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Die Hurtigruten - allerlei Wissenswertes

Vor über 100 Jahren - erste Reise nach Hammerfest

Hurtigruten, Bergen, alte Speicherhäuser

Ehemalige Speicherhäuser in Bergen.

Hurtigruten blickt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Am 2. Juli 1893 verließ die "Vesteralen" zum ersten Mal den Hafen von Bergen.

Das Schiff, unter Kommando von Kapitän Richard With, sollte Fahrgäste und Fracht zur nördlichsten Stadt Europas, Hammerfest, befördern.

 

Mit dieser Fahrt begann eine neue Ära für die Bewohner der einsamen Küstenregionen. Das Schiff sollte regelmäßig verkehren und bedeutete eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität in den abgelegenen Orten und Inseln.

Der Liniendienst erwies sich als außerordentlich erfolgreich und wurde immer weiter ausgebaut.

Waren für den Norden Europas

Finsnes, Güterverladung

Güterverladung in Finsnes.

Jeden Abend startet ein Schiff der Hurtigruten am Hurtigruten Kai in Bergen zur Fahrt mit dem Wendepunkt Kirkenes. Auf der 12 Tage dauernden Reise wird es in Städten, kleinen Orten und Inseln anlegen, um am Nachmittag des zwölften Tages wieder Bergen zu erreichen.


Auch wenn Fahrpläne und Schiffe den heutigen Bedürfnissen angepasst sind, ist die Bedeutung der Hurtigruten immer noch die gleiche: die Versorgung der Bevölkerung. Auch heute wird ein Großteil der Waren mit dem Schiff in die einsamen Regionen befördert.

 

Besonders in den kleinen Häfen ist die Ankunft des Schiffes der Höhepunkt des Tages. Es ist schon ein Erlebnis zu beobachten, was alles aus dem Schiffsrumpf entladen und mit Gabelstaplern in die Lagerhallen befördert wird.

Die Palette reicht von Lebensmitteln bis zu Baumaterial, von Fahrrädern bis zu Computern. Für die Küstenbewohner sind die Schiffe einfach ein Transportmittel. Man benutzt sie um schnell von A nach B zu gelangen, und es ist nicht ungewöhnlich, dass ganze Schulklassen ein Schiff bevölkern, um einen Klassenausflug in die nächste Stadt zu machen.

Kurzer Landgang

Bordreiseleitung, Schalter

Monika von der Bordreiseleitung.

Normalerweise ist der Aufenthalt der Schiffe in den Häfen nur kurz. Sie bleiben so lange, wie für das Be- und Entladen benötigt wird. In einigen Häfen bleiben die Schiffe aber länger, so in Ålesund, Trondheim, Bodø, Tromsø, Hammerfest und Kirkenes.

 

So besteht die Möglichkeit, die grandiose Landschaft auch einmal von Land aus zu betrachten und wieder einmal festen Boden unter den Füßen zu spüren. Es besteht auch die Möglichkeit, sich einer interessanten Stadtführung anzuschließen, um Näheres über Land und Leute zu erfahren. Die Ausflüge kann man bei der Bordreiseleitung der Schiffe kurzfristig buchen, wo bei die Mitarbeiter mit Tipps gerne aushelfen.

Auch kleine Orte haben ihren Reiz

Hurtigruten, Kleinstadt

Ansicht einer kleinen Stadt.

Auf ihren regelmäßigen Fahrten, legen alle Schiffe zusammen die beachtliche Strecke von 1,5 Millionen Kilometer im Jahr zurück. Nur selten geht die Passage über die offene See, sodass man die spektakuläre Natur von ruhigen Gewässern aus betrachten kann.

Fernglas und Fotoapparat sollten immer griffbereit sein, denn die Eindrücke können so schnell wechseln, dass bei einem Gang zur Kabine zuviel Zeit verloren geht.

 

Besonders interessant ist das Anlanden und Ablegen in den 34 Häfen. Aber nicht nur die großen Städte sind interessant, gerade die kleinen Orte machen mit ihren buntgestrichenen Häusern den Reiz eines Besuches aus.

 

Frachter oder Kreuzfahrtschiff - von beidem etwas

Geiranger Fjord, Wasserfall "Sieben Schwestern"

Die "Sieben Schwestern" am Geiranger Fjord.

Obwohl der Gütertransport einen hohen Stellenwert besitzt, kann man die Schiffe der Hurtigruten nicht als Frachter bezeichnen. Der Unterschied fällt gleich beim Betreten der Schiffe auf. Eine großzügige Lobby mit Rezeption wartet auf den Gast. Die Reederei legt auch besonderen Wert darauf, dass jedes Schiff eine eigene individuelle Note hat.

 

Auch muss man nicht auf Komfort verzichten. Das Personal kümmert sich um die Kabine. Betten machen und aufräumen, kann man getrost den dienstbaren Geistern überlassen. Es bleibt also viel Zeit, um vom Panoramadeck die Landschaft zu betrachten, im Fitness-Raum etwas für die Figur oder in der Bibliothek etwas für den Geist zu tun. Bei in Flaschen abgefüllten Geistern sollte man aber sehr zurückhaltend sein, sind doch die Preise für Alkohol in Norwegen extrem hoch.

 

Das Bordleben gestaltet sich aber recht zwanglos: morgens und mittags ein Buffet, das Abendessen ( 3 Gänge ) wird serviert. Dann gibt es noch die Möglichkeit, sich selbst zu verpflegen, wobei z. B. Sandwiches in einer kleinen SB-Bar gekauft werden können. Kein Showprogramm unterbricht den geruhsamen Abend. Dinnerjackett sowie Abendgarderobe können zu Hause bleiben.

Jedes Schiff mit eigenem Charakter

MS Finnmarken, Außenpool

Außenpool der neuen MS Finnmarken.

Keines der Schiffe, die abends Bergen verlassen, gleichen einander. Zwar sind sie sich teilweise ähnlich, besonders die Schiffe der neuen Generation, aber im Innern hat jedes Schiff seine eigene Note. Auf dem einen dominiert der norwegische Jugendstil während auf dem anderen Glas, Stein und helles Holz den Ton angeben.

 

Im Unterschied zu Kreuzfahrtschiffen sind die Schiffe der Hurtigruten auch stabiler gebaut und wendiger. Sie müssen den Bedingungen des nördlichen Polarkreises gewachsen sein, und auch jeden Hafen anlaufen können. Die Schiffe der neuen Generation stammen aus den 90er Jahren und bieten Platz für 700 Passagiere und 50 Pkws. Die Kabinen sind modern und zweckmäßig ausgestattet, haben entweder Fenster oder, auf den unteren Decks, Bullaugen.

 

An Bord gibt es Fitness-Räume, Sauna, Bar, Boutique und Konferenzraum. Die Schiffe der mittleren Generation stammen aus den 80er Jahren, sind aber modernisiert worden. Obwohl kleiner (550 Passagiere und 40 Pkws) gleichen sie in der Ausstattung den Schiffen der neuen Generation.

 

Kabinentypen

Kabinentypen

Die neueren Schiffe MS Finnmarken und MS Trollfjord passen zwar genau in das Konzept der Hurtigruten, bieten aber etwas Besonderes.

Um den gestiegenen Ansprüchen der Reisenden gerecht zu werden, haben sich Designer und Konstrukteure zusammengesetzt. Es galt aber nicht nur größere Kabinen zu bauen, sondern es musste auch gewährleistet sein, dass die Schiffe sich auch in engen Fahrrinnen noch manövrieren lassen. Auf beiden Schiffen wurde die Aufgabe gelöst, Fahrverhalten und größeren Komfort zu vereinen.

 

Auf der MS Finnmarken gibt es umlaufende Decks, die bis zur Bugspitze begehbar sind, und bei schönem Wetter kann der beheizte Außenpool benutzt werden. Im Inneren erlebt der finnische Jugendstil eine Renaissance.

 

Eine Besonderheit ist der Panorama-Salon "Brotoppen". Von hier hat man eine 360° Rundumsicht auf Meer und Land. Die MS Trollfjord fällt durch eine besonders helle Innenausstattung aus. In den öffentlichen Räumen sind viel Glas, helles Holz und Steine verarbeitet worden. Lifte aus Glas bewegen sich in einem gläsernen Atrium, das besonders viel Licht und Sonne ins Innere lässt. Neu ist auch, dass es auf beiden Schiffen Suiten mit besonders großen Erkerfenstern oder Balkonen gibt.

 

Die Größe der Suiten variiert von Schiff zu Schiff, aber alle sind mit Doppelbett, Dusche, WC und TV ausgestattet. Zusätzlich verfügen einige der Suiten über Badewanne und Whirlpool. Die Minisuiten sind ein Kompromiss zwischen Standardkabine und Suite. Obwohl kleiner als die Suite, bietet sie aber die gleiche Ausstattung. Die Minisuite wird auf der MS Nordnorge, MS Polarlys, MS Nordlys, MS Finnmarken und MS Trollfjord angeboten. Die Standard-Kabinen sind alle modern und komfortabel eingerichtet. Die Zweibett-Kabinen haben ein Bett und ein Klappsofa-Bett und Bad. Die Außenkabinen haben größtenteils Fenster, aber auf Deck 2 und 3, Bullaugen.

 

Ein Plus sind die Behindertenkabinen, die sich auf dem gleichen Deck wie die Rezeption befinden. Das Ein- und Ausschiffen findet über eine eigens für Rollstühle geeignete Gangway statt.

 

Text und Fotos: md
Fotos: Pool und Kabinentypen NSA


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