WANDERBERICHT IBIZA
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Wanderung im ländlichen Ibiza
Ibiza ist vor allem als Party-Insel bekannt. Doch abseits der Traumstrände kommen auch Aktivurlauber auf ihre Kosten. So gibt es immer mehr ausgeschilderte Wanderwege, die in Frühling und Herbst zum Wandern auf Ibiza locken.
Ich hatte mir Ende März einige Tage freigenommen, um Ibizas Natur aktiv zu Fuß und per Mountainbike zu erkunden. So stand ich nun um neun Uhr auf dem Hauptplatz von Santa Gertrudis, dem Ausgangspunkt für eine 13 Kilometer lange Wanderung. Das Dorf, das für seine ausgezeichneten Cafés und Lokale bekannt ist, lag zu dieser Tageszeit noch unter einem Mantel der Stille.
Nachdem ich von Wanderführer Losán – mit diesem asiatisch klingenden Namen hatten ihn seine Eltern während ihrer Hippie-Phase bedacht – einen Energy-Riegel bekommen hatte, gingen wir los, um auch schon nach zwanzig Metern wieder anzuhalten und Fotos von der Landschaft zu machen. Weitere Fotos sollten folgen, so dass sich die geplante Strecke wegen unserer Trödelei später von 13 auf elf Kilometer verkürzte.
Zunächst gingen wir noch über Asphalt, bogen dann aber in einen dichten Pinienwald ein. Auf unserer Route von Santa Gertrudis im Inselinneren bis nach Sant Mateu, einem kleinen Ort mit zehn Häusern im nördlichen Inselinneren, passierten wir Fincas, Felder und dichte Wälder. Wacholdersträucher und Süßholzbäume säumten den Weg, hier und dort verliehen Wildblumen der Landschaft bunte Farbtupfer. Bei einer Finca machten wir Halt, um uns mit den Bewohnern Catalina und Anton zu unterhalten. Die beiden erzählten uns wie sie die Finca geerbt und daraufhin Can Hereu (geerbtes Haus) getauft hatten. Nun verbringen sie mit ihren Kindern und diversen Haus- und Nutztieren ihren Lebensabend in der Finca. Über unser Interesse konnten die beiden nur schmunzeln, waren aber gerne bereit, uns von sich zu erzählen und wir bekamen die Gelegenheit uns die Finca aus der Nähe anzuschauen.
Der Höhepunkt der Wandertour war für mich jedoch ein anderer. Kurz vor dem Ziel gelangten wir zu einem alten Wassersystem, das noch von den Arabern stammt. Von den Hügeln kletterten wir runter zu einer saftig grünen Wiese, in deren Mitte fast malerisch ein blühender Kirschbaum platziert war. Ein toller Platz für ein Picknick, dachte ich, doch leider blieb uns keine Zeit zum Verweilen. Wir mussten weiter, denn das Mittagessen im Restaurant Can Cires in Sant Mateu wartete bereits auf uns.
Diese halbtägige Wanderung war leider die einzige, die ich auf Ibiza unternahm. An den anderen Tagen war ich jedoch mit dem Mountainbike unterwegs und entdeckte dabei noch andere schöne Landschaften. Zum Beispiel den Naturpark „Ses Salines“ bei Eivissa, wo man zwischen Dünen, Pinienwäldern, Sandstränden und Steinküste spazieren kann. Oder man wandert von Cala d’Hort an der Küste entlang. Dabei passiert man auch die Felseninsel Es Vedra, um die sich zahlreiche Mythen und Legenden ranken.
Text: Daniela Hesse



