SPANIEN - JAKOBSWEG NORD

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Der Jakobsweg, die nördliche Route

Isabelle die Katholische in Gijon

Der Ursprung der Wallfahrt nach Santiago über die Route an der asturianisch-galicischen Küste geht auf die Zeit unmittelbar nach Entdeckung des Apostelgrabs zurück (um 820). Die Wege des früheren Königreichs Asturien waren mit die ersten, über die Pilger nach Santiago gelangten.

 

Bevor die spanischen Monarchen im 11. und 12. Jahrhundert den Französischen Weg als Hauptroute förderten, um die christlichen Königreiche des Nordens zu verbinden, erfreute sich die Küstenstrecke einer ähnlichen Beliebtheit wie die übrigen "ursprünglichen" Pilgerwege. Die Bevorzugung des Französischen Weges bedeutete jedoch keineswegs das Ende der asturianisch-galicischen Varianten, da vom ausgehenden 11. Jahrhunderts an die Wallfahrt auf dem Abschnitt Leön-Oviedo an Bedeutung gewann.

 

Der Nördliche Weg ist durchaus kein lokal beschränkter Küstenpfad für die asturianischen Anrainer gewesen. Über diese Route bewegte sich ein internationaler Pilgerstrom zu den Heiligtümern von Oviedo und Santiago de Compostela, der zwar nicht das Volumen des Französischen Weges erreichte, aber dennoch bis ins 18. Jahrhundert hinein bedeutsam war. Die Pilger kamen über Land von Frankreich her oder über das Meer und die baskischen und kantabrischen Häfen aus den Nordseeländern (England, Flandern, Deutschland und Skandinavien). Danach wanderten sie bis zum Sanktuarium San Salvador de Oviedo und zur Kathedrale von Santiago.

 

In Castropol mußten sich die Pilger entweder einschiffen, um die Bucht von Ribadeo zu überqueren, oder aber an der asturianischen Uferseiter entlang bis zur Brücke von Santiago de Abres gehen, um dort galicischen Boden zu betreten. Heutzutage wird die Anreise durch die Brücke der Heiligen zwischen Asturien und Ribadeo erleichtert. Der Pilgerweg innerhalb Galiciens ist gut dokumentiert: Er begann in der Stadt Ribadeo, in deren Hafen die Wallfahrer anlanden konnten, führte durch die Täler von Vilanova de Lourenzä und Mondonedo zum flachen Hochland von Vilalba und Guitiriz, nutzte die Gastfreundschaft des Klosters

Eine typische Pilgerherberge

In Sobrado dos Monxes und mündete schließlich bei Arzüa in den Französischen Weg. Danach waren es nur noch wenige Tagesreisen bis zum Grab des Apostels.

 

Unter den Tausenden von Pilgern, die Santiago über den Nördlichen Weg aufsuchten, ragt der Name des Heiligen Franz von Assisi heraus. Der Überlieferung nach pilgerte er zu San Salvador de Oviedo und nach Compostela im Jahr 1214. Ende des 15. Jahrhunderts unternahm der armenische Bischof Märtyer von Aserbaidschan eine Wallfahrt nach Rom und nach Santiago; sowohl für die Hin- als auch die Rückreise wählte er den Nördlichen Weg über das Baskenland, Kantabrien, Asturien und Galicien. Im 16. Jh. wurden zwei Reiseberichte von Pilgern verfaßt, die einer ähnlichen Route folgten: einer von Antoine Lalaing, seigneur de Montigny (1502), und der andere von Bartolomeo Fontana aus Italien (1539).

