MALTA - URLAUB IN GOZO
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Gozo - freie Fahrt durch das "blaue Fenster"
Die Insel Gozo mag zwar klein sein, doch gibt es viel zu sehen und zu unternehmen. Schon bei der Ankunft wird deutlich, was den Charme der Insel ausmacht. Gozo strahlt eine unverkennbare Ruhe aus, selbst in der geschäftigen Marktstraße der Hauptstadt Victoria und in den Häfen, wenn die Tagesfänge frischen Fisches auf den Kais angelandet werden.
Gozo ist sehr ländlich, mit seinen tiefen Tälern, den oben auf den Gipfeln der Hügel angesiedelten Dörfern und mit der zerklüfteten Küstenlinie, die nur darauf wartet, erforscht zu werden. Sand- und glatte Felsstrände laden zum Ausruhen und klare, sichere Gewässer zum Baden und Schwimmen ein.
Ein Besuch in Gozo sollte in der Inselhauptstadt Victoria beginnen. Die Stadt wurde zur Erinnerung an das Silberne Kronjubiläum Königin Victorias im Jahre 1897 nach der englischen Monarchin benannt, Viele Einheimische nennen ihre Hauptstadt bei ihrem ursprünglichen Namen Rabat (was übersetzt "Stadt" bedeutet). Inmitten dieses Handelszentrums mit seinem Straßenmarkt (bekannt als It-Tokk, am Platz der Unabhängigkeit, dem Independence Square) liegt auch die Zitadelle (oft auch bekannt als das Gran Castello oder die Cittadella), eine uneinnehmbare, strategisch plazierte Anlage, die ihren Ursprung dem späten Mittelalter verdankt und von den Rittern des Johanniterordens zum Schutz der einheimischen Bevölkerung mit neuen Festungsanlagen verstärkt wurde.
Viele Jahrhunderte lang suchten Piraten und Korsaren Zuflucht in den kleinen Häfen von Gozo. Sie plünderten die Insel auf der Suche nach frischen Nahrungsmitteln und Wasser. Nicht selten nahmen sie dabei Inselbewohner als Gefangene und verkauften sie als Sklaven. Um sich selbst und die Familienangehörigen vor diesem schrecklichen Schicksal zu bewahren, flohen die Einwohner deshalb zum höchsten Punkt mitten im Herzen der Insel, sobald der Feind gesichtet wurde.
Die Zitadelle war verhältnismäßig sicher, doch ihre Wälle waren keineswegs uneinnehmbar und hätten wahrscheinlich dem Ansturm einer bewaffneten Armee, die fest entschlossen war, die Zitadelle einzunehmen, kaum standhalten können.
Nach ihrem Sieg während der Großen Belagerung von 1565 gegen Suleiman, den Herrlichen, verstärkten die Ritter jedoch die vertikalen Zinnen der Zitadelle, die der Besucher noch heute bestaunen kann.
Innerhalb der Wälle der Zitadelle liegt die Kathedrale, die von Lorenzo Gafa' entworfen und zwischen 1697 und 1711 errichtet wurde. Zur Zeit der Erbauung der Kathedrale war das Geld knapp, deshalb wurde ihr Dom niemals fertiggestellt; doch verstand der italienische Maler Antonio Manuele es, ihre Unvollkommenheit in brillanter Weise zu überspielen. Im Inneren der Kathedrale schaffte er ein herrliches trompe l'oeil-Gemälde, das dem Betrachter das Innere eines Domes in voller Pracht vorspielt.
In der Zitadelle findet man ferner das Kathedralenmuseum mit Meßgewändern und silbernen und goldenen Gegenständen, die in den Heiligen Messen zum Einsatz kommen; sowie das Archäologische Museum, in dem mehrere Objekte, die an verschiedenen Fundorten auf Gozo entdeckt wurden, ausgestellt sind; außerdem das Naturkundemuseum und das Folkloremuseum. Darüber hinaus gibt es ein Handwerkszentrum, das in den alten Gefängnisgebäuden untergebracht ist. Das Handwerkszentrum bietet einen Überblick über traditionelle und moderne einheimische Handwerkskünste.
