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Guangzhou - Urlaub in Südchinas "blühender" Metropole
Die südchinesische Hafenstadt Guangzhou (Kanton), Hauptstadt der Provinz Guangdong, vermittelt dem Besucher ein China, das sich recht deutlich von Shanghai oder Peking (Beijing) unterscheidet.
Guangzhou ist eine subtopische Großstadt, die sich das ganze Jahr über wie ein prächtiger großer Garten ausnimmt. Nicht nur in den zahlreichen Parkanlagen der Stadt sieht man überall Blumen, auch die Balkons der Wohnhäuser geizen nicht mit Blütenpracht.
Die Menschen in Guangzhou (und in Südchina allgemein) wirken temperamentvoller, geschäftiger und weltoffener als die eher bedächtigen und etwas unterkühlten Nordchinesen. Auch Sprache, Sitten und Essgewohnheiten in Guangzhou weisen viele Besonderheiten auf. Guangzhous Weltoffenheit ist sicherlich auf seine über 1300 Jahre alte Tradition als Hafen- und Handelsstadt am Perlfluss (Zhu Jiang) zurückzuführen. Auch die Nähe zu Hongkong und die Tatsache, dass Guangzhou die erste Küstenstadt der Volksrepublik war, die im Zuge der Wirtschaftsreformen der 80er Jahre "geöffnet" wurde, wirkten in diese Richtung.
Südchina und Guangzhou nahmen lange eine Vorreiterrolle bei der wirtschaftlichen Umgestaltung Chinas ein und zählen bis heute zu den dynamischsten Wirtschaftsgebieten des Landes. Die weltbekannte Guangzhou-Exportwarenmesse, die zweimal jährlich in der leichtindustriell geprägten Metropole stattfindet, ist ein Anzugspunkt für Geschäftsreisende aus aller Welt.
Doch auch Urlaubern hat Guangzhou einiges zu bieten.
Guangzhou - das "volle" Touristenprogramm
Einen guten Eindruck von den Menschen der Stadt vermittelt ein Besuch des Qingping-Marktes. Hier demonstrieren unzählige Marktstände und fliegende Händler, was in Guangzhou und Südchina alles als essbar gilt: Affen, Hunde, Gürteltiere, Hühner, Tauben, Leguane, Schlangen und viele andere Tierarten warten darauf gekauft, zubereitet und verspeißt zu werden. Natürlich gibt es auch Medizin und vor allem Gemüse und Gewürze zu kaufen, aber manch ein Europäer verlässt den Markt sicher mit gemischten Gefühlen.
Doch keine Angst: Wer eines der zahlreichen Restaurants in Guangzhou aufsucht, muss keine Hunde- oder Schlangengerichte bestellen, charakteristisch für die Küche Kantons sind auch ausgewählte Meeresfrüchte, kandierte Früchte oder der sog. Mondkuchen.
An kulturellen Sehenswürdigkeiten ist Guangzhou nicht übermäßig reich, dafür lassen sich alle Highligts in einer Tagestour ansteuern. Unbedingt sehenswert sind die wichtigsten buddhistischen Tempel der Stadt: z. B. der Liurong-Tempel (537 erbaut) und der Guangxiao-Tempel aus der Song-Dynastie (960-1279). Ebenfalls zum Pflichtprogramm gehören das Grab des Nanyue-Königs, der Ahnentempel der Familie Chen, das Guangzhou Museum und die Gedenkhalle für Dr. Sun Yatsen. Sun war der Gründer der Kuomintang und der erste (Interims-) Präsident der Republik China (1911).
Wer den Platz des Ostbahnhofs besucht, trifft auf eine weitere Sehenswürdigkeit: den mit 89 Metern höchsten künstlichen Wasserfall Asiens. Gleich nebenan findet man in einer 100 000 Hektar großen Grünanlage voller Blumen und Skulpturen ausreichend Gelegenheit, sich von den Strapazen seiner Sightseeing-Tour zu erholen.
In der belebten Innerstadt von Guangzhou gibt es Dutzende von modernen Kaufhäusern und Fußgängerzonen, in denen man sich auf Souvenirjagd machen kann. Sehr beliebt sind Holzschnitzereien, Jadearbeiten Töpfereiprodukte, Stickereien und Schmuck.
Ein wahres Muss ist eine Bootsfahrt auf dem Zhu Jiang, der Mitten durch Guangzhou fließt und erlaubt, die Stadt noch besser kennen zu lernen. Am Abend bietet sich ein Besuch der beleuchteten Promenade an.
Naherholung in Guangzhou
Wie es sich für eine hektische Metropole gehört, verfügt Guangzhou auch über ein schönes Naherholungsgebiet. Gemeint ist der Baiyun Hügel im Norden der Stadt, der Hügel der Weißen Wolken. Der Hügel ist mit üppigem Wald bedeckt und beherbergt zahlreiche klare Bäche. Oft wird er von Wolken umhüllt - besonders im Spätfrühling oder vor größeren Niederschlägen -, denen er auch seinen Namen verdankt.
Die Einheimischen suchen den Baiyun-Hügel bevorzugt am Wochenende auf, um die Ruhe und frische Luft zu genießen - meist mit Kind und Kegel.
Zudem genießt der Baiyan-Hügel im Zusammenhang mit den chinesischen Seniorentag (nach dem Mondkalender regelmäßig am 9. Tag des 9. Monats im Jahr) besondere Bedeutung. An diesen Tag besteigen viele alte Menschen mit ihren Familien den Hügel, um hier zu wandern. Das traditionelle Ritual soll den Alten Gesundheit und ein langes Leben bescheren.


