URLAUBSINFOS
Suchen und buchen - Aktuelle Angebote Tschechien
Schnee-Urlaub in Isergebirge
Die Grenz-Region im Dreiländer-Eck ist ein Gebiet ständiger leichter Verunsicherungen für Orts- und Sprach-Unkundige. Von Zittau Richtung Riesengebirge fahrend bringen einem die auswendig gelernten tschechichen Sätze mit einem fröhlichen „Ahoj“ vorneweg plötzlich nicht viel: die Kiosk-Verkäuferin sagt gerade heraus, dass man hier in Polen sei - auf Deutsch übrigens, und in Euro zahlen kann man auch. Wenige Minuten später fährt man jedoch auf tschechischem Gebiet, das Richtung Tanvald immer höher und verschneiter wird.
Der kleine Ort Příchovice liegt, anders als die Hotel-Datenbank nahelegte, auch gar nicht im Riesengebirge, sondern im Isergebirge. Das tut dem Dorf, welches zusammen mit den umliegenden auf nur rund 1000 Einwohner kommt, aber keinen Abbruch. Die zur Gemeinde Korenov zählende Ortschaft zeichnet sich durch einen Bilderbuch-Anblick von außen wie von innen aus.
Der Marktplatz mit der 1862 gegründeten Kirche ist ebenso hübsch anzusehen wie die dunklen Holzhäuser mit ihren tief gezogen Dächern und den kleinen weiß gerahmten Sprossenfenstern. Es gibt kaum Bausünden. Und auch vom Skihang zurückkehrend, ist es ein ausnehmend heimeliges Ziel, welches man da vor Augen sieht.
Während hier in früheren Zeiten viele Menschen Armut litten, lebt die Gegend heute ganz gut vom Tourismus. Die meisten Häuser dienen als Ferienunterkünfte, und neben tschechischen Familien reisen auch etliche deutsche Urlauber in das grenznahe Gebiet.
Der kleine Lebensmittelladen im Dorfkern trägt den schönen Namen Konzum und führt alle nötigsten Produkte für den täglichen Bedarf, unter anderem auch einige empfehlenswerte heimische Wurstspezialitäten wie Paprika-Salami. Die behäbige Verkäuferin in ihrem Kittel ist geduldig und nett und kann, wie fast alle vor Ort, einige Sätze Deutsch.
Direkt nebenan im selben Haus ist die Dorf-Wirtschaft untergebracht. Hier treffen sich Einheimische und ein paar (hauptsächlich tschechische) Touristen, es wird gegessen, getrunken und geraucht in der warmen Stube mit der rustikalen Einrichtung. Eine Katze und ein Hund laufen oder sitzen herum und tragen das Ihre zur Gemütlichkeit bei.
Gründe für Ungemütlichkeit gibt es in Příchovice und Umbegung generell eher wenige. Die Skifahrer, Schlittenfahrer und Langläufer sind alle sehr entspannt; viele Familien verbringen hier ihren Winterurlaub. Der Berg oberhalb des Dorfes eignet sich gut zum Rodeln und für Ski- wie Snowboard-Anfänger. Es gibt einen kleinen Lift, und weiter oben um den Štépánsky-Turm herum warten 28 Kilometer gespurte Langlauf-Loipen, die mit der Isergebirgsmagistrale verbunden sind. Das gesamte zentrale Hochplateau des Isergebirges weist 150 Kilometer Langlaufstrecke auf.
Unmittelbar am unteren Rand des Ortes gibt es einen Skilift mit Schneekanonen, ein weiterer befindet sich rund einen Kilometer südlich bei Rejdice.
Ganz anders geht es dagegen im wenige Autominuten entfernten Harrachov zu. Zwar hat man es dort tatsächlich ins Riesengebirge geschafft, aber es herrscht deutlich mehr Rummel, und man wir da und dort mit deutschem Schlager beschallt. Parkplätze sind Mangelware, Menschen nicht und Schnäppchen noch weniger. Überall kann man Skier ausleihen, aber die beiden direkt am Ort befindlichen Pisten sind kein wirklicher Augenschmaus.
Keine kulinarischen Höchstgenüsse, aber immerhin solide Hausmannskost für kleines Geld serviert allerdings das Restaurant Praha, das am Ortseingang liegt und eine nostalgisch anmutende Innen-Deko mit vielen alten Radios bietet.
Für Langläufer empfiehlt es sich ins knapp 100 Meter höher gelegene Jakuszyce zu fahren. Hier liegt mehr Schnee, und es gibt wunderschöne Loipen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, etwa auf einer ehemaligen Bahnstrecke, über viele glucksende Bäche hinweg.
Zwar kommen auch hierhin viele Touristen, aber im Wald begegnet man kaum noch Skiläufern und hört schnell nur noch den knirschenden Schnee unter den eigenen Skiern und leises Bach-Plätschern.
Zu eisiger Stille gefrorenes Bach-Plätschern kann man bewundern, wenn man nach einigen Minuten in Richtung Szklarska Poręba rechts abfährt.
Der Parkplatz mit Souvenir-Häuschen und Pferdeschlitten ist nicht zu verfehlen, und den hoch frequentierten Weg findet man auch leicht. In rund 25 Minuten erreicht man eine Bude, die Helme für den Abstieg ausgibt. Und dann hat man ihn vor sich, völlig geräuschlos: den 27 Meter hohen Wodospad Kamieńczyka (Zackelfall). Er ist der größte im schlesischen Riesengebirge. Wie Jakuszyce und Szklarska Poręba liegt er übrigens in Polen.





