte, dass es in einem leeren Keschtn-Igel Platz fand. Im Herbst zog der Wicht aus, um ungehorsamen Kindern und "naschhaftem Dienstpersonal" das Fürchten zu lehren.
Die Ehrung der Waldfrucht durch den Keschtnweg ist – wie solche Sagen erahnen lassen - beileibe keine Masche, Touristen in die Region zu locken. Die Kastanie war in der Region bis in die Neuzeit für sechs Monate wichtiges Nahrungsmittel, während der zwei Weltkriege sogar ganzjährig. Ihr Holz diente als Baustoff und ihr Laub als Stroh für die Ställe. Als klassische "Armenspeise" wurde der "Brotbaum" vor allem in Klöstern und anderen kirchlichen Anliegen kultiviert und zu Mehl verarbeitet.
Natürlich wird längs des Keschtnweges auch heute noch an das leibliche Wohl gedacht. Der Wanderer trifft in kurzen Abständen auf Gasthöfe mit einheimischen Produkten wie etwa Hollersaft, Speck - und natürlich Kastanien. Auch die Weine der Region sind empfehlenswert.
Alle Sehenswürdigkeiten – einschließlich der Feen und Geister – und Einkehrmöglichkeiten der Route sind in einer speziellen Wanderkarte und einem Begleitheft festgehalten. Auf der Internetseite des Tourismusverbandes Eisacktal können sie zudem eine informative Datei zum Keschtnweg herunterladen.
Mehr Informationen:
Tourismusverband Eisacktal, Brixen Tel: (0039)0472 802 232Fax: (0039) 0472 801 315
Im Internet: www.eisacktal.com

