REISEBERICHTE AUS ALLER WELT - TOLEDO UND KASTILLEN LA MANCHA
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Toledo ein belebtes Freilichtmuseum
Am nächsten Tag stand eine Stadtführung durch Toledo auf dem Programm. Dabei bildete der Besuch in der Kathedrale - unerwarteter Weise - den absoluten Höhepunkt der Führung.
Die Kathedrale bot so viele überraschende Eindrücke, dass jedem, der sich auch nur etwas für Kunst interessiert, geraten werden kann, eine deutschsprachige Führung zu buchen oder sich anhand eines Fachbuches vorzubereiten. Allein die Krypta mit ihren Kunstwerken von Goya ist einmalig.
Aber nicht nur die Kathedrale ist sehenswert, ganz Toledo gleicht einen bewohnten Freilichtmuseum. Das liegt daran, dass im Jahr 1561 der damalige spanische König Philipp II. die Hauptstadt nach Madrid verlegte und Toledo danach in eine Art Dornröschenschlaf verfiel. Es wurden keine neuen Gebäude errichtet und keine alten abgerissen. Auch die industrielle Revolution ging an der Altstadt spurlos vorbei und macht die Stadt heute für Touristen ungemein besuchenswert.
Besuch in der Bodega Casas de Valle
Im Laufe des Vormittags wurde es immer wärmer, die Temperaturen stiegen auf über 38 Grad im Schatten, so waren wir froh, in den klimatisierten Bus zu steigen. Das Ziel der Fahrt war die Bodega Casas de Valle, ein neues Weingut der Olarra-Group, die durch ihre hervorragenden Rioja-Weine weltbekannt ist. Vor der Bodega wurden wir aufs charmanteste von Frau Sara Corrales der Repräsentantin des Hauses begrüßt, und anschließend zu einer kleinen Rundtour durch die Weinberge der Bodega eingeladen. Hier erfuhren wir einige interessante Details über die noch recht jungen Weinfelder, zum Beispiel über die Bewässerung, den Rebschnitt, die Lese und die verschiedenen Rebsorten.
Anschließend probierten wir Weine aus den drei Hauptreben Cabernet Sauvignon, Merlot und Shiraz (Syrah) und ließen uns die dazu servierten Leckereien schmecken.Höhepunkt war Migas, eine Spezialität der Region Kastillen La Mancha aus Chorizo, Speck, pochierten Eiern, Gemüse, Gewürzen und fein zerkleinertem Brot.
Die Windmühlen von Consuegra
Anschließend testeten wir noch jeweils einen jungen Cabernet Sauvignon und Syrah vom Fass und besichtigten die Weinkeller mit dem Fass- und dem Flaschenlager, der Abfüll- und Etikettieranlage und dem Büro, in dem die Weine analysiert werden.
Aber der Nachmittag war für uns noch nicht zu Ende. Da wir schon mal in der Gegend waren, wollten wir noch die berühmtesten Windmühlen der Welt sehen. Und so fuhren wir über Autobahn
und Landstraße bis zur Kleinstadt Consuegra, durch sie hindurch und dann bergauf bis zu den sieben Windmühlen, die südlich des Ortes auf einer Bergkette thronen und als eines Wahrzeichen Spaniens bekannt sind. Sie gelten auch als die Mühlen gegen die Don Quijote gekämpft hatte.
Flamenco-Darbietungen vor der Kathedrale
Abends steuerten wir nicht die Altstadt von Toledo an, sondern das am Rande der Stadt liegende Parador. Für uns war ein Tisch im Restaurant dieses stattlichen Luxushotels reserviert, allerdings hätte uns ein Aperitif und einige Tapas auf der Terrasse als Abendessen gereicht. Es war Abenddämmerung und der Blick über Toledo war einfach grandios. Hier den Sonnenuntergang in Ruhe zu genießen wäre sicherlich herrlich gewesen. Wir aber aßen im Restaurant, das etwas kalt wirkte.
Das Essen war sehr dem Geschmack der Gästeschar aus allen Herren Ländern angepasst, - auf gut deutsch, es war recht belanglos, der Service war routiniert, aber wirkte etwas unmotiviert.
Nach dem Essen fuhren wir dann wieder nach Toledo hinein. Die Straßen waren voller Einheimischer und auch Touristen, die entweder plaudernd durch die romantischen Altstadtgassen flanierten oder andächtig den Flamenco-Darbietungen vor der Kathedrale lauschten.
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