 

Der Jakobsweg kurz vor Santiago

Auch im Zeitalter des Barock gab es Wallfahrer, die ihre Erfahrungen mit dem Nördlichen Weg niederschrieben. Jakob Sobieski (1611), Vater des Königs Johann III. von Polen, wanderte auf dem Französischen Weg bis Leon und folgte dann der Abzweigung nach Oviedo. An der Küste entlang reiste er weiter bis nach Ribadeo, um dann über den Nördlichen Weg nach Santiago zu gelangen. Der Italiener Sebastiane Gatti kam 1698 über das Meer nach Ribadeo und ging ebenfalls über diese Strecke zu Fuß weiter bis nach Santiago. Der Franzose Guillaume Manier und seine Reisebegleiter wählten 1726 den Nördlichen Weg für ihre Rückkehr nach Frankreich. Und 1790 beschrieb der Franzose Jean Pierre Racq ausführlich seine Wallfahrt über den Nördlichen Weg in Richtung San Salvador de Oviedo und Santiago de Compostela.

Heutzutage ist der galicische Abschnitt dieser Route auf 170 km zwischen Ribadeo und Santiac mit Steinblöcken gekennzeichnet, die außer mit Jakobsmuscheln aus Keramik noch mit einer für die Wallfahrer sehr wichtigen Information versehen sind: dem Kilometerpunkt, an dem sie stehen. Neben den berühmten gelben Pfeilen der Vereine der Freunde des Weges tragen diese Kilometersteine zu einer problemlosen Orientierung bei, da sie sich stets an strategischen Stellen wie Kreuzungen oder Abzweigungen befinden.

Von Ribadeo bis Lourenzá

Ribadeo ist ein wichtiger Fremdenverkehrsort und Ausgangspunkt des Nördlichen Weges innerhalb Galiciens. Die Stadt beherrscht von einer natürlichen Anhöhe aus die Bucht zu ihren Füßen und präsentiert sich als Eingangstor für den nördlichsten Pilgerweg, der die Heiligtümer von Oviedo und Santiago verbindet.

 

Sie gilt dabei als eine der bedeutendsten strategischen und touristischen Enklaven der Nordküste und als einer der galicischen Häfen mit der größten Tradition in der Jakobswallfahrt. In diesem Sinne ist der Hinweis interessant, daß Ribadeo vom 13. bis zum 18. Jahrhundert den Ruf einer "Verteidigungsbastion der kantabrischen Küste" genoß.

 

Von seiner vornehmen Vergangenheit zeugt ein beachtliches Ensemble an mittelalterlicher und moderner Architektur. An erster Stelle ist die Pfarrkirche Santa Maria do Campo zu nennen, die ursprünglich zu einem Franziskanerkloster gehörte, das der Legende nach 1214 von einem Schüler des Heiligen Franz von Assisi gegründet worden sein soll.

 

Aus dem Mittelalter stammen auch das Kloster der Heiligen Klara, das gegen Ende des 15. Jahrhunderts von Nonnen aus Oviedo gegründet wurde, sowie die Kapelle der Dreifaltigkeit aus dem 14. Jh., die sich auf einem "Atalaya" genannten Aussichtspunkt befindet. Dieser hochgelegene Ort war ein wichtiger Teil der städtischen Befestigungsanlagen zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert. Die bekanntesten Profanbauten sind das Rathaus, ein klassizistischer Bau, der einmal Palast des Markgrafen von Sargadelos war, und der Turm der Familie Moreno, ein üppiges Jugendstil-Stadthaus, das inzwischen als öffentliche Bibliothek genutzt wird.

 

Hinter Ribadeo führt die Route über den sogenannten "Alten Weg von Lourenzä", einer alten Straße, die unter der Bezeichnung antiqua stratta in einer Urkunde des Königs Silo erwähnt wird (774). Dies legt nahe, daß es sich um eine antike römische Straße oder einen frühmittelalterlichen Weg aus der Zeit vor dem 8. Jahrhundert handeln könnte, der noch zu Beginn der Pilgerreisen und auch in späteren Zeiten genutzt wurde. Von der Küstenstadt aus wendet man sich in Richtung der Ortschaft Obe, in der noch ein Abschnitt des mittelalterlichen Weges erhalten ist, und schließlich zum Berg Santa Cruz (drei Kilometer von Ribadeo-Mitte entfernt). Hier steht in unmittelbarer Nähe des alten Pilgerweges die Kapelle des Heiligen Kreuzes. Dieser Ort, von dem aus man einen herrlichen Panoramablick auf die Umgebung hat, wird an jedem ersten Sonntag im August zum Zielpunkt einer sehr beliebten Wallfahrt.

