URLAUB IN DER TÜRKEI - ISTANBUL
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Istanbul - Urlaub auf der "Brücke zwischen Europa und Asien"
Istanbul, das alte Konstantinopel, ist geographisch und kulturell die Brücke zwischen Europa (Okzident) und Kleinasien (Orient). Bereits Mitte des 16. Jahrh. hielt ein Besucher fest: "Der Bosporus ist ein Schlüssel, der zwei Welten öffnet und schließt". Die Meerenge, die das Schwarze Meer mit dem Marmarameer verbindet, verlieh Istanbul seit jeher eine wichtige strategische Rolle - militärisch und als Handelsmetropole. Das Goldene Horn, ein langgezogener Arm des Bosporus, gilt als einer der besten natürlichen Häfen weltweit. Seinen Namen verdankt das Goldene Horn dem exzessiven Prunk, mit dem die römischen und später oströmischen Herrscher ihre Macht und ihren Reichtum demonstrierten. Sinnbild hierfür ist der Kaiserpalast auf der Halbinsel südlich des Horns.
Der Bosporus erstreckt sich über eine Länge von rund 31 Kilometern. Im breitesten Bereich der Bucht liegen etwa vier Kilometer zwischen den beiden Ufern, im schmalsten ca. 700 Meter. Im engsten Teilstück befindet sich auf jedem Ufer eine Festung. Auf der asiatischen Seite ist dies die Burg Anadolu Hisari, die im 14. Jahrh. erbaut wurde. Die Burg Rumeli Hisari (15. Jahrh.) auf der gegenüberliegenden europäischen Seite entstand in nur vier Monaten Bauzeit. Beide Burganlagen dienten der Überwachung des ein- und ausgehenden Schiffsverkehrs. In unseren Tagen finden auf Burg Rumeli Hisari Freilichtkonzerte statt.
Sightseeing in Istanbul
Die Sultan Ahmed Moschee ("Blaue Moschee")
Die Sultan Ahmed Moschee, in Europa als "Blaue Moschee" bekannt, zählt zu den wenigen islamischen Gotteshäusern weltweit, die sechs Minarette besitzen (lediglich die Hauptmoschee von Mekka weist eines mehr auf). Sie gilt als imposantes muslimisches Pendant zur Haiga Sophia. Die Bezeichnung "Blaue Moschee" spielt auf die markanten blau-weißen Fliesen an, die die oberen Mauerbereiche und die Kuppel bedecken. Mit ihrer reichen Ausstattung ist die Sultan Ahmed Moschee ein beeindruckendes Zeugnis islamischer Baukunst und Kunst überhaupt: Mehr als 20.000 Fayencefliesen, 260 buntverglaste Außenfenster sowie Koranspruchbänder aus Gold und zahlreiche rote Teppische nennt sie ihr eigen. Die "Blaue Moschee" liegt am Sultan Ahmet Platz, an dem es noch zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten befinden.
Der Topkapi-Palast
Der Topkapi-Palast war vom 15. bis ins 19. Jahrh. hinein Herrschaftssitz der mächtigen osmanischen Sultane. Der Bau der gewaltigen Palastanlage wurde bald nach der Eroberung Konstantinopels (1453) in Angriff genommen und dauerte rund 13 Jahre. Als Standort wählte Mehmet der Eroberer (Sultan Mehmet II.) den ersten Stadthügel aus, die frühere Akropolis der Stadt. Vor Gründung der modernen Türkei durch Atatürk lebten die osmanische Sultane hier in sagenhaftem Reichtum und "hielten" sich unzählige Diener und Wächter (über 5.000 sollen es zeitweilig gewesen sein). Inzwischen beherbergt der Topkapi-Palast ein Museum, in dem man unermesslich wertvolle Sammlungen von Porzellangegenständen, Gewändern, Juwelen, Kriegswaffen, historischen Handschriften und Porträts bestaunen kann. Auch wichtige Reliquien des Propheten Mohammed sind ausgestellt (z. B. Waffen und sogar seine Barthaare). Eine Besichtigung lohnt zudem der berühmt-berüchtigte frühere Harem des Topkapi-Palastes. Hier wohnten bis zu 1.200 "Haremsdamen", denen die Mutter des Herrschers vorstand.
