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Nunavut ist Heimat und Hoheitsgebiet der Inuit
Am 1.April 1999 übernahm Kanadas kleinste Einwohnerschaft die größte Provinz. Als sich an diesem historischen Tag die Northwest Territories zweiteilten, wurde aus dem östlichen Teil das Territorium Nunavut, das ein Fünftel der Kanadischen Landmasse umfasst. Nunavut ist Heimat und jetzt auch Hoheitsgebiet der Inuit, einem Volk das Wächter einer alten Kultur ist, die Tausende von Jahren zurück reicht. In Inuktitut, der Sprache der Inuit, bedeutet Nunavut „Unser Land“.
Die Hauptstadt Iqaluit („Ikalawiet“ = Ort mit vielen Fischen) ist Nunavuts größter Verkehrsknotenpunkt, der jedoch nicht über Straßen, sondern hauptsächlich über einen internationalen Flughafen erreicht werden kann.
Nunavuts weite Tundra und wilde Schönheit bilden den Hintergrund eines ungewöhnlichen Wandererlebnisses. Inuit-Fremdenführer zeigen Ihnen gerne die Tierwelt, herrliche Landschaften und das traditionelle Leben des Nordens. Man kann Karibus, Moschusochsen, Tudra-Schwänen und Schneeeulen begegnen und erleben, wie sich im Sommer die Tundra in ein farbenprächtiges Blumenmeer verwandelt.
Überwältigend ist die Berg-landschaft des Auyiyuittuq National Park Reserve mit ihren riesigen Gletschern. Aus ihr erschließt sich eine 800 Kilometer lange, spektakulär von Fjorden durchzogene Küste. Auyuittuq bedeutet treffend „das Land, das niemals schmilzt“. Ein angenehmer Kontrast hierzu ist der Weiden-forst des Katanilik Park. Außerdem kann man auf dem Northwest-Passage-Lehrpfad in Gjoa Haven die Spuren des Arktisforschers Roald Amundsen verfolgen, oder auf dem Fußweg von Iqualiut nach Niaqunngut, der von vielen zarten Pflanzen gesäumt wird wandern. Dabei kann man auch auf den einen oder anderen „Inukshuk“ stoßen – den von Inuit in die Tudra gesetzten legendären Wegweiser aus Stein.
Einst wanderten kleine Gruppen von Palaeo-Eskimos vom Westen (Alaska) ein. Sie trugen Kleider aus Fellen und machten sich Werkzeuge aus Knochen, Geweihen, Elfenbein, Holz und Häuten. Sie waren zu Fuß, mit Hundeschlitten oder Kajaks unterwegs, um Wild, Vögel und Fische zu jagen. Die Kultur der Inuit wird durch vielfältige geführte Touren nahe gebracht. Sie reichen von einer Expedition zum Iglubauen im Frühling bis zu einer Wandertour im Kugluktuk-Gebiet, wo man einen Eindruck davon bekommen kann, wie das Leben an der arktischen Küste früher aussah. In vielen Ausstellungen wird die Geschichte der Ureinwohner veranschaulicht. Der Quaummaarviit Historic Park befindet sich auf einer Insel in der Frobisherbucht, die vor über 1000 Jahren von den Thule bewohnt war, die in Dörfern lebten und den Grönlandwal jagten. Das Angmarlik Visitors Center in Pang-Nirtung zeigt in einem Modell 1:1, wie ein Thule-Haus eingerichtet war. Hier wird das Leben in der alten Zivilisation mit dem Leben des modernen Inuit verglichen.
Ende Oktober/Anfang November kann der Zug der Eisbären an der Küste der Hudson Bay beobachtet werden. Man kann mit dem Hundeschlitten oder im Schneemobil anreisen, um das Schauspiel am Rand des sich neu bilden-den Eises zu beaobachten. Im September und Oktober findet auch der Laichzug der arktischen Rotforellen statt. Ausrüster bieten Führungen zu den besten Fischgründen an.