 

Der Nördliche Weg führt anschließend nach Vilela, kommt an Cedofeito vorbei (cito facta, eine der frühmittelalterlichen Siedlungen der Gegend) und gelangt nach Lourenzä über eine Reihe von kleinen und sehr beschaulichen Dörfern mit altertümlichem Flair: Cubelas, Ponte de Arante -wo ab dem 16. Jh. ein Pilgerhospital existierte und noch eine interessante Kapelle mit Fresken aus dieser Epoche steht-, Vilamartin Pequeno, Vilamartin Grande, Gondän und Curveiro.

Vilanova de Lourenzä, Hauptort der gleichnamigen Gemeinde, ist eine Kleinstadt mit viel Geschichte. Ihre Straßen und Plätze ^aben sich rund um die Gastfreundschaft und Betriebsamkeit des vom Grafen Osorio Gutierrez (der "Heilige Graf") im lahr 969 gegründeten Benediktinerklosters entwickelt. Das heutige Kloster von Vilanova de Lourenzä stellt ein grandioses oarockes Bauwerk dar. Seine Kirche wurde 1732 von Fernande de Casas Novoa entworfen, einem der großen Architekten des galidschen Barock der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert. Casas Novoa integrierte die anmutige Fassade der Kirche zwischen zwei kräftigen Türmen, eine Gestaltung, die gewissermaßen die berühmte Fassade des Obradoiro der Kathedrale von Santiago rorwegnimmt.

Im Inneren der ehemaligen, an Altarbildern und frommen Skulpturen reichen Klosterkirche von Lourenzä kann man die Kapelle Valdeflores besichtigen (18. Jh.). Hier steht der frühchristliche Marmorsarkophag aus dem 6. Jh., den Osorio

Gutierrez im 10. Jh. aus Aquitanien importierte und in dem er später selbst seine letzte Ruhe fand. Zum barocken Erbe von

Lourenzä gehören auch die Kapelle der Nosa Sehora de Valbanera und das beeindruckende Altarreliquiar des Klosters.

Aus der Zeit des Klassizismus stammen die feierliche Architektur des Hauptaltares sowie die polychromen Holzfiguren des berühmten galicischen Bildhauers Jose Ferreiro. Die interessanten Sammlungen des Museums für Sakrale Kunst (Skulpturen, Gemälde, Goldschmiedearbeiten, Stoffe, etc.) bilden eine weitere Verstärkung des kulturellen Potentials dieser Kleinstadt.

Zwischen Ribadeo und Vilanova de Lourenzä gibt es eine weitere Streckenvariante, auf der in mehreren historischen Zeiträumen große Pilgermengen in Richtung Santiago wanderten. Dabei handelt es sich um die Route, die durch die galicisch-asturianische Grenzregion am unteren Flußlauf des Eo führt und die asturianischen Gemeinden Castropol, Vegadeo und Santiago de Abres sowie die Gemeinde Trabada in der Provinz Lugo (mittelalterliche Gründung) durchquert. Danach setzt man den Weg über die tiefe Talsohle fort und gelangt zur Kapelle des Heiligen Nikolaus und zu den Ortschaften Löngaras, Porto, San Estevo, Hermida und Trapa. Hier stößt man auf den Alten Weg von Lourenzä und erreicht die Kapelle des Heiligen Markus kurz vor Vilanova de Lourenzä.

