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Jordaniens King’s Highway - unterwegs auf der Straße der Könige

Heiße Quellen von Ma in.

Der malerische King’s Highway bietet eine der schönsten Möglichkeiten, Jordanien zu entdecken. Die antike Königsstraße verläuft auf der Trasse einer uralten, rund 400 km langen Karawanenroute von Amman ins südliche Aqaba durch gebirgige Landschaften und Trockenflußtäler.

 

Die Straße der Könige ist eine der ältesten Straßen im Vorderen Orient, die seit 5000 Jahren ununterbrochen als Route der Karawanen, Armeen, Händler und Eroberer genutzt wurde und heute bei Touristen beliebt ist.

Die Bezeichnung Königsstraße findet man schon in der Bibel im 4. Buch Moses 20, 14-21, als Moses die Edomiter um die Freigabe der Königsstraße für den friedlichen Durchzug bat. Die Edomiter verweigerten das Begehren der Israeliten.

Entlang der Königsstraße liegen viele der großen Sehenswürdigkeiten Jordaniens. Einmal im Jahr wird hier die königlich-jordanische Autorallye veranstaltet, die zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland anzieht.

 

Ausgangspunkt für die Fahrt auf dem King’s Highway ist Amman, seit 1922 die Hauptstadt des Königreichs Jordanien. Die Stadt wurde auf sieben Hügeln erbaut und war zur Zeit der Römer als Philadelphia bekannt. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der heutigen Millionenstadt zählen die Zitadelle mit dem Herkulestempel und das römische Theater mitten im Stadtzentrum.

 

Von Amman aus führt die Königsstraße nach Süden. Madaba liegt 35 km südwestlich von Amman und ist über ein karges Hochplateau erreichbar. Madaba, heute eine lebendige Stadt mit 55.000 Einwohnern, erlebte seine Blütezeit unter der Herrschaft des oströmischen Byzanz und war bis zur Eroberung durch die Perser im Jahre 614 Bischofssitz. Eines der kost-barsten frühchristlichen Zeugnisse römischer und byzantinischer Mosaik-kunst im vorderasiatischen Raum beherbergt die dortige St. Georgskirche, in der die älteste Landkarte des Heiligen Landes von Palästina bis Unter-ägypten als Mosaik zu sehen ist. Sie stammt aus dem Jahr 560, war ursprünglich 15 x 5 m groß und bestand aus über 2 Millionen viereckigen Steinchen. Reste des Mosaiks sind erhalten geblieben. Darauf bild- und namentlich erkennbar sind viele Städte und Orte der Epoche, darunter besonders prächtig das ummauerte Jerusalem.

Madaba gilt als Mosaikmetropole Jordaniens, weitere Kirchen weisen schöne Mosaike auf, darunter die Marienkirche, die Kirche des Propheten Elias sowie die Apostelkirche. Seit 1993 gibt es hier eine Mosaikschule, in der junge Leute die alte Handwerkskunst erlernen. Außerdem ist Madaba auch berühmt für die hochwertigen, originell gemusterten Teppiche, die ausschließlich von Männern gewoben werden.

 

10 km westlich von Madaba liegt der Berg Nebo - ein heiliger Ort sowohl für das Juden- und das Christentum sowie für den Islam. Die Bibel berichtet, daß der Prophet Moses nach vierzigjähriger Wanderung aus Ägypten von hier aus zum ersten Mal des Gelobte Land erblickte. Besucher können es Moses gleichtun und vom Hochplateau aus auf das Tote Meer, den Jordangraben, die Westbank und bei guter Sicht sogar auf Jericho, Jerusalem und Bethlehem blicken. Es heißt, Moses sei auf Berg Nebo gestorben und begraben. Die Kirche hier oben war daher schon immer eines der bedeutendsten christlichen Heiligtümer des Orients und weist prächtige Mosaike auf. Sie wurde am Ende des 5. Jh. in eine byzantinische Basilika umgebaut. Heute gehört der Gipfel dem Franziskanerorden, der hier ein Kloster betreibt.

 

Die Burg Kerak.