Die Hagia Sophia - Kirche, Moschee und nun Museum
Das Schicksal der Hagia Sophia spiegelt eindrucksvoll den Wandel der Zeiten in Istanbul wider. Erbaut als christliche Kirche, diente sie später als Moschee und ist inzwischen ein Museum. Die Einweihung der Hagia Sophia erfolgte anno 537 unter Kaiser Justinian. Der Bau nahm fünf Jahre in Anspruch. Stolze 56 Meter ist die Kuppel des imposante Bauwerks hoch. Der Bereich unter ihr war gut 1.000 Jahre lang die größte von Menschen geschaffene Räumlichkeit. Als "achtes Weltwunder" apostrophiert, gilt die Hagia Sophia als Meisterstück byzantinischer Baukunst. Gleichzeitig ist bzw. war sie das größte Gotteshaus des Christentums. Beim der Errichtung wurden kostbarste Baummaterialien verwendet, z. B. teurer Marmor, den man aus allen Landstrichen Byzantiniens herbeigeschaffte. In der Epoche des byzantinischen Reiches fungierte die Hagia Sophia als Staatskirche. Die Umwandlung zur Moschee erfolgte in den Jahren nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen. Mehmet der Eroberer soll allerdings noch am Tage des Einzugs in Konstantinopel einen islamischen Gottesdienst in der Hagia Sophia praktiziert haben. Den Entschluss, das Gotteshaus in ein Museum umzuwandeln, fasste Atatürk.
Der Dolmabahce-Palast
Der Dolmabahce-Palast wurde viele Jahre von Atatürk bewohnt. Nachdem er die Übersetzung des Korans ins Türkische veranlasst hatte, las der Staatsgründer hier erster aus dem übertragenen Text vor. Im November 1938 verstarb Atatürk in den Mauern des Palastes. Errichtet wurde der Dolmabahce-Palast zwischen 1843 und 1856 unter der Herrschaft von Abdülmecit I. Am europäischen Ufer des Bosporus gelegen, diente der im türkischen Renaissancestil konzipierte Palast lange Zeit als Herrschafts-Residenz. Der Palast umfasst nicht weniger als 285 Zimmer, 46 Säle, 68 Waschräume und sechs Bäder. Die Inneneinrichtung besteht aus wertvollsten Teppichen und anderen Luxusgegenständen. Besonders bemerkenswert ist ein 4.500 Kilogramm schwere Kronleuchter, auf dem 750 Kerzen stecken.
Die Erlöserkirche des Choraklosters
Auch die Erlöserkirche des Choraklosters ist seit ihrer Restaurierung im Jahre 1948 ein Museum. Im späten 11. Jahrh. erbaut, gilt sie unter Fachleuten als eines der wichtigsten Kirchenbauwerke aus byzantinischer Zeit. Besonders sehenswert sind die zahlreichen Mosaike und Fresken, die biblische Szenen mit Christus und der Muttergottes abbilden. Die Bildwerke wurden zwischen 1948 und 1959 freigelegt.
Die Sultan Süleyman Moschee
Die Sultan Süleyman Moschee gilt vielen als die schönste Moschee der Stadt. Sie wurde unter dem namensgebenden Sultan zwischen 1550 und 1557 erbaut, zuständig war der seinerzeitige "Stararchitekt" (wie man heute sagen würde) Sinan, der mit der Moschee ein Glanzstück osmanischer Baukunst schuf. Das Gotteshaus setzt sich aus zwei Höfen (Innen- und Außenhof) und einem Gebetsraum, der von einer Kuppel überwölbt wird, zusammen. Die Höhe des Gebetsraumes liegt bei 53 Metern. Sehenswert ist die kunstfertig bemalte Südostwand der Moschee, an der sich wunderschöne bunte Glasfenster befinden.
Der "Grosse Basar" in Istanbul
Der in der Altstadt von Istanbul gelegene Kapalı Çarşı (was auf Deutsch in etwa "überdachter Markt" heißt) gilt als der größte (200.000 m²) und älteste Basar weltweit. In Europa ist der Markt als "Großer Basar" bekannt. Seine Besucher erwartet ein gewaltiger "Irrgarten" aus Ladenstraßen. Die Geschäfte sind nach Branchen sortiert - wie auf Basaren üblich - , die (für Sprachkundige) oft schon am jeweiligen Straßennamen ablesbar sind. Die Zahl der Geschäfte soll sich auf über 4.000 belaufen. Rund 20.000 Personen arbeiten im Großen Basar. Besonders sehenswert sind die Hunderte von Juwelierläden, die um die Gunst der Kundschaft buhlen.
Den Befehl zur Errichtung des Kapalı Çarşı gab Mehmet II. schon bald nach der Eroberung Konstantinopels. Zunächst bestand der Basar aus Holzkonstruktionen, nach einem zerstörerischen Großbrand traten an ihre Stelle unter der Herrschaft von Mahmut II. (1695 – 1703) Gebäude aus Stein. Das Zentrum des Großen Basars ist der Eski Bedesten (übersetzt "alte Tuchhalle"). Die Halle war anfänglich als Schatzkammer geplant. Noch heute wird in dem von 15 Kuppeln überwölbten Gebäude Gold- und Silberhandel betrieben.




