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Luft 22°, Wasser 20°: Dezember auf Gran Canaria (I)

Gran Canaria - Blick vom Pico de Bandama. Fotos: Hans-Joachim Franzen

Gran Canaria - Blick vom Pico de Bandama. Fotos: Hans-Joachim Franzen

Wer kennt sie nicht, die eigenen, plakativen Vorstellungen über ein beliebtes, einem selbst aber unbekanntes Urlaubsziel, wie da wären: "Da sind ja nur Deutsche (da kann ich ja gleich zu Hause bleiben), alles ist nur auf Tourismus getrimmt..." Man erwartet Palmen, Strand, einige Berge, Hotels, Menschenmassen, Diskos, einige Sehenswürdigkeiten und das war es dann schon.


So waren, etwas überspitzt gesagt, auch meine Vorstellungen von Gran Canaria, kurz gesagt, eigentlich habe ich mir nicht viele Gedanken gemacht.


Puerto de Mogan: Hotel Cordial

Puerto de Mogan: Hotel Cordial

Natürlich lebt die Insel Gran Canaria auch vom Tourismus. Aber viele Einheimischen haben wenig mit den Touristen zu tun, es herrscht Alltag, die Menschen gehen ihrer Arbeit nach, zur Schule oder studieren, leben ihr Leben und die Urlauber werden, je nach Aussehen und Verhalten, gar nicht wahrgenommen oder belächelt.

 

Auch die Landschaft Gran Canarias ist anders als in der Vorstellung, es ist viel Raum, Natur und Licht zwischen den einzelnen Orten.

 

Iberia Maschine vor dem Start

Iberia Maschine vor dem Start

Nach einem angenehmen Flug mit Iberia führte die Fahrt mit einem Bus auf der Inselautobahn nach Süden, vorbei an Supermärkten, Plantagen, Gewerbegebieten, Wohnhäusern, Palmen und Blumen, aber auch an Ausfahrten mit so bekannten Namen wie Playa del Ingles oder Maspalomas. Erfreulicher fürs Auge, die Bausünden hielten sich doch in Grenzen, die anderswo oft zu sehenden Bauruinen sind selten.

 

Hinter Puerto Rico hörte die Autobahn auf und fünfzehn Minuten später sind wir an unserem Ziel Puerto de Mogan angekommen.

 

Da es schon recht spät war, blieb nur noch Zeit für ein Abendessen und die Vorfreude auf den nächsten Tag.

Cordial Hotel Mogan Playa

Cordial Hotel Mogan Playa. Fotos:www.cordialcanarias.com

www.cordialcanarias.com

www.cordialcanarias.com
www.cordialcanarias.com

Las Palmas und das kanarische Museum

Las Palmas: Plaza y Ermita del Espíritu Santo

Las Palmas: Plaza y Ermita del Espíritu Santo

Am nächsten Morgen starteten wir früh in Richtung Norden zur Inselhauptstadt Las Palmas. Dort besuchten wir das kanarische Museum, ein lohnenswerter Besuch für alle, die sich auch nur ein wenig für Geschichte interessieren oder die Menschen Gran Canarias verstehen lernen möchten. Es findet sich dort neben Mumien, Schädelsammlungen und Töpferkeramiken auch eine Nachbildung der bemahlten Höhle Cueva Pinta. Auch eine Bücherei mit Publikationen über Gran Canaria ist angegliedert.


Man sollte sich einmal bewusst machen, dass vor nicht viel mehr als 500 Jahren die Guanchen, die Bewohner der Kanaren,  technologisch noch in der Steinzeit lebten. Als Kolumbus aufbrach Amerika zu entdecken, waren einige Kanareninseln, z.B. La Pama, noch unabhängig, d.h. noch nicht von den Spaniern erobert.


Im archäologischen Museum von Las Palmas

Im archäologischen Museum von Las Palmas

Die Guanchen besiedelten vor 3000 Jahren von Nordafrika aus kommend die kanarischen Inseln, aber es gibt auch Indizien für ägyptische (teilweise wurden die Tote mumifiziert, was nur in Peru und Ägypten üblich war), phönizische und europäische Einflüße.

 

Die Guanachen, auch Altkanarier genannt, errichteten Königreiche, die erst von den Spaniern zerstört wurden. Obwohl sie damals ihre Macht verloren und unterjocht wurden, leben heute noch eine große Anzahl von Nachkommen der Guanchen auf den Kanaren.



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