URLAUB IN ÄGYPTEN - KARNAK

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Kultur-Urlaub pur - der Amun-Tempel von Karnak

Urlaub in Ägypten: Der Karnak-Tempel, erster Pylon. Foto: FVA Ägypten

Die Tempelanlage des Gottes Amun (dem König der Götter) ist das größte Heiligtum des Landes und ein Muss für jeden Ägypten-Urlauber. Kulturbegeisterte werden im Urlaub voll auf ihre Kosten kommen, denn die Anlage bietet Schätze so weit das Auge reicht. Ungefähr 2100 vor Chr. begann der Bau der Stätte, die in der Folgezeit von den ägyptischen Königen immer wieder verändert und erweitert wurde. Die Tempelstadt setzt sich insgesamt aus vier verschiedenen Komplexen zusammen: Nördlich vom Amun-Tempel liegt der Tempel seines thebanischen Lokalrivalen, des Gottes Month, der heute unzugänglich ist. Im Süden folgt der Kultstätte des Götterkönigs Amun der Tempel seiner Göttergemahlin Mut. Und schließlich liegt zwei Kilometer südlich der Tempelbau von Luxor. Verbunden sind beide Anlagen durch eine Allee, die von Sphingenstatuen gesäumt wird. Der gesamte Komplex des Amun – Tempels wird von einer Lehmziegelwand umgeben, die teils in neuerer Zeit rekonstruiert wurde.

Die Anlage liegt entlang von zwei Achsen, – West-Ost und Nord-Süd. Wer sich diesen Kulturschatz des ägyptischen Altertums im Urlaub nicht entgehen lassen möchte, sollte einen Fußmarsch durch das geheimnisvolle Gelände wagen. Bei einer Besichtigung ist es ratsam dem West-Ostverlauf der Anlage zu folgen. Geöffnet ist die Stätte im Sommer täglich von 6 – 18 Uhr und im Winter von 6 – 17 Uhr.

Urlaub in Ägypten - ein unvergessliches Erlebnis längst vergangener Zeiten

Die imposanten Säulengänge in der Tempelanlage. Foto: Franzen

Hat man einmal das Wagnis auf sich genommen und die ersten Schritte durch den Westeingang des Geländes gesetzt, gelangt man durch den ersten Pylon ( Toranlage) direkt in den ersten Hof. In dem Tordurchgang befinden sich Übersichtspläne mit allen Attraktionen. Links im Hof liegt nun der kleine Tempel Sethos II (1204-1198 v. Chr.). Der Bau ist dreigegliedert und umfasst jeweils ein Heiligtum für die Götter Amun, Mut und den Sohn Chons.

Dem zweiten Pylon ist der Säulengang des Taharqa (690 – 664 v. Chr.) vorgelagert. Er besteht insgesamt aus zehn Säulen, die die Form von Papyrusstengeln haben. Rechts schließt sich der Säulenkolonnade der Tempel Ramses II an (1187 – 1156 v. Chr.). Der folgende zweite Pylon entstammt der Herrschaft von Haremhab (1319-1293). Zwischen dem zweiten und dritten Pylon liegt der imposante Große Säulensaal. Begonnen wurde der Bau unter Amenophis III (1390 – 1353 v. Chr.), fertiggestellt wurde das Monument jedoch erst von Sethos I (1290 – 1279 v. Chr.) und seinem Sohn Ramses II (1279 – 1213 v. Chr.) Von ihren „Heldentaten“ zeugen die prächtigen Reliefs an den Außenwänden des Säulensaales. Dargestellt werden der Sieg Ramses II über die Hethiter in der Schlacht von Kadesch und die Unterwerfung der Libyer, Syrer und palästinensischen Fürsten unter Sethos I. Der weitere Weg durch den dritten Pylon führt zu den Obelisken Thutmosis I und der Hatscheput.

 

Weiter dem West – Ost Verlauf der Anlage folgend, stößt man nach kurzer Zeit auf das granitene Barkenheiligtum. Ursprünglich wurde in ihm die Prozessionsbarke des Götterkönigs Amun Re aufbewahrt. Erneuert wurde das Sanktuar (Heiligtum) um 320 v. Chr. von Philipp Arrhidaios – dem Halbbruder Alexanders des Großen. Hinter einem weiten Hof folgt dann das Herzstück der Anlage: die quer gelagerte fünfschiffige Festhalle Thutmosis III und das „Allerheiligste“,- der Botanische Garten. Dem Garten ist ein kleiner Saal angegliedert, der an seinen Wände schöne Reliefs trägt. Sie stellen Tiere und Pflanzen dar, die der Pharao einst aus Syrien mitbrachte.

Kultururlaub auf den Spuren der Pharaonen

Der magische Skarabeus am Heiligen See. Foto: FVA Ägypten

Und das waren noch lange nicht alle Sehenswürdigkeiten. Wer sich in seinem Urlaub vorgenommen hat die ganze Anlage zu besichtigen, sollte Zeit und ein gutes Paar Schuhe mitbringen. Allerdings wird man dafür auch reichlich belohnt. Ist man erst mal bis in Innere der Anlage vorgestoßen, liegt östlich hinter der Tempelmauer der „Heilige See“. Hier gibt es eine kleine Cafeteria in der man sich nach so viel Kultur ein wenig ausruhen kann. Die bisherigen körperlichen Anstrengungen werden mit einem herrlichen Blick über die Anlage wieder wettmacht. Der See wurde in alter Zeit von den Priestern für die rituellen Waschungen verwendet. Am Rande des Sees steht eine große Skarabäusstatue aus Rosengranit. Umrundet man ihn, winkt die Erfüllung jeglicher Wünsche.

Westlich vom Skarabäus beginnt mit dem siebten Pylon die Nord – Süd Achse der Kultstätte. Der Hof der Cachette machte von sich Reden, als man dort Anfang des 20. Jahrhunderts einen beachtlichen Fund machte. In seinem Fundament kamen mehr als 18 000 Bronze- und Steinstatuen zum Vorschein. Die Nord – Südachse verläuft weiter bis zum zehnten Pylon des Amun – Tempels. Da die Ausgrabungsaktivitäten hier noch in vollem Gange sind, ist dieser Seitenarm der Anlage für die Besucher gesperrt.

Ägyptische Baukunst von ihrer schönsten Seite

Kultur-Uraub in Karnak: Die Sound & Light Show taucht die Tempelanlage in ein ganz besonderes Licht. Foto: FVA Ägypten

Will man den Kultur-Urlaub wirklich abrunden, darf auch ein Besuch im angegliederten Freilichtmuseum nicht fehlen. Neben Denkmälern aus den verschiedenen Dynastien, bilden die weisse Kapelle Sesostris` I (1918 – 1875 v.Chr.) und die wiederaufgebaute Rote Kapelle der Hadscheput den Mittelpunkt der Ausstellung. Erstere gehört zu den ältesten Bauten der Tempelanlage. Die Rote Kapelle wiederum wurde aus schönen Quarzit – Relief – Blöcke errichtet. Da der touristische Rummel im Museum größten Teils ausbleibt, findet man unter den Bäumen ein ruhiges Schattenplätzchen zum Pausieren und Erholen.

 

Für alle die es romantisch mögen ist die Sound & Light Show ideal um den erlebnisreichen Tag gemütlich ausklingen zu lassen. Das eindrucksvolle Lichtspektakel findet an der modernen Tribüne am "Heiligen See" statt und dauert ungefähr 45 Minuten. Es gibt auch Shows in deutscher Sprache und es empfiehlt sich eine Jacke mitzunehmen.

 

Text: Ragah Kamel


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