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Lebhafte Kobolde, fliegende Fische und riesige Schildkröten - die Tierwelt der Karibik

Grüne Meerkatze. Foto: gemeinfrei

Nicht nur Aussteiger träumen von einem Leben unter Palmen mit ganzjährig warmen Temperaturen und tropischer Vegetation. Auch zahlreiche Tierarten haben die karibische Inselwelt für sich entdeckt.

Unter ihnen ist auch die Grüne Meerkatze, die gleich auf drei kleinen Antillen-Inseln zu finden ist: auf Barbados sowie auf St. Kitts und Nevis. Eigentlich sind die Meerkatzen-Affen in Afrika beheimatet, doch hielt man sie im 17. Jahrhundert in Europa gerne als Haustiere. Als die Kolonialherren dann die karibischen Inseln besiedelten, brachten sie ihre Lieblinge mit. Der Gesamtbestand an Grünen Meerkatzen auf Barbados wird heute auf mindestens 5.000 Tiere geschätzt. Damit sie landwirtschaftliche Kulturen - die Affen graben mit Vorliebe Yamsknollen und Kartoffeln aus oder vergreifen sich am Zuckerrohr - nicht weiter plündern können, siedelt man die Tiere auf die vorwiegend touristisch genutzten Inselteile um.

Nicht auf, sondern vor Barbados lebt der Flying Fish. Er ist sowohl Wahrzeichen als auch Nationalgericht. Fliegende Fische schwimmen sehr dicht unter der Wasseroberfläche, schießen dann heraus und gleiten durch die Luft: Für eine 200-Meter-Strecke brauchen sie nur 13 Sekunden.

Der Jacquot oder der St. Lucia Parrot ist das Nationaltier der gleichnamigen Insel. Dieser bunte Papagei lebt ausschließlich auf der kleinen Karibik-Insel in den Baumkronen der Wälder und ernährt sich von Früchten und Nüssen. Sein Federkleid ist überwiegend grün, mit roten, türkisfarbenen und gelben Flecken und einem blauen Kopf. Rot leuchtet der Nationalvogel von Trinidad & Tobago. Der Rote Sichler lebt in Kolonien in den Sumpfländern Caroni. Sein Futter findet er im gegenüberliegenden Orinokodelta in Venezuela. Der Vogel schmückt sowohl Wappen als auch die Ein-Dollar Note von Trinidad & Tobago.

Um einiges kleiner ist das heimliche Wappentier der Puerto Ricaner. Der winzige Frosch Coqui kann nur auf puertoricanischem Boden überleben und bleibt so seiner Heimat bis zum Tode treu. Die Ausmaße des Coqui bewegen sich zwischen 15 und 18 Millimetern. Doch der Winzling fällt nicht durch seine Größe, sondern vor allem durch seine Stimme beim allabendlichen Zirpkonzert auf. Ein weiteres Lieblingstier Puerto Ricos zeichnet sich hingegen durch seine Gangart aus. Paso Fino (spanisch: feiner Schritt) heißen die Nachkommen andalusischer Berber-Pferde, die im 15.Jahrhundert von den Spaniern auf die Insel gebracht wurden. Die Puerto Ricaner sagen: "Paso Fino reiten ist wie Rolls Royce fahren. Man fühlt kaum den Boden unter sich."

Diesen spüren die Kriechtiere des Arikok Nationalparks, wie die Arubanische Inselklapper- und Katzenaugenschlagen - ganz deutlich. Der Yuana Leguan lebt ebenfalls auf Aruba und wurde früher sogar in der einheimischen Küche verwendet. Mittlerweile ist das grün-grau-braune Tier unter Naturschutz gestellt und besonders oft auf dem Gelände des Bucuti Beach Resort zu finden. Die bis zu ein Meter lange Echse ist für Besucher eine wahre Attraktion.

Auf der Mini-Insel Jumby Bay (bei Antigua) stehen andere Reptilien im Mittelpunkt: die Karettschildkröten. Am Pasture Bay Strand befindet sich einer der Hauptnistplätze der Ur-Reptilien, die seit 1987 unter wissenschaftlicher Beobachtung stehen. Von Juli bis November patrouilliert ein Forscherteam ab Einbruch der Dunkelheit bis zum Morgengrauen am Strand entlang. In dieser Haupt-Brutzeit kommen die Weibchen aus dem Meer und legen um die 150 Eier in den Sand. Resort-Gäste, die sich für die „Turtle Watch“ angemeldet haben, werden sofort informiert, um sich das Schauspiel anzusehen. Ein wundersamer Moment, wenn Gäste im Abendkleid oder Pyjama zum nächtlichen Strand eilen.

 

Bei der jährlichen Freilassung der Schildkröten auf den Cayman Islands. Foto: AG Karibik

Bei der jährlichen Freilassung der Schildkröten auf den Cayman Islands. Foto: AG Karibik

Auch auf der Cayman Turtle Farm richtet man sein Hauptaugenmerk auf Schildkröten. Mehr als 16.000 Meeresreptilien bietet die Aufzucht-Station ein Zuhause, bevor die bis zu 600 Pfund schweren Tiere wieder ins Meer entlassen werden. Schon immer haben sie in der Geschichte der Cayman Islands eine besondere Rolle eingenommen. Columbus nannte die Inseln bei ihrer Entdeckung „Las Tortugas“ (die Schildkröten). Angeblich bevölkerten so viele Tiere die Inseln, dass sie aussahen, als wären sie von Steinen bedeckt. Überhaupt nimmt die Schildkrötenbeobachtung einen großen Stellenwert in der Karibik ein. Auf Bonaire werden sie sogar per Satellit und übers Internet verfolgt.


Weitere Ur-Riesen können Touristen an der Südostküste Grenadas beim Whalewatching erspähen. Obwohl das ganze Jahr über "Walzeit" herrscht, trifft man zwischen Dezember und April auf die meisten dieser imposanten Großsäuger. Nicht im Meer, sondern in Kalksteinhöhlen halten sich Fledermäuse auf den Bahamas auf. Zwölf verschiedene Arten können auf verschiedenen Inseln angetroffen werden, manche davon kommen nur auf den Bahamas vor.


Weitere Informationen bei:
Arbeitsgemeinschaft Karibik e.V.; CTO-Chapter Central Europe
Postfach 1161; 63590 Hasselroth
Tel.: 06055 – 9380194
Fax: 06055 – 900005;
eMail: im(at)karibik.de
Internet: www.karibik.de


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