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Karneval auf den Bahamas

Farb- und Klangpracht: Junkanoo

Farb- und Klangpracht: Junkanoo

Karneval gleich "Helau" und "Alaaf" bei schneematschigem Wetter? Ganz anders geht es auf den Bahamas zu, wenn der Junkanoo gefeiert wird. Auf das bunte, ausgelassene Treiben des Karnevals dort muss man jetzt nicht mal mehr bis zum Winter warten. Im Juni ist dieses Jahr anlässlich des 30. Unabhängigkeitstages jeden Samstag Junkanoo - und dann natürlich nochmal im Dezember und Januar, wie es die Tradition will.

 

Jetzt können Besucher der Bahamas den einheimischen Karneval Junkanoo auch außerhalb der Saison erleben. "Junkanoo in June" heißt das Festival, das jeden Samstag im Juni in Nassau auf dem Programm steht. Traditionsgemäß feiern die Einheimischen jeweils am 26. Dezember und am 01. Januar dieses farbenprächtige Fest, doch anlässlich der diesjährigen Feierlichkeiten zum 30. Unabhängigkeitstag der Bahamas findet das fröhliche Treiben in kleinerem Rahmen auch im Sommer statt.

An vier Samstagen zwischen 14.00 und 23.00 Uhr verwandelt sich der Arawak Cay zur Junkanoo-Hochburg. Hier sorgen die besten Musiker und Sänger der Bahamas für Partylaune. An den zahlreichen Ständen mit Kunsthandwerk kann sich jeder Besucher sein eigenes Junkanoo-Kostüm anfertigen oder die typischen Musikinstrumente wie Kuhglocken, Trillerpfeifen, Rumbarasseln, Trommeln und Hörner erwerben. Den Höhepunkt der Veranstaltung bilden die abendlichen Paraden, bei denen Touristen und Einheimische ihre Kostüme vorführen und die neu erworbenen Instrumente einsetzen können. Eine 50 Kopf große Junkanoo-Gruppe gibt dabei den Ton an und animiert zum Mitmachen.

 

Musik, die mitreißt

Musik, die mitreißt

Normalerweise laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, wenn bei uns die ersten Lebkuchen in den Geschäften auftauchen und irgendwann das Lametta und die Christbaumkugeln aus den Schubladen geholt werden. Jedes Jahr im Dezember und Januar feiern die Bewohner des 700-Insel-Staates das farbenprächtige afro-bahamesische Fest, das von Walker's Cay im Norden der Inselgruppe bis Inagua im Süden niemanden schlafen lässt, während es bei uns eher besinnlich und ruhig zugeht. Die größten Paraden finden in Nassau und Freeport/Grand Bahama statt. Seinen Ursprung hat der Junkanoo noch in der Zeit des Sklavenhandels, als man den schwarzen Leibeigenen einmal im Jahr einen freien Tag gewährte und ihnen erlaubte, ein Fest mit afrikanischen Bräuchen zu feiern.

Die kunterbunten Kostüme und Paradewagen sowie der schillernde Kopfschmuck werden in liebevoller Handarbeit aus Draht, Pappe und unzähligen Streifen Krepppapier gefertigt und geklebt. Jede der zahlreichen Junkanoo-Gruppen, die sich zum Beispiel "The Valley Boys, One Family, Fox Hill Congos oder Saxon Superstars" nennen und aus bis zu 1.000 TeilnehmerInnen bestehen, hofft darauf, den ersten Preis für ihre reich verzierten Kunstwerke zu gewinnen. Die Kreationen, die aktuelle gesellschaftliche Themen ebenso darstellen wie sie auch völlig der freien Phantasie entsprungen sein können, haben mitunter Ausmaße bis zu 2,50 Meter und verfügen natürlich über ein entsprechendes Gewicht, das bis zu zwei Zentnern erreichen kann.

 

Der Compass Point, Nassau. Fotos: Bahamas Tourist Office

Der Compass Point, Nassau. Fotos: Bahamas Tourist Office

Ganz so überschäumend wie zum traditionellen Zeitpunkt ist der kleine Junkanoo im Juni natürlich nicht in Nassau. Aber er ist ja auch bei weitem nicht das einzige, was diese Stadt liebenswert macht. Romantisch sind beispielsweise die rosafarben gestrichenen Regierungsgebäude, die der Stadt ihren typischen kolonialen Charme verleihen. Überhaupt drücken die pastellfarbigen Häuser, ob älteren oder neueren Datums, dem Stadtbild ihren unverwechselbaren Stempel auf. Ganz traditionell kann man während einer Pferdekutschfahrt die Schönheiten der Altstadt kennen lernen. Aber auch bei einem geführten Spaziergang erfährt man viel über Land und Leute sowie die Geschichte von Nassau, dessen Name auf König William III aus dem Hause Nassau/Oranien zurückzuführen ist. Ein herrlicher Panoramablick bietet sich vom Fort Fincastle, zu dem die 66 Stufen der von Sklaven erbauten königlichen Treppe führen.

Für die Kauflustigen halten die Geschäfte in der quirligen Bay Street ein verführerisch viele Luxusartikel aus der ganzen Welt bereit. Typisches mit Lokalkolorit ersteht man am besten auf dem "Straw Market", wo einheimische Frauen mit viel Überzeugungskraft versuchen, ihre farbenfrohen Taschen, Hüte oder Matten aus Stroh an den Mann bzw. an die Frau zu bringen.
Auch kulturell interessierte Touristen kommen auf ihre Kosten: im Pompey Museum werden zum Beispiel die schönsten Werke des auch international bekannten bahamesischen Malers Amos Ferguson präsentiert.


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