WINTERURLAUB - SKILIFT HINDELANG

Reisedauer: 7 - 10 Nächte
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      HLX
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      Geschichte des Skilifts in Hindelang - der erste auf deutschem Boden

      In den zwanziger und dreißiger Jahren - vor dem Zwangsstop durch den 2. Weltkrieg - erfuhr der Skisport seine wichtigste Entwicklung. Die Anhänger der schönen Freizeitbeschäftigung wie auch die Fremdenverkehrswirtschaft erkannte die Bedeutung des Iselergebietes bei Oberjoch durch seine Schneesicherheit und verkehrsmäßig günstige Lage für den schon weit gediehenen alpinen Skilauf.

      Das vielseitige nordseitig gelegene Gelände in unmittelbarer Nähe des Ortes Oberjoch wurde bereits von den damals entstandenen Skischulen, aber auch ebenso gerne von den einheimischen Skifahrern genutzt.

      Eine Tasse Tee für 20 Pfennig

      Zudem gab es bereits eine Busverbindung über den Jochpaß, so daß das Skigebiet auch bequem erreichbar war. Nach der Busfahrt oder dem geldsparenden Anstieg zu Fuß bis Oberjoch folgte in jedem Fall der weitere Anstieg per Ski und Steigfellen, wenn man in den Genuß einer längeren Abfahrt kommen wollte. Eine andere Variante für das sonntägliche Skivergnügen war der direkte Anstieg mit geschulterten Skiern ab Bad Oberdorf über den meist größtenteils schneefreien Balmerweg zum Iselerplatz. Dort gab es bereits eine kleine Hütte, die von einer Interessengemeinschaft einiger junger Männer aus Bad Oberdorf erbaut wurde. Nach den Mühen des Anstieges gab es neben einem gemütlichen Platz zum Ausruhen immerhin auch eine große Tasse heißen Tee zum Preis von 20 Pfennigen. Das weitere Skivergnügen bestand dann meistens aus einer einmaligen Abfahrt entsprechend guter oder schlechter Schneebeschaffenheit hinunter nach Oberjoch und weiter über die alte Jochstraße oder die Ochsenalpe zurück ins Tal.

      Anläßlich einer dieser skitouristischen Unternehmungen - vielleicht nach einem mühevollen Aufstieg - kam es dann wohl zu dem Vorschlag, am Iseler einen Skilift zu bauen, wie es sie in anderen Alpenländern vereinzelt wohl schon gab. Diese Anregung fiel im weiteren Verlauf der Zeit bei Bürgermeister Anton Schmid und seinem Gemeinderat und ebenso beim Skiverein Hindelang auf fruchtbaren Boden.

      Der Bau beginnt

      Im Jahr 1938 war es dann soweit, daß der Münchner Ingenieur Bruno Biehler mit dem Bau des Liftes beauftragt wurde. Biehler und Skilehrer Meier begannen mit der Erkundung und Vermessung der künftigen Lifttrasse am Iseler. Im Frühjahr 1939 wurde der Auftrag zur Lieferung der technischen Bauteile an die Firma Bleichert in Leipzig erteilt. Die Firma drängte auf schnelle Abnahme, da sie wegen des Kriegsausbruches befürchtete, den Liefervertrag nicht mehr erfüllen zu können. So wurde das gesamte Material im selben Jahr noch geliefert und zunächst in einem Raum der stillgelegten Weberei „Lexenmühle“ eingelagert. Als Nachfolger des inzwischen verstorbenen Bürgermeisters Schmid hatte sein Nachfolger Leo Dorn kein Interesse an dem Liftbau und wollte zumindest das Kriegsende abwarten, was bei seinem hohen Alter und in Anbetracht der schweren ungewissen Kriegszeit wohl verständlich war.


      Allen Hindernissen wie Kriegsbeginn, Arbeitskräftemangel und der zögernden Haltung der Gemeindeverwaltung zum Trotz taten sich im Winter 1939/40 Befürworter des Liftbaues und Skiläufer aus den Reihen des Skivereins zusammen, um die zukunftsweisende Baumaßnahme voranzutreiben, zumal die notwendigen Geldmittel vorhanden waren. Entsprechende Handwerker waren bereit, den Lift zu erstellen, wenn ihnen die notwendigen Arbeitskräfte zur Verfügung stünden. Es war auch allerhöchste Zeit mit dem Bau zu beginnen, da die Gefahr bestand, daß die Eisen- und Stahlteile zugunsten der Kriegswirtschaft beschlagnahmt würden.

      In dieser Not wandte man sich über Karl Hafner (Lehrer an der Hindelanger Volksschule und sehr verdienter Komponist zahlreicher Mundartlieder), der als Reserveoffizier bei den Gebirgsjägern in Sonthofen als Chef einer Genesungskompanie stationiert war, an den dortigen Standort-Kommandeur mit der Bitte, Arbeitsmannschaften und Tragtiere für den Liftbau abzustellen, was auch zugesagt wurde. So wurde dem Liftbau geholfen und die betreffenden Soldaten waren für einige Zeit vor der Frontabstellung sicher. Bürgermeister Dorn war erst nach Wochen mit diesem Hilfsdienst einverstanden. Trotzdem wurden inzwischen in Oberjoch eine Garage als Stall für die Tragtiere eingerichtet und Unterkunft und Verpflegung für die Soldaten organisiert. So wurde es aber dann doch Herbst 1941, bis die Kiestransporte mit den Mulis für die Betonsockel der aus Holzstämmen angefertigten Stützen anliefen und die Soldaten zu den Bauarbeiten eingesetzt werden konnten. Die schweren Eisenteile konnten nur mit Pferdefuhrwerken - es gab ja keine andere Möglichkeit - nach oben transportiert werden. Ein früher Wintereinbruch mit starken Schneefällen hat dann aber zur Einstellung der Arbeiten gezwungen, so daß auch durch andere Umstände bedingt, der weitere Fortgang der Arbeiten im neuen Jahr erst im Herbst möglich war. Zum Ende dieses Jahres 1942 konnte die Anlage fertiggestellt und in Betrieb genommen werden.

      Und noch ein Lift ...

      Ein gleicher Lift soll kurze Zeit danach in Garmisch-Partenkirchen gebaut und fertiggestellt worden sein. Der Lift an der Kleinen Parsenn im Kleinen Walsertal wurde bereits ein Jahr zuvor fertiggestellt und in Betrieb genommen. Die offizielle Inbetriebnahme des Iseler-Liftes erfolgte im Januar 1943. Dem Vernehmen nach wurde der Lift erstaunlicherweise in den Wintern der folgenden Jahre trotz Krieg betrieben und auch ausreichend genutzt. Nach Beendigung des Krieges hatten sich US-Besatzungstruppen in Oberjoch im Hotel Ingeburg eingenistet, die den Lift auch sofort rigoros mit Beschlag belegten, so daß zum großen Ärger einheimischer bzw. deutscher Skifahrer, diese nur dann in den Genuß einer Liftfahrt kamen, wenn zwischendurch mal ein Bügel frei blieb.

      Schutz der Landschaft

      Schon damals wurde auf den Schutz der Landschaft Rücksicht genommen und zur Auflage gemacht, daß die 10 Stützen als Holzkonstruktion (Rundholzbalken) erstellt und zur weiteren Tarnung mit einem grünen Holzschutzmittel getränkt werden mußten. Der Lift war 800 m lang und konnte mit 26 Schlepp-Bügeln und einem 20 PS-Elektromotor pro Stunde 100 Personen nach oben befördern. Der erste Umbau, der fast einem Neubau entsprach erfolgte 1951/52. Die neue Konstruktion ermöglichte im Winter den Betrieb als Schlepplift mit 400 Personen und im Sommer als Sessellift mit 170 Personen Stundenleistung über eine Länge von 970 m. Im Jahr 1967 wurde eine weitere Erneuerung der Anlage notwendig. Wurden schon beim ersten Umbau die Holzstützen durch Stahlrohrkonstruktionen ersetzt, wählte man diesmal eine moderne Gittermastbauweise. Diese Modernisierung ermöglicht als Skilift 800 Personen und im Sommer als Sessellift 180 Personen pro Stunde zu befördern. Mit dieser Leistungssteigerung erfolgte auch eine Verlängerung der Anlage auf 1280 m im Sommerbetrieb und auf rund 1000 m im Winterbetrieb. Mit dieser ersten Liftanlage am Iseler wurde eine wichtige Erschließung für das Wintersportgebiet am Oberjoch begonnen, wie es heute als abgeschlossen gelten darf und weithin bekannt und beliebt ist.(Auszug aus einem Artikel von Franz Scholl, 1993)


      Foto und Text: ARGE-Skilifte


      Internet:

      www.bergbahnen-hindelang.de


      Kontakt:

      ARGE-Skilifte

      Marktstr. 9

      87541 Bad Hindelang

      Tel.: 08324-95160

      Schneetelefon (Bandansage): 08324-8081 oder 8082

      Fax: 08324-89252

      E-mail: info(at)skilifte-oberjoch.de


       
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