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Großsteingräber im Emsland - Urzeitliche Mystik in Fels
Nur ein paar Schritte, und der Spaziergänger steht in der Urzeit. Wuchtige Felsblöcke ragen vor ihm auf, vor 4000 Jahren zu einer gewaltigen Grabstätte zusammen gefügt. Solche Großsteingräber aus der Jungsteinzeit haben das Bild des Emslandes mitgeprägt. Nirgendwo in Deutschland sind sie so dicht gestreut. Die rund 80 urtümlichen Denkmale finden sich vorwiegend im Hümmling und auf dem Höhenrücken zwischen Lingen und Fürstenau.
Die ersten sesshaftten Ackerbauern und Viehzüchter des Emslandes haben diese gewaltigen Monumente geschaffen - nicht etwa Riesen, wie die Menschen im Mittelalter glaubten. Aber seit jener Zeit spricht man auch von „Hünengräbern“. So wird zum Beispiel eine Anlage bei Hüven „Volbers Hünensteine“ genannt.
Was der Betrachter heutzutage sieht, ist nur das „Skelett“ der eigentlichen Grabkammer. Das Innere eines „Hünengrabs“ war stets nach dem gleichen Schema angelegt: Auf zwei, ins Erdreich eingelassene Tragsteine hievten die Jungsteinzeitleute einen mächtigen Deckstein. Anschließend reihten sie mehrere solcher „Joche“ aneinander. So entstand die für das Emsland typische überlange Steinkammer - die damals allerdings nicht zu sehen war. Ein großer Erdhügel deckte die zuvor vermauerte Kammer zu. Den Fuß des vermutlich weithin sichtbaren Grabhügels umschloss ein ovaler Steinkranz. Das rekonstruierte „Königsgrab“ in Groß-Berßen gibt den Besuchern eine gute Vorstellung von der Original-Anlage.
Die Erde über den anderen Gräber ist selbstverständlich längst verweht. Was aber von der imposanten Findlingsarchitektur erhalten blieb, lässt die früheren Ausmaße der mystischen Grabstätten erahnen. Über Generationen hinweg zeugten sie von Macht und Geltung der Verstorbenen im Dieseits und Jenseits.
Den Weg in die andere Welt trat niemand ohne die nötigen Beigaben an: Waffen, Werkzeuge, Keramikgefässe, Schmuck aus Muscheln und Bernstein, manchmal sogar etwas von dem wertvollen Kupfer. Wie kunstfertig die Urzeitbewohner waren, davon künden die bedeutenden Funde in den Museen der Region, zum Beispiel im Museum an der Koppelschleuse in Meppen. Dort ist das Ausstellungszentrum für die Archäologie des Emslands untergebracht.
Wer sich auf die Spuren der Jungsteinzeitleute heften möchte, kann sich anhand des Faltblatts „Großsteingräber“ der Emsland-Touristik sehr gut orientieren.
Diese und weitere Information über die Urlaubs- und Freitregion im Nordwesten sind erhältlich bei:
Emsland-Touristik, Meppen
Tel. (05931) 44 22 66
Fax (05931) 44 36 44
E-Mail: info(at)emsland-touristik.de
Internet : www.emsland.com
