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Von Maspalomas in Richtung Pico de las Nieves (III)
Auch am nächsten Morgen ging es in Richtung Maspalomas. Ein wirkliches „Muss“ für alle Gran Canaria-Urlauber ist der Besuch der Dünen von Maspalomas, dieses einzigartigen Sandmeeres im Osten der Insel. Die seit 1987 unter Naturschutz stehenden Dünen sind bis zu ein einhalb Kilometer breit und wandern jedes Jahr zwei bis fünf Meter ins Landesinnere.
Auch den Leuchtturm von Maspalomas besuchten wir, ein netter Ort, aber auch nicht atemberaubend, allerdings hat man von dort eine gute Aussicht über die Ostküste der Insel.
Danach wurde es doch etwas spannender, es ging in die Berge. Die Peripherie der Küstenorte lag schnell hinter uns, die Straßen wurden schmaler, bedeutend kurviger und es ging bergauf. Die Vegetation veränderte sich, die künstlich angelegten und bewässerten Gärten und die ursprüngliche Flora zeigten sich in ihrer ganzen Vielfalt. Etwa zehn Prozent der rund 1400 wildwachsenden Pflanzenarten auf Gran Canaria findet man sonst nirgendwo auf der Welt. Es dominieren die verschiedenen Wolfsmilchgewächse (Euphorbien), aber auch ein besonderes Liliengewächs, der Drachenbaum, sticht ins Auge.
Auf dem Pico de las Nieves
Zwischendurch finden sich aber auch immer wieder kleine Anwesen mit grünen Gärten oder kleinen Plantagen. Eine kleine Pause legten wir in einem schönen Berghotel, dem Aldiana Club Mirador ein und genossen den Blick über die wilde Berglandschaft, bevor wir uns auf den Weg zum höchsten Gipfel der Insel Picos de las Nieves machten.
Die 22 Grad Lufttemperatur die auf Gran Canaria im Dezember auf Meereshöhte herrscht, darf man auf dem Pico de las Nieves, in über 1900 Metern Höhe, nicht erwarten. In der Nacht hatte es sogar gefroren, aber da kein allzu starker Wind herrschte, war es mit einem Pullover auszuhalten.
Der Blick ließ uns sowieso fast alles vergessen. In nordwestlicher Richtung, hinter dem 80 Meter hohen Basaltfelsen Roque Nublo konnte man den Tejde erkennen, den auf der Insel Teneriffa liegenden, höchsten Berg Spaniens. Stolze 3718 Meter ist der Tejde hoch, höher als alle Gipfel der Pyrenäen oder der Sierra Nevada.
Das Vergnügen währte allerdings nicht lange, Passatwolken zogen von Osten heran und innerhalb weniger Augenblicke war der Gipfel in den Wolken verschwunden.
Da sich auf die Dauer die kühlen Temperaturen leider doch bemerkbar machten, fuhren wir weiter. Entlang schmaler Straßen ging es, immer die grandiöse Landschaft im Blick, nach Artenara, einem hübschen Bergstädtchen mit grandioser Aussicht über die Bergwelt von Gran Canaria.
Nach dem superleckeren Mittagessen mit kanarische Kartoffeln, Mojos, Schinken, Käse, Schweinefleisch, Obst und Wein, ging es weiter in Richtung Nordosten, vorbei an Kiefernwäldern, einzelnen Eukalyptusbäumen, Feldern mit tiefgrüner Brunnenkresse, Orangenplantagen, abgeernteten Kartoffeläckern, und nebligen Tälern; kurz: es herrschte eine mild-romantische Herbststimmung, die - nach und nach hatten wir an Höhe verloren - in Las Palmas dem ewigen kanarischen Frühling wich.
Es war Freitag abend, am Hafen bummelten wir an modernen Marinas entlang, nahmen einen kleinen Aperitif und beobachteten die Menschen auf den Restaurantterassen.
Später am Abend stand bei uns ein Besuch des zu recht weltbekannten Auditoriums auf dem Programm. Das Auditorium ist nach einem der bekanntesten Einwohner der kanarischen Inseln und einem der besten Tenöre des zwanzigsten Jahrhunderts, Alfredo Kraus benannt.
Im Sommerhalbjahr wird vor den Konzerten ein 100 Quadratmeter großes Fenster geöffnet, so dass man während des Konzertes seine Blicke über den Atlantik schweifen lassen kann. Wir mussten leider auf das visuelle Vergnügen verzichten, konnten so uns aber voll auf die Verführung der Philharmonieorchesters konzentrieren. Es standen Werke von Antorn Webern, Alan Berg und Erich Wolfgang Korngold auf dem Programm, Dirigent an dem Abend war Pedro Halffter (Madrid), die Erste Geige spielte Frank Peter Zimmermann (Duisburg).
Anschließend ging es, als Kontrastprogramm, zum ausgiebigen Tapas-Essen zur zwar einfach eingerichteten und lauten, aber stimmungsvollen, empfehlenswerten Tapasbar Macabeo in die Altstadt Las Palmas.






