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Goethe im Fichtelgebirge
"Goethe war hier!"
Dieser von Entzücken zeugende Ausspruch gilt auch für das Fichtelgebirge. Insgesamt drei Mal ist Goethe hierhin gereist. Geleitet haben ihn dabei weniger dichterische Anmutungen als seine wissenschaftlichen Studien auf botanischem, geologischem und optischem Gebiet.
1785 unternahm er eine lange Wanderung von Wunsiedel aus auf den Ochsenkopf. Von morgens um 8.00 Uhr bis abends um 22.00 Uhr durchstreifte er mit seinem Reisebegleiter Ludwig von Knebel – ihm verdanken wir ein recht ausführliches Reisetagebuch – die Gegend. Botanisch interessierte ihn dabei besonders der damals hier reichlich vorkommende Sonnentau. Im Bereich der Geologie widmete er seine Aufmerksamkeit dem Zinnbergbau rund um das Seehaus (heute ein bewirtschaftetes Unterkunftshaus des Fichtelgebirgsvereins).
Diese historische Wanderung hat der "Naturpark Fichtelgebirge e. V." in Zusammenarbeit mit dem Fichtelgebirgsverein für die heutigen Besucher versucht zu rekonstruieren. Ein wunderschöner, wenn auch etwas anstrengender Wandertag ist dabei herausgekommen, den wir gern allen Interessierten hiermit präsentieren. Anhand der kurzen Wegebeschreibung und einer guten Wanderkarte (empfohlen: Fritsch Wanderkarte Nr. 52 „Naturpark Fichtelgebirge/Naturpark Steinwald“) ist es möglich, auf den Spuren des Olympiers ein höchst interessantes Stück unseres Ferienlandes intensiv kennenzulernen.
1820 war Goethe zum zweiten Mal im Fichchtelgebirge. Schon 1785 hatte er dem Felsenlabyrinth der Luisenburg einen Kurzbesuch abgestattet. Diesmal konzentrierte sich sein Interesse sehr stark auf dieses einzigartige Naturphänomen. Er war der erste, der die korrekte wissenschaftliche Erklärung für dessen Entstehung fand und darüber einen ausführlichen Aufsatz schrieb. Zudem belegen seine Zeichnungen zum Thema sein tiefes Naturverständnis.
Der hervorragend durch den Fichtelgebirgsverein hergerichtete Wanderweg durch Europas größtes Felsenlabyrinth bei Wunsiedel bietet einmalige Einblicke in die Jugendzeit der Erde und ist in gut einer Stunde zu durchwandern. Schließlich besuchte er 1822 noch den Industriellen Wolfgang Caspar Fikentscher in Marktredwitz. Der Begründer der ersten deutschen Chemiefabrik war auch Besitzer einer Glashütte. In dieser ließ Goethe kleine Glasplättchen herstellen, die er für seine optischen Versuche zur „Farbenlehre“ verwendete. Den Marktredwitzer Stadtteil Glashütte gibt es noch heute. Von der alten Glasmacherwerkstatt ist allerdings nichts mehr übriggeblieben.
Nachweislich 17 Mal machte Goethe auf dem Weg von Weimar in die böhmischen Bäder in Hof Station. Auf dem Rückweg von den Kuraufenthalten pflegte er seiner Gemahlin Strümpfe aus der damals weitberühmten Strumpfwirkerstadt Asch mitzubringen. Noch heute erinnert ein Goethedenkmal dort an die einst engen Beziehungen.
Auch Marienbad, leicht als Tagesausflugsziel vom Fichtelgebirge aus zu erreichen, hat seine Goethegedenkstätten. Ein kleines aber feines Goethemuseum (als eigene Abteilung dem Heimatmuseum der Stadt angegliedert) zeigt Originalexponate aus der Zeit der Goetheschen Kuraufenthalte, und im Kurpark erinnert ein Denkmal an die unglückliche Liebesbeziehung des alternden Dichterfürsten zu Ulrike von Levetzow. Gleich bei Franzensbad, einem weiteren Tageausflugsziel, steht der Kammerbühl. Dieser erloschene Vulkan reizte Goethe zu einer längeren wissenschaftlichen Abhandlung.
Jeder Wanderfreund sollte einmal die Gelegenheit nutzen, sich auf die Suche nach Goethes Spuren im Fichtelgebirge zu machen!
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