Keinesfalls entgehen lassen sollte man sich auch die spektakuläre Aussicht über die Insel,die man von den Zinnen der Zitadelle aus genießen kann. Ein Erdbeben zerstörte imJahre 1693 viele der mittelalterlichen Gebäude innerhalb der Wälle, die jedoch derzeit wiederaufgebaut werden.
Inmitten eines Labyrinths malerischer enger Gassen, steht die St. George's Church. Diese von 1672 bis1678 erbaute Kirche spiegelt mit ihren Objekten und Symbolen früherer Kulturen und Siedlungen, die bis zu den Zeiten der Römer zurückgehen, die Geschichte von Gozo wider. Alle Gemälde im Dom und an der Decke sind Werke des römischen Malers Giovanni Battista Conti. Weitere Gemälde stammen von Mattia Preti, Giuseppe Cali und StefanoErardi. Bemerkenswert ist auch die reichverzierte Georgsstatue. Paolo Azzopardi schnitzte sie im Jahre 1841 in Holz.
Im Tempel von Ta'Cenc stößt der Besucher auf Spuren, die allgemein für prähistorische Wagenspuren gehalten werden, die sich tief in den harten Fels eingescharrt haben und über die Kliffkante hinabführen. Ihr Ursprung und Verwendungszweck sind bisher ungeklärt.Calypso's Cave in der Nähe von Xaghra, hoch über dem roten Sand von Ramia l-Hamra, dem schönsten Strand von Gozo, liegt Calypso's Höhle, von der viele überzeugt sind, es handele sich hierbei um die Höhle, die Homer in seiner "Odyssee" beschreibt.
Gozo soll gleichbedeutend mit der Insel Ogygia sein, und Calypso's Höhle sei eben jene Höhle, in der die schöne Nymphe Calypso Odysseus als "Gefangenen der Liebe" sieben Jahre lang festhielt. Calypso versprach Odysseus die Unsterblichkeit, wenn er bei ihr bliebe, doch Odysseus konnte entkommen und kehrte zu seiner Frau Penelope zurück, die treu an ihrem Webstuhl saß und alle Freier zurückwies.
Obwohl das Innere und das Äußere der Höhle nicht allzu beeindruckend sind, verspürt der Besucher trotzdem ein Gefühl der Erregung, wenn er an einem derart geschichtsträchtigen Ort weilt. Die Aussicht ist außerdem atemberaubend.
Obwohl das Innere und das Äußere der Höhle nicht allzu beeindruckend sind, verspürt der Besucher trotzdem ein Gefühl der Erregung, wenn er an einem derart geschichtsträchtigen Ort weilt. Die Aussicht ist außerdem atemberaubend.
Unten am Strand stößt der geschichtshungrige Besucher auf die Überreste einer ritterlichen Befestigungs-anlage aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, die das Anlanden von Invasionstruppen an dieser Stelle verhindern sollte. DieBefestigungsanlagen beherbergten zwei Fugassen, das waren mit Felsen geladene und mit Schießpulver gefeuerte Steinmörser. Sie wurden auf Höhe der Wasserlinie gebaut,so daß sich ihre tödliche Ladung auf die sich nähernden Boote ergoß.
Binnenmeer und Fungus Rock in Dwejra
An der Südküste von Gozo, stößt der Besucher auf ein einzigartiges Naturphänomen, das Binnenmeer, ein in einer tiefen Nische in der Felsküste gelegenes seichtes Gewässer, das durch einen engen Tunnel im Kliff mit dem Meer verbunden ist. An windstillen Tagen bringen kleine Fischerboote die Besucher durch diesen schmalen Spalt hinaus auf das Meer, um den Fungus Rock und das Azure Window zu besichtigen.
Von Tauchern wird das Binnenmeer oft als Basislager benutzt, von dem aus sie einige der aufregendsten tiefen Gewässer in der Umgebung von Gozo erforschen.
Der Fungus Rock ("Pilzfelsen"), ebenfalls bekannt unter dem Namen il-GebIa tal-General (der Generals-Felsen), erhebt sich stolz und drohend aus der tosenden Bucht entlang des Binnenmeeres.