Lourenzä bis Mondoñedo

 

Der alte Pilgerweg führt hinter Vilanova de Lourenzä durch das Tal von Lourenzä an den kleinen Orten Arroxo, Grove, San Pedro, Reguengo und San Paio vorbei. Es lohnt sich, unterwegs die verschiedenen Kapellen zu besichtigen wie die der Jungfrau von Guadalupe in Grove. Der Jakobsweg verläuft auf diesem Abschnitt weiter über die mittelalterliche Strecke der "brea": eine Verkehrsachse, die von Asturien her kommt und sich in Richtung Lugo und Parga fortsetzt. Sie betritt Mondohedo über die geschichtsträchtige mittelalterliche Ponte do Pasatempo, die eine dramatische Rolle im Geschehen um den Marschall Pardo de Cela und seinen Tod in Mondonedo Ende des 15. Jahrhunderts spielte.

 

Die offiziell als kulturhistorisches Ensemble klassifizierte Stadt Mondonedo ist einer der traditionsreichsten galicischen Bischofssitze und eine der herausragendsten historischen Stätten Galiciens. Der Pilgerweg passiert das Viertel Os Mufrios, in dem sich die Jakobskapelle befindet (1645), und mündet danach in die mittelalterliche Rüa de Sindin (1328), die heute Straße von Älvaro Cunqueiro heißt. Sie verband die Außenbezirke mit dem Zentrum innerhalb der Stadtmauern und war im Grunde der Endabschnitt des Königlichen Weges, der in die Stadt führte. Bevor sie zur Kathedrale gelangten, dem wichtigsten Bauwerk Mondohedos, pflegten die Pilger sich an der Fönte Vella (1548) zu waschen und zu erfrischen.

 

Die Kathedrale Santa Maria de Mondonedo (13. Jh.) ist ein romanisches Gotteshaus mit Einflüssen des Zisterzienserstils. Sie wurde mit Grundriß in Form eines lateinischen Kreuzes entworfen, verfügt über drei Kirchenschiffe, eine Vierung und drei Apsiden am Kopfende (nur noch die mittlere ist erhalten). Die Fassade hat trotz einer Umgestaltung im Barock ihren mittelalterlichen Charakter bewahrt.

 

Bemerkenswert sind das romanische Portal und die große gotische Fensterrose, die das Hauptschiff erhellt. Die mittelalterliche Hauptkapelle wurde im 16. Jh. um einen Chorumgang mit Kapellen erweitert, 1769 mit einem großen barocken Altar versehen und 1773

mit Wandmalereien in Öl geschmückt. Die Kathedrale verfügt über zahlreiche Kunstschätze von hoher Qualität.

 

Im Hauptschiff sind die Wandmalereien unterhalb der schönen Barockorgeln hervorzuheben. Die Fresken sind das Werk des sogenannten Meisters von Mondonedo und wurden in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts im Stil der spanisch-flämischen Gotik angefertigt. Auf der einen Seite stellen die Wandmalereien Episoden aus dem Leben des Petrus dar, während auf der anderen Seite in verschiedenen Feldern die dramatische Szene des Kindermords thematisiert wird sowie ganz rechts außen die Flucht nach Ägypten.

 

Die Bilder befanden sich ursprünglich auf den alten Mauern, die den Chor von den Seitenschiffen trennten, bevor sie dort ab- und an der Stelle aufgetragen wurden, wo man sie heutzutage bestaunen kann. Ein weiteres Schmuckstück ist das im Presbyterium und im nördlichen Transept untergebrachte Chorgestühl aus der beginnenden Renaissance.