Südwestlich von Berg Nebo liegen die heißen Quellen von Zarqa M’ain, deren außerordentlich mineralreiche Thermalquellen (Schwefelwasserstoff, Natrium, Kalium, Magnesium, Kalzium und Brom) eine heilende Wirkung bei Rheuma, Bronchitis und Hautproblemen zugesprochen wird. Aus 59 Quellen sprudelt hier zum Teil über 60 Grad heißes Wasser – vielerorts sprudelt es einfach aus dem Boden, an anderen Stellen stürzt das Wasser bis zu 45 m hohe Kaskaden hinab.

 

Unweit der Quellen befinden sich die Ruinen von Machärus bei Muqawir (23 km von Berg Nebo), die einstige Festungsburg von König Herodes dem Großen mit prunkvollem Palast hoch oben auf einem einsamen, 700 m hohen Tafelberg. Von hier aus kontrollierte Herodes die Karawanenstraße ins Nabatäerreich. Hier soll Johannes der Täufer auf Wunsch von Salome und Befehl von König Herodes Antipas geköpft worden sein. Die Burg ist nur in Ruinen erhalten, die Aussicht überwältigend. Bei guter Sicht ist das 1.100 m tiefer gelegene Tote Meer in nur 7 km Luftlinie zu sehen.

 

Weiter südlich liegt Dhiban direkt an der Königsstraße, die einstige Hauptstadt des Moabiterreichs. Hier wurde die sogenannte Mescha-Stele gefunden, die die Taten des Moabiterkönigs Mescha lobpreist – sie ist allerdings heute im Pariser Louvre zu sehen.

Knapp 10 km östlich der Königsstraße in Umm Er Rasas wurden die schönsten Mosaiken Jordaniens entdeckt, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Zurück auf der Königsstraße erwartet den Besucher eines der wohl beeindrucksten Landschaftswunder des Königreichs. Der bis zu 500 m tiefe Wadi Mujib wird oft als Grand Canyon Jordaniens bezeichnet. Die spektakuläre Schlucht ist als Naturreservat geschützt.

40 km weiter an der Königsstraße, auf halber Strecke zwischen Amman und Petra, liegt die Kreuzritterburg Kerak, die 1132 von christlichen Kreuzrittern erbaut wurde und unter Balduin I. deren wichtigste Festung war. Die Kreuzritter eroberten das Hochland oberhalb des Toten Meeres und errichteten dort eine Verteidigungslinie mit mehreren Burgen auf den Kämmen der Berge. Mit Hilfe dieser Kette überwachten sie im 12. Jh. die wichtigen Karawanenstraßen zwischen Ägypten und Syrien und beherrschten das Land. Die Burganlage von Kerak hatte gewaltige Aus-maße. Die hohe Zitadelle nimmt das Plateau auf ganzer Länge von 250 m ein und beeindruckt innen mit einem Labyrinth aus verschachtelten Räumen, Hallen und Kreuzgängen, Galerien, Geheimwegen und riesigen Küchen.

 

Die weiter südlich liegende Burg Shobak war ebenfalls Teil des Verteidigungssystems. In ihrer Blütezeit beherbergte die heute nur noch in Ruinen erhaltene Festung 6000 Menschen. Von den Höhen Shobaks hat man einen wunderbaren Blick in das Wadi Araba.

 

Unbestritten die größte touristische Attraktion an der Königsstraße ist Petra, die rosarote Felsenstadt der Nabatäer im Süden des Landes, die oft als das achte Weltwunder bezeichnet wird und von der Unesco zum Weltkulturerbe erhoben wurde. Die versunkene, antike Stadt ist nur durch eine fast 1000 Meter lange Schlucht erreichbar, nach deren letzter Biegung sich ein atemberaubender Blick auf das einmalige Schatzhaus, El Khazneh, offenbart, das jedoch nur eines der zahlreichen in den Felsen gehauenen Bauwerke Petras darstellt. Auch nach 2000 Jahren hat dieser Ort nichts von seiner Faszination eingebüßt und ist ein wahrhaft unvergeßliches Erlebnis.


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