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Guayaquil – Urlaub an der tropischen Küste Ecuadors

Der Rio Guayas und die Uferpromenade Malecón

Der Rio Guayas und die Uferpromenade Malecón. Foto: CreativeCommons (CC)

Wer im Ecuador-Urlaub von Quito nach Guayaquil reist, erlebt einen Kontrast, der kaum größer sein könnte. Guayaquil ist mit rund drei Millionen Einwohnern nicht nur doppelt so groß wie die ecuadorianische Hauptstadt, auch das Klima ist an der Südküste Ecuadors ganz anders. Während es im nahe am Äquator gelegenen Quito eher kühl und regnerisch ist, herrscht in Guayaquil tropische Hitze, die während der schwülen Regenzeit von Januar bis April sehr unangenehm sein kann. Den Rest des Jahres sorgt das angenehm warme Klima jedoch dafür, dass man sich entspannt im Freien aufhalten kann und das auch nachts. Vielleicht ist dies auch der Grund dafür, dass die Guayaquileños gerne bis zum Morgengrauen feiern.

 

Grund dazu haben sie auch die meisten von ihnen. Schließlich ist Guayaquil das wirtschaftliche Zentrum Ecuadors. Die Hafenstadt am Río Guayas ist Ecuadors größter Umschlagplatz, ganze 90 Prozent der ecuadorianischen Im- und Exporte passieren den Hafen von Guayaquil. Ihren Namen verdankt die Stadt laut einer Legenden dem Indianerhäuptling Guayas und seiner Frau Quill, die er aus Angst vor den Spaniern tötete, um sich dann anschließend selbst im Fluss zu ertränken.

 

Befreier-Denkmal La Rotonda

Befreier-Denkmal La Rotonda. Foto: CC/Martin Zeise

Vor der offiziellen Gründung Guayaquils durch den Spanier Francisco de Orellana lebten bereits Indianer der Stämme Valdivia und später der Huancaviloa am Westufer des Río Guayas. Früh entwickelte sich Guayaquil zum wichtigsten Überseehafen Ecuadors. Fast ausschließlich Holzhäuser zierten das Stadtbild, dass sich nach einem schweren Brand von 1896 komplett veränderte. Bis auf das heutige Künstlerviertel La Peñas brannten alle anderen Stadtteile nieder und mussten neu aufgebaut werden. Trotz allem hat auch Guayaquil einige historische Sehenswürdigkeiten zu bieten, die man sich im Urlaub nicht entgehen lassen sollte.

 

Zu den neueren Sehenswürdigkeiten Guayaquils gehört die Uferpromenade Malecón, die sich zweieinhalb Kilometer entlang des Flussufers zieht. In den 1980ern noch ein Schandfleck der Stadt, erstrahlt die Uferpromenade seit 2000 in neuem Glanz und ist ein beliebtes Ausflugsziel, bei Einheimischen wie bei Urlaubern. Bei einem Spaziergang entdeckt man riesige Parks, Restaurants, Bars, Boutiquen und Denkmäler. Vor allem der Uhrturm Torre Morisca, das neoklassizistische Rathaus, der Regierungspalast und das halbmondförmige Denkmal La Rotonda fallen einem sofort ins Auge.

 

Kathedrale von Guayaquil

Kathedrale von Guayaquil

Das Denkmal ist den Befreiern Südamerikas gewidmet: Simón Bolivar, der den Norden befreite und José de San Martín, der Befreier Argentiniens und Chiles, trafen hier am 26. Juli 1822 zum ersten Mal aufeinander. Zu Ehren des Geburtstages des venezolanischen Befreiungskämpfers Bolivar findet am 24. und 25. Juli jeden Jahres ein großes Fest in Guayaquil statt, bei dem getanzt, gesungen und eine Schönheitskönigin zur „Perle des Pazifiks“ auserkoren wird.

 

Weitere Sehenswürdigkeiten kann man entlang der Avenida 9 de Octubre entdecken, die sich von der Malecón (auf der Höhe von La Rotonda) Richtung Westen erstreckt. Auf der linken Seite der Allee liegt die Plaza San Francisco mit der gleichnamigen Kirche, die 1603 errichtet wurde. Biegt man links in die Avenida Chile, gelangt man zur prächtigen Kathedrale von Guayaquil. Der neugotische Bau entstand 1948 und ersetzte den Holzbau, der dem großen Brand von 1896 zum Opfer gefallen war. Vor der Kathedale bietet der Parque Bolivar Erholungssuchenden ein schattiges Plätzchen im Grünen.

 

Im romantischen Stadtviertel Las Peñas

Im romantischen Stadtviertel Las Peñas. Foto: CC/Belen Rios

Geht man wieder zurück zur Avenida 9 de Octubre, gelangt man zum Parque Centenario. Außer Schatten spendenden Bäumen stehen hier auch einige Denkmäler, darunter die Freiheitssäule in der Mitte des Platzes. Papageien und Leguane, die in der Grünanlage zuhause sind, trifft man hier ebenfalls an. Wer in seinem Urlaub gerne mehr über die ecuadorianische Geschichte und die präkolumbischen Kulturen lernen möchte, dem seien Besuche in der Casa de Cultura Ecuatoriana und dem Museo del Banco Central empfohlen, die sich unweit des Parque del Centenario befinden.

 

Einen ganz besonderen Charme versprüht das Stadtviertel Las Peñas, in dem sich hauptsächlich Künstler niedergelassen haben. Beim Bummel durch die malerischen Gassen kann man auch die eine oder andere Galerie entdecken. Las Peñas wurde als einziges Viertel nicht bei dem Feuer von 1896 zerstört und ist daher das älteste in Guayaquil. Es liegt im Norden der Uferpromenade Malecón. Das Viertel befindet sich auf dem Cerro Santa Ana und ist aufgrund der erhöhten Lage und der bunten Häuser schon von weitem zu sehen.

 

Daniela Hesse


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