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Jugendtourismus
Seit den Anfängen des modernen Tourismus sind auch Jugendliche unterwegs gewesen, oft in kirchlichen Gruppen, in Chören, innerhalb von Sportvereinen oder Jugendverbänden. Meist war die Unterbringung recht spartanisch und die Verpflegung eher einfach, wie es damals so üblich war. Aber auch Jugendliche, die weder im Verein noch mit Eltern und Geschwistern verreisten, lernten oft eine ganz spezielle Art von Jugendtourismus kennen: die Klassenreise.
Klassenfahrten sind ein gutes Beispiel, um die veränderten Ansprüche zu verdeutlichen. Während früher Jugendherbergen oder Schullandheime mit Sechs- oder Acht-Bett-Zimmern die Regel waren, sind heute eher Vier- oder gar Zwei-Bett-Zimmer die Regel und auch der Sanitärbereich auf dem Gang ist im 21.Jahrhundert nicht mehr unbedingt der Standard. Entsprechend teuer können heute solche Fahrten werden. Die Fahrt wird sowieso von den Eltern bezahlt, nur Pech, wenn jemand Normalverdiener ist, der mehrere Kinder hat, die im selben Jahr auf Klassenfahrt gehen oder mit dem Sportverein ins Trainingslager fahren.
Wenn Jugendliche sich selber einen Urlaub organisieren, dann wird meist auf den Preis geachtet. Schließlich soll noch möglichst viel Taschengeld für die Ausgaben vor Ort übrig bleiben. Aus dem Grund steht bei selbst organisierten Jugendreisen Campingurlaub hoch im Kurs. Auch die Nutzer eines Interrailticket von der Bahn sind teilweise mit kleinen Zelten unterwegs, um auf Campingplätze oder in freier Natur (Skandinavien) übernachten zu können.
Das Thema Jugendtourismus wäre nicht komplett, wenn man nicht den Bereich Sprachreise anschneiden würde. Um die Fremdsprachennoten ihrer Kinder besorgte Eltern bezahlen oft viel Geld, damit in den Sommerferien theoretisches Wissen vervollständigt und die praktische sprachliche Anwendung eingeübt wird.
Häufig lohnen die Ausgaben nicht, da die Kinder meist mit anderen deutschsprachigen Jugendliche etwas unternehmen und den Großteil des Tages Deutsch sprechen. Trotzdem sind Sprachreisen ein lukratives Geschäft für Anbieter von Jugendreisen.
Ein etablierte Veranstalter von Jugendreisen ist das gemeinnützige deutsche Jugendherbergswerk. Im 21. Jahrhundert sind viele europäische Jugendherbergen eher moderne Hotels mit an großen Anzahl Zwei-Bett-Zimmern und einem umfangreichen Angebot an Freizeitmöglichkeiten und Sportkursen. Selbst Segelscheine oder andere Zertifikate können während eines Aufenthaltes erworben werden.
UCPA-Zentren öffnen sich dem deutschen Markt
Frankreichurlauber kennen das Bild von fast allen Urlaubsorten an der Küste: Kindern und Jugendliche, die im Urlauber unter Anleitung Sport treiben und mit viel Spaß bei der Sache sind. Organisiert werden solche Reisen oft vom UCPA, einer großen Organisation, die in Frankreich jeder Mensch kennt und die jetzt auch deutsche Gruppen- und Individualreisende ansprechen will. Dazu werden verstärkt deutschsprachige Übungsleiter angestellt.
In Frankreich gibt etwa 100 dieser UCPA-Zentren, aber weitere in 70 Ländern auf allen Kontinenten, allerdings nicht in Deutschland. Dies ist sicherlich der Hauptgrund, dass diese Organisation bei uns wenig bekannt ist.
Der Verband, der eine Art gemeinnützigen Verein mit starker staatlicher Unterstützung ist, hat verschiedene Ziele. Einmal die Förderung von sportlichen Aktivitäten von Jugendlichen, auch die die Ausbildung von Sportlehrern und Übungsleitern. Zweitens, die Integration und das Kennenlernen von Menschen verschiedener Religionen und sozialer Herkunft im Alter zwischen 6 und 40 Jahren.
Außerdem verwaltet die UCPA, im Auftrag von Kommunen und privaten Trägern, Sportstätten und größere Schwimmzentren. Die Anlage des UCPA in Saint-Cyprien beispielsweise liegt wunderbar im Grünen und bietet zahlreichen Sportkurse an. Bei den Kursen kommt ein Trainer auf zehn Teilnehmer, wobei für ausländische Gruppen auch Trainer mit guten Fremdsprachenkenntnissen bereit stehen. Die allgemeinen Einrichtungen, wie Besprechungsräume, die Mensa oder einige Sportstätten, werden aber auch gerne von Geschäftsleuten für Besprechungen genutzt. Das Essen in den Zentren ist vitaminreicher und leckerer als in vielen Hotelanlagen, mit viel Salat, Gemüse, frischem Obst und Joghurt. Auch Fisch, Fleisch, Nudeln, Reis (Paella), Käse und diverse Desserts fehlen nicht.





