REISEBERICHTE INDOCHINA - URLAUB IN ASIEN
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Faszination Mekong River
Auf den Spuren von Indiana Jones und Lara Craft in Indochina
von Werner G. Stoss
Indochina – schon der Klang gibt sich geheimnisvoll und verspricht Abenteuer pur. Wir wollen uns auch einmal wie Indiana Jones und Lara Craft fühlen und starten mit Vietnam Airlines nach Ho-Chi-Minh-Stadt, das frühere Saigon. Von dort aus wollen wir nach Kambodscha zur geheimnisvollen Ruinenstadt Angkor Wat reisen. Und das per Schiff.
Warum per Schiff? Nun, so schreibt z.B. Nick Ray im Travel Handbuch noch vor einigen Jahren über das Straßennetz in Kambodscha: „Das kambodschanische Straßennetz zählt zu den erbärmlichsten in ganz Asien, denn viele der so genannten National Highways sind in einem absolut katastrophalen Zustand….Die Straße von Kompong Cham nach Snuol – 130 km Schmerzen und Zähneklappern, verstärkt durch die Angst vor einem möglichen Raubüberfall…Von Siem Reap nach Sisiphon – das ist sowohl die von Besuchern am häufigsten frequentierte als auch die gotterbärmlichste Straße Kambodschas; zum Trost sei gesagt, dass es fast nicht mehr schlimmer kommen kann…“
Obwohl der Straßenzustand sich inzwischen gebessert haben dürfte, gestaltet sich dagegen die Reise per Schiff viel entspannter auf dem träge dahin fließenden Mekong River! Doch auch hier können uns Abenteuer erwarten. So erzählt uns Hoteldirektor Alexander Scheible, dass 1877 die Khy Byoo in einen riesigen Strudel geriet und drei Tage brauchte, um wieder frei zu kommen. Und noch vor einigen Jahren, im Jahr 2001, lief die Pandaw II bei ihrer Jungfernfahrt auf dem Irrawaddy auf Grund und steckte fünf Tage lang fest. Denn weil der Fluss sein Bett unvermutet ändern kann, werden oft dabei Sandbänke aufgeschwemmt. Die Passagiere empfanden dies aber als Abenteuer und lehnten es ab, evakuiert zu werden. Die Orient Pandaw, mit der wir den Mekong entdecken wollen, befindet sich ebenfalls auf ihrer Jungfernfahrt…
Ho-Chi-Minh-Stadt – die quirlige Metropole mit Pariser Atmosphäre
Saigon wurde erst 1698 gegründet und maßgeblich von den französischen Kolonialherren geprägt. Diese entwässerten die Sümpfe, legten Boulevards an, errichteten bemerkenswerte öffentliche Bauten, und ihre Straßencafés und eleganten Geschäfte schufen ein „Pariser Flair“. Das heutige Ho-Chi-Minh-Stadt ist mittlerweile mit ca. 8 Millionen Einwohnern die größte Stadt des Landes und zeigt überall das pulsierende, vietnamesische Leben in prächtigen Straßenmärkten, eleganten Geschäften und Cafés, trendigen Clubs und Pubs.
Zuerst bummeln wir durch das Chinesenviertel Cholon, von reichen chinesischen Flüchtlingen gegründet als „Cho Lon“, d.h. großer Markt. Wir lassen uns treiben durch Tausende von Ständen und Geschäften mit Kleidung, Nahrungsmitteln und Haushaltsgegenständen jeglicher Art. Ganz in der Nähe besichtigen wir die Pagode des Jadekaisers, von der man sagt, dass sie auch heute noch ein wichtiger Treffpunkt chinesischer Geheimbünde ist: ein farbenprächtiger und geheimnisvoll wirkender Ort.
Doch auch die französischen Gebäude sind interessant: Die Kathedrale Notre Dame ist neoromanischen Stils und hat zwei hohe quadratische Türme mit eisernen Spitzen. Am besten gefällt uns jedoch das Gebäude der Hauptpost mit gläsernem Vordach und prächtiger Innenausstattung – sie ist auch heute noch das größte Postgebäude Vietnams.
In sozialistischem Zuckerbäckerstil präsentiert sich der Palast der Unabhängigkeit, der am 30. April 1975 von nordvietnamesischen Panzern erobert wurde, wodurch das politische System Südvietnams sein Ende fand. Beklemmend ist die Atmosphäre im Kriegsmuseum, in dem eine Sammlung von Waffen, Nachbauten von Kerkern und viele Fotos der Kriegsgräuel aus zwei Indochina-Kriegen zu sehen sind.