Am südlichen Ende der Vierung erlaubt eine Tür den Zugang zum Kreuzgang der Kathedrale. Hier kann man sich beim stillen Spaziergang unter den Arkaden ausruhen, bevor man die Besichtigung fortsetzt. Der Plan dieses im Stil des Architekten Herrera gehaltenen Kreuzgangs stammt von Meister Diego Ibänez Pacheco, der ihn zwischen 1636 und 1641 im Auftrag des Bischofs Antonio de Valdes und des Domkapitels erbaute. Die Konstruktion mit quadratischem Grundriß ist von klassischer Nüchternheit geprägt; um einen zentralen Innenhof erhebt sich ein eingeschossiger Bau mit Rundbogen, die von einem steinkugelbesetzten Geländer abgeschlossen werden. Die dorische Säulenordnung stützt den Klassizismus dieses hortus condusus, in dessen Mitte sich als einziges Relikt des alten mittelalterlichen Kreuzgangs ein gotischer cruceiro erhebt.

 

Der Chorumgang der Kathedrale von Mondonedo verfügt über mehrere Kapellen. Die erste rechter Hand ist die Kapelle des Allerheiligsten, im Volksmund auch Kapelle der Englischen Madonna genannt. Sie wurde im 14. Jahrhundert in gotischem Stil errichtet und war ursprünglich zum alten mittelalterlichen Kreuzgang hin geöffnet. In ihrem Innern wird eine in der Stadt sehr verehrte gotische Madonna aufbewahrt, die im 15. Jahrhundert aus England hierher gebracht wurde. Sie ist bei den Gläubigen unter zwei Bezeichnungen bekannt:

 

als Nosa Senora a Grande und als Englische Madonna. Verschiedene Hinweise legen die Vermutung nahe, daß sie aus der Londoner St. Pauls Cathedral stammt. Sie gelangte nach Galicien im Zuge der Loslösung der anglikanischen Kirche, mit Hilfe des in der Stadt Viveiro ansässig gewordenen Händlers John Dutton.

 

Os P/cos- Mondonedo

Ein Stück weiter führt eine Tür zu den Räumen, in denen heutzutage das Kathedrals- und Diözesanmuseum von Mondonedo untergebracht ist. Es umfaßt unter anderem folgende sehenswerte Beispiele sakraler Kunst: die romanische Skulptur der Nosa Senora da Sede (12. Jh.), die englischen Alabasterreliefs, die zum ursprünglichen Hauptaltar gehörten (14. Jh.), der Altar der Magdalena (16. Jh., mit einem Relief des 14. Jh.), mehrere flämische Tafeln des 16. Jahrhunderts, einige dem Heiligen Tomäs de Villanueva gewidmete Gemälde von Luis Tristän (ein Schüler von El Greco), eine Madonna (Unbefleckte Empfängnis) von Roelas (17. Jh.) und weitere prachtvolle Objekte wie eine auf den Philippinen Ende des 17. Jahrhundert angefertigte kleine Truhe mit Auflagen aus getriebenem Silber und Schildplatt. Desweiteren werden im Museum auch mehrere Pergamente mit gregorianischen Musiknotationen aufbewahrt.

 

Zum Reiz der Altstadt von Mondonedo tragen auch folgende historische Gebäude bei: das alte Rathaus (1568), die Klosterkirche der Concepdön (1716), die Kirche der Virxe dos Remedios (1733), das Paulshospital (1755), das Priesterseminar (1775), das neue Rathaus (18. Jh.), der Bischofspalast (18. Jh.) und die Jakobskirche (19. Jh.). Vor den Toren der Stadt lohnt sich ein Besuch des Klosters San Martine de Vilalourente, auch Os Picos genannt (18. Jh.).

 

Von Mondoñedo bis Vilbala

Dieser Streckenverlauf hat sich relativ spät im ausgehenden Mittelalter herausgebildet. Die Stadt Vilalba ist eine Gründung des 13. Jahrhunderts und etablierte sich erst im fortgeschrittenen 14. Jahrhundert als wirtschaftliches Zentrum und Handelsplatz.

 

In der Folge konnte Vilalba aber in Bezug auf den Pilgerweg erfolgreich mit der Anziehungskraft Lugos konkurrieren. Dadurch ergab sich eine kürzere Route nach Compostela, die den Umweg über die alte Römerstadt vermied. Dieser spätmittelalterliche Weg verläßt Mondonedo über die Straßen Fönte Vella und Regueira und führt hoch zu den kleinen Dörfern Valinadares, Mariz und San Caetano. Danach geht es auf der Talsohle am Fluß Valinadares entlang und an den Ortschaften Valina, Pacios und Lousada vorbei.

