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Ingelheim - schon Karl der Große ließ es sich hier gut gehen

Burgkirche von Ingelheim

Burgkirche von Ingelheim

Ingelheim ist dank des dort ansässigen Pharmakonzerns Boehringer die reichste Gemeinde Rheinhessens. Die Schlote und Bürogebäude des Weltkonzerns liegen in Richtung Rhein und sind weithin sichtbar. Auf der gegenüberliegenden Stadtseite konzentrieren sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ein im 12. und 15. Jahrhundert entstandenes Prachtstück ist die weiß getünchte Burgkirche. Sie gilt als die am besten erhaltene Wehrkirche Südwestdeutschlands.

Die Kirche ist von einer imposanten Burgmauer umgeben, die eigentliche Feste steht jedoch nicht mehr. Die Wehrgänge dürfen aus Sicherheitsgründen nur im Rahmen einer Führung erkraxelt werden. Am Wochenende werden Kirche und Mauern angestrahlt, gute Gelegenheit für einen romantischen Abendspaziergang auf den Burgberg.

Marienfenster und Rittergrabplatten

Im Inneren der Burgkirche von Ingelheim

Im Inneren der Burgkirche

Das lichte Innere der Burgkirche lohnt einen ausführlichen Besuch. Ein Marienfenster aus dem 15. Jahrhundert und ein spätgotisches Netzgewölbe prägen den Chorraum. Zahlreiche farbenfrohe Schlusssteine sind über die gesamte Kirchendecke verteilt, von einem Pfeiler gucken grinsende Fratzen.

An den Wänden wurden die ursprünglich auf dem Kirchenboden liegenden Grabplatten aus dem 15. Jahrhundert aufgereiht, die meisten zeigen grimmig dreinblickende Ritter in voller Rüstung. Auf der Orgelempore steht eine wertvolle Stummorgel aus dem 18. Jahrhundert. Sie erklingt zuweilen im Rahmen von Kirchenkonzerten. Die Kirche ist von Ostern bis Ende September täglich geöffnet, werktags von 15 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags von 12 bis 18 Uhr.

Außerhalb der Öffnungszeiten können Besucher bei der Küsterin oder im Gemeindebüro nach den Schlüsseln fragen, Telefon 06231/ 73031. Gleich hinter der Burgkirche beginnen die Weinberge, jeder der in Ingelheim Urlaub macht, wird sie erwandern oder erradeln wollen. Reizvoll ist dort der Rundkurs „Ingelheimer Weinmeile“.

Kaiserpfalz von Ingelheim

Einst hatten die Herrscher keine festen Residenzstädte. Sie reisten mit ihrem Hofstaat durchs Reich und machten dabei gerne auf ihren Kaiserpfalzen Station. Eine Pfalz stand in Ingelheim, und auch Karl der Große hielt dort Hof. Der Komplex muss enorme Ausmaße gehabt haben, wie die seit 1993 freigelegten Fundamente belegen. Die tagsüber begehbaren Ruinen werden von der Dauerausstellung „Die Pfalz der Ottonen“ in der Saalkirche flankiert.

 

Der Bahnhof von Ingelheim ist mit Aufzügen und einem großzügigen Fahrradparkhaus ausgestattet.

 

Text: Berit Böhme

 


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