Hier wuchs einst der Fungus gaulitanus, ein von den Rittern wegen seiner heilenden Kräfte viel gepriesener Pilz. Jahrhundertelang wurde diese seltene Pflanze streng bewacht, und jeder, der bei einem Diebstahl erwischt wurde, wurde sofort mit dem Tode bestraft. Die Pflanze war so wertvoll, daß sie vornehmen Adligen und Inselbesuchern als wertvolles Geschenk überreicht wurde. Aufgrund der Höhe und der jäh abfallenden Seiten des hohen Felsens war es fast unmöglich, diese vom Meer aus zu erklimmen. Aus diesem Grund errichteten die Ritter ein Hebewerk, mit dem man vom nahegelegenen Wachturm auf dem Festland aus auf den flachen Gipfel des Felsensgelangen konnte.
Azure Window Das "Azurfarbene Fenster" ist dadurchentstanden, daß Wellen und die rauhe See sich jahrtausendelang an dem Felsen brachen. Auf zwei riesigen Felspfeilern, von denen jeder einen Durchmesser von ca. 40 Metern aufweist, erstreckt sich ein riesiger Felssims von ungefähr 100 Metern Länge und 20 Metern Höhe, der ein Fenster bildet, durch das man das azurblaue Wasser des Meeres im Hintergrund sehen kann. Seit Jahrhunderten trägt diese seltene Felsformation bei den Gozitanern den Namen it-Tieqa (das Fenster).
Ta' Pinu Basilica
Die Basilika von Ta' Pinu ist ein Wallfahrtszentrum geworden. Ihre Ursprünge datieren zurück auf den 22. Juni 1883, als die Bauersfrau Carmela Grima die Stimme der Gesegneten Jungfrau vernahm, die in einer alten Kapelle zu ihr sprach. Frangisk Portelli, ein Freund, hörte die Stimme ebenfalls. In den Jahren darauf wurde der Ort zu einem heiligen Schrein. Später wurde beschlossen, eine größere und schönere Kirche zu Ehren der Gesegneten Jungfrau zu bauen. Zu diesem Zweck wurde unter den Gozitanern eine Kollekte durchgeführt; viele Spenden kamen dabei von im Ausland lebenden Gozitanern. Die örtliche Gemeinde bot ihre tatkräftige Unterstützung beim Bau und den Arbeiten an der riesigen neu-romanischen Kirche an, die im Jahre 1910 begonnen wurden. 1931 wurde die Kirche geweiht, und ein Jahr später wurde sie von Papst Pius XI. zur Basilika erhoben. Die Originalkapelle aus dem 16. Jahrhundert wurde in die Kirche integriert und kann mit ihren Originalgemälden und Votivtafeln noch heute besichtigt werden. Die cremefarbene Kirche erhebt sich alleinstehend majestätisch aus der ländlichen Umgebung.
Die Rotunda
Die Johanneskirche mit dem angeblich drittgrößten ungestützten Dom Europas, bekannt als die Rotunda beherrscht das Dorf-und Landschaftsbild von Xewkija. Baubeginn war im Jahr 1952; die Konstruktion basiert auf einem Entwurf von Santa Maria della Salute in Venedig. Die Gelder kamen von der einheimischen Bevölkerung, die sich auch aktiv an den Bauarbeiten beteiligte.
Restaurants und Nightlife
Das Leben in Gozo dreht sich seit Jahrhunderten um seine ländlichenGemeinden und die Fischer. Auch heute haben sich diese Dinge wenig verändert. Das Essen, das in den Restaurants serviert und die Lebensmittel, die auf den Märkten verkauft werden, kommen frisch vom Feld und frisch aus dem Meer. So ist es kaum ein Wunder, daß es oftmals scheint, als konzentriere sich das gesamte Urlaubsleben nur um die beliebtesten Restaurants. Aber Gozo hat mehr zu bieten. Trotz desAnscheins der Stille und Ruhe, die es ausstrahlt, besitzt Gozo auch freundliche Bars und Diskotheken. Wer die Nacht durchtanzen möchte, findet dazu auf jeden Fall Gelegenheit.