 

Auf sie folgen die Dörfer Pe da Ponte, Gontän de Arriba, As Corgas, Gontän, Probecende und schließlich der Marktflecken Abadln, Zentrum der gleichnamigen Gemeinde. In diesem am Eingang zum sogenannten Flachen Land (Terra chä) gelegenen Ort befindet sich als mittelalterliches Zeugnis die romanische Kirche Santa Maria de Abadln, deren Portal torische Archivolten aufweist sowie ein großes Rundfenster, das Licht in das Kirchenschiff läßt. Kirche von Vilalba Von Abadln aus durchquert der Pilgerweg das Flache Land an den Pfarreien Castromaior und Goiriz vorbei.

 

Erste Station ist Ponterroxal, danach geht man über eine mittelalterliche Brücke über den Fluß Arnela, passiert Castromaior und erreicht die wunderschöne mittelalterliche Brücke von Pontevella. Sie führt in eine unbesiedelte Gegend in der Nähe der Ortschaften Mämoa und Outeiro. Man wandert weiter bis Santiago de Goiriz und 0 Frances (der Name dieses kleinen Dorfes verweist auf das Phänomen der Jakobswallfahrt) und gelangt über As Chouzas schließlich nach Vilalba im Herzen der Terra Chä. Bekannt ist die Stadt für ihre kulinarischen Spezialitäten wie die Kapaune und der Käse San Simön. Die Verteidigung dieses wichtigen Verkehrsknotenpunktes oblag der Festung derer von Andrade (15. Jh.), von der sich der mächtige Turm erhalten hat, der heute als Parador dient.

Von Vilalba bis Sobrado

Von Vilalba aus führt die Route in Richtung Baamonde und Sobrado dos Monxes, wobei verschiedene Königliche Wege verknüpft werden, die bereits im 17. Jh. beurkundet sind und ihrerseits wahrscheinlich auf früheren mittelalterlichen Strecken basieren.

 

Der genaue Verlauf ist folgender: von Vilalba nach Penas Coveiras, Ponte Rodriguez, Porto Vixil, San Xöän de Alba, Pedrouzos bis zur Kapelle des Heiligen Nikolaus; danach weiter zum Meson da Maragata, über die Brücke von Saa und die von Ferreiro nach Casa Nova, Cardosa, Fönte Pequena, As Penas, Casas Novas und letztendlich Baamonde.

 

In dieser Ortschaft ruhten sich die Pilger aus und suchten die Jakobskirche auf, ein interessantes gotisches Bauwerk aus der Mitte des 14, Jahrhunderts, das in seinem Skulpturschmuck gewisse Reminiszenzen der Romanik aufweist.

 

Im Atrium der Kirche befinden sich jahrhundertealte Bäume sowie s ein aus drei Kreuzen bestehender Kalvarienberg. Man verläßt Baamonde über die Nationalstraße N-VI, die parallel zur Eisenbahnlinie und zum Fluß Parga verläuft. Auf dem Weg nach Santa Leocadia de Parga bietet der Nördliche Pilgerweg zwei Alternativen.

 

Die erste führt durch die malerische Landschaft rund im die Kapelle San Alberte und über die mittelalterliche Brücke gleichen Namens, die aus zwei von einem Wellenbrecher getrennten Spitzbogen besteht.

Von Sobrado bis Santiago

Die Streckenvariante verläuft weiter in südlicher Richtung und trifft in San Leocadia de Parga auf die andere Alternative. Danach führt der Pilgerweg nach Carballedo und San Paio de Seixön (Friol). Von der hiesigen, inmitten einer Ebene errichteten romanischen Kirche ist das ursprüngliche bogenfeldlose Portal erhalten, dessen Archivolten mit den in der galicischen Romanik selten verwendeten Rosettenmotiven geschmückt sind. An der Nordmauer verweist eine Inschrift auf den für den Bau verantwortlichen Meister Jüan sowie auf das Jahr 1140 als Datum der Fertigstellung.

 

Der Weg führt über Ponte Leixosa nach Santiago de Miraz. Hier steht noch heute ein Teil der alten Festung derer von Saavedra: ein inzwischen restaurierter zinnenbesetzter Turm mit quadratischem Grundriß aus dem 15. Jahrhundert. Ganz in der Nähe dieses Wohnturms erhebt sich die mächtige Burg von San Paio de Naria, in der seit einigen Jahren eine Abteilung des volkskundlichen Provinzialmuseums Lugo untergebracht ist.

 

Vom Bergfried aus hat man einen beeindruckenden Panoramablick. Vier Kilometer weiter steht die ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert stammende, als "Torre de Friol" bekannte Wohnburg des ehemaligen Geschlechts derer von Prado, die Nachkommen der Könige von Galicien und Leon waren.

 

Der Nördliche Pilgerweg geleitet weiter nach Mantelle, Cabana, Travesas de Ledro, Pedramaior und Marco das Pias an der Grenze der Provinz Lugo. Danach kommt man über Esgueva zum Zisterzienserkloster Santa Maria de Sobrado (Gemeinde Sobrado dos Monxes, Provinz A Coruna).

 

Sobrado

 

Die Pilgerroute verläßt nun die Gastlichkeit und Geborgenheit von Sobrado und führt in Richtung Vilarchao, Peruxil und Carelle, wo man die Kirche San Lourenzo de Carelle besichtigen kann.

 

Anschließend gelangt man zur Ortschaft Corredoiras, geht über eine Kreuzung und setzt die Wanderung über Gändara nach Boimorto fort.

 

Der Nördliche Pilgerweg mündet schließlich in der Nähe des Zentrums der Kleinstadt Arzüa in den Französischen Pilgerweg. Arzüa ist für seinen typischen Käse bekannt, der auch in der gesamten Umgebung hergestellt wird.

 

Urkunden aus dem 13. Jh. sprechen von diesem örtlichen Streckenabschnitt als dem "Weg von Oviedo" und noch heute trägt die entsprechende Straße den Namen Rüa do Camino. So treffen also hier der Nördliche Weg und der Französische zusammen, um gemeinsam zum erträumten Ziel, nach Compostela zu führen.

 

In Arzüa lohnt sich ein Besuch der Jakobskirche und der Kapelle der Magdalena, die zu einem Pilgerhospital gehörte. Wenn man genügend Zeit hat, kann man auch einen Ausflug zur schönen Landschaft am Stausee von Portomouros machen.

 

Ab Arzüa ist der Nördliche Weg identisch mit dem Französischen: Der Jakobsweg führt zu den Ortschaften Calzada, Calle, Ferreirös, Saiceda, Brea, Santa Irene (mit sehenswerter Kirche) und Rüa, bevor er Arca erreicht, den Hauptort der Gemeinde 0 Pino.

 

Danach betritt man schon das Stadtgebiet von Santiago und kommt zunächst nach Lavacolla, geht in der Nähe des Flughafens vorbei und gelangt schließlich zum Monte do Gozo mit seinen Wohnanlagen für Pilger und Touristen. Von dieser Anhöhe aus öffnet sich zum ersten Mal der Blick auf die Stadt des Apostels und die Türme der Kathedrale, die das Grab von Jakob dem Älteren beherbergt.

Kontakt

Conselleria de Cultura,

Comunicación Social E Turismo,

S.A. de Xestión do Plan Xacabeo

Informationstelefon: 0034 981 57 2004

E-Mail: www.xacobeo.es

Internet: www.informacion.xacobeo@xunta.